Diabetes im Krankenhaus: Blutzuckerziele und Therapie
Hintergrund
Hyperglykämie, Hypoglykämie und starke Blutzuckerschwankungen sind bei hospitalisierten Personen mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert. Die ADA-Leitlinie (2026) betont die Wichtigkeit eines strukturierten stationären Diabetesmanagements, um klinische Outcomes zu verbessern und Liegezeiten zu verkürzen.
Ein proaktives Management umfasst die frühzeitige Identifikation von Dysglykämien, die adäquate Behandlung hyperglykämischer Entgleisungen sowie eine strukturierte Entlassungsplanung. Es wird hervorgehoben, dass interprofessionelle Diabetesteams maßgeblich zur Qualitätssicherung im Krankenhaus beitragen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der alleinigen Verwendung von Korrekturinsulin ("Sliding Scale") ohne Basalinsulin bei hospitalisierten Personen. Zudem wird betont, dass bei einer Umstellung von intravenösem auf subkutanes Insulin das Basalinsulin zwingend zwei bis vier Stunden vor Stopp der Infusion verabreicht werden sollte. Ein abruptes Absetzen der Infusion ohne subkutane Vorabdeckung führt häufig zu einer Rebound-Hyperglykämie oder einer erneuten Ketoazidose.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für die meisten kritisch kranken Personen einen Zielbereich von 140 bis 180 mg/dL. Eine Insulintherapie sollte ab einem bestätigten Wert von 180 mg/dL initiiert werden.
Es wird empfohlen, SGLT2-Inhibitoren drei bis vier Tage vor geplanten elektiven chirurgischen Eingriffen zu pausieren. Dies dient der Vermeidung einer postoperativen euglykämischen diabetischen Ketoazidose.
Laut Leitlinie kann die Nutzung von persönlichen Insulinpumpen oder AID-Systemen fortgesetzt werden, sofern die Person dazu klinisch in der Lage ist. Es wird jedoch eine Bestätigung der Glukosewerte durch Point-of-Care-Messungen für Therapieentscheidungen empfohlen.
Die Behandlung umfasst laut Leitlinie die intravenöse Gabe von Flüssigkeit, Insulin und Elektrolyten. Es wird eine engmaschige Überwachung und eine strukturierte Transition auf subkutanes Insulin nach Stabilisierung des Säure-Basen-Haushalts empfohlen.
Da Glukokortikoide häufig Hyperglykämien auslösen, wird eine proaktive Anpassung der Insulintherapie empfohlen. Bei einmal täglicher Steroidgabe am Morgen kann die parallele Gabe von NPH-Insulin sinnvoll sein, um das Wirkprofil des Steroids abzudecken.
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Quelle: ADA Standards of Care in Diabetes 2026: Chapter 16 - Diabetes Care in the Hospital (ADA, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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