Diabetes-Screening: Risikofaktoren und Diagnostik

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Diabetes Canada (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie von Diabetes Canada (2018) befasst sich mit dem Screening auf Diabetes mellitus bei asymptomatischen Erwachsenen. Ein Screening dient der frühzeitigen Erkennung von Diabetes und Prädiabetes, um Komplikationen durch rechtzeitige Interventionen zu vermeiden.

Ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt mit einem unentdeckten Typ-2-Diabetes. Schätzungen zufolge tritt der Beginn der Erkrankung bereits vier bis sieben Jahre vor der klinischen Diagnose auf.

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen gibt es beim Diabetes keinen Unterschied zwischen Screening- und Diagnostiktests. Es kommen laut Leitlinie dieselben laborchemischen Verfahren zum Einsatz.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Screening:

Typ-1-Diabetes

Ein routinemäßiges Screening auf Typ-1-Diabetes wird nicht empfohlen. Die Leitlinie begründet dies mit dem Fehlen evidenzbasierter Interventionen zur Prävention oder Verzögerung der Erkrankung.

Typ-2-Diabetes: Grundsätzliches Screening

Es wird empfohlen, das Risiko für Typ-2-Diabetes jährlich anhand demografischer und klinischer Kriterien zu evaluieren (Grad D, Konsens).

Ein laborchemisches Screening mittels Nüchternplasmaglukose (FPG) und/oder HbA1c wird in folgenden Fällen alle drei Jahre empfohlen (Grad D, Konsens):

  • Bei Personen ab 40 Jahren

  • Bei Personen mit hohem Risiko gemäß einem Risikokalkulator (z. B. CANRISK)

Erweitertes Screening und Diagnostik

Bei Personen mit sehr hohem Risiko oder zusätzlichen Risikofaktoren sollte ein früheres oder häufigeres Screening (alle 6 bis 12 Monate) erwogen werden (Grad D, Konsens).

Ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) mit 75 g Glukose kann in folgenden Situationen in Betracht gezogen werden:

  • FPG zwischen 6,1 und 6,9 mmol/L

  • HbA1c zwischen 6,0 % und 6,4 %

  • FPG 5,6 bis 6,0 mmol/L oder HbA1c 5,5 % bis 5,9 % bei hohem klinischem Verdacht

Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes

Die Leitlinie definiert zahlreiche Risikofaktoren, die ein intensiviertes Screening rechtfertigen:

KategorieSpezifische Risikofaktoren
Demografie & AnamneseAlter ab 40 Jahre, Verwandte 1. Grades mit Typ-2-Diabetes, Hochrisikopopulationen
VorerkrankungenPrädiabetes, Gestationsdiabetes, Entbindung eines makrosomen Kindes
Vaskuläre RisikenHDL < 1,0 mmol/L (Männer) bzw. < 1,3 mmol/L (Frauen), Triglyceride ab 1,7 mmol/L, Hypertonie, Übergewicht
Assoziierte ErkrankungenPCOS, Fettleber (NASH), psychiatrische Erkrankungen, HIV, obstruktives Schlafapnoesyndrom
MedikamenteGlukokortikoide, atypische Antipsychotika, Statine, HAART, Immunsuppressiva
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass der HbA1c-Wert bei Hochrisikopopulationen bestimmter ethnischer Herkunft aufgrund einer hohen Prävalenz von Hämoglobinopathien an diagnostischer Genauigkeit verlieren kann. In diesen Fällen wird empfohlen, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls alternative Screening-Methoden wie den oralen Glukosetoleranztest (oGTT) heranzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt ein routinemäßiges Screening auf Typ-2-Diabetes für alle Personen ab einem Alter von 40 Jahren. Bei Vorliegen zusätzlicher Risikofaktoren wird ein früherer Beginn empfohlen.

Für das Screening werden primär die Nüchternplasmaglukose (FPG) und der HbA1c-Wert herangezogen. Bei unklaren Befunden oder bestimmten Grenzwerten kann ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) ergänzt werden.

Bei unauffälligen Befunden und normalem Risiko wird eine Wiederholung des Screenings alle drei Jahre empfohlen. Bei sehr hohem Risiko oder Vorliegen von Prädiabetes sollte das Intervall laut Leitlinie auf 6 bis 12 Monate verkürzt werden.

Ein routinemäßiges Screening auf Typ-1-Diabetes wird in der allgemeinen Bevölkerung nicht empfohlen. Dies wird mit dem Mangel an evidenzbasierten Interventionen zur Verhinderung oder Verzögerung der Erkrankung begründet.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Diabetes Canada Chapter 4: Screening for Diabetes in Adults (Diabetes Canada, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.