Depression: DSM-5-Kriterien, Therapie & Antidepressiva
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie bietet eine umfassende Übersicht zur Ätiologie und Pathophysiologie der Depression. Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, bei der sowohl genetische als auch umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen.
Laut Leitlinie weisen Verwandte ersten Grades von depressiven Personen ein etwa dreifach erhöhtes Risiko auf. Zudem werden neurodegenerative Erkrankungen, Schlaganfälle und chronische Schmerzen als biologische Risikofaktoren, insbesondere bei älteren Menschen, genannt.
Die zugrunde liegende Pathophysiologie ist komplex und beinhaltet Interaktionen zwischen Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Auch vaskuläre Läsionen und Störungen im limbischen System werden als beitragende Faktoren beschrieben.
Empfehlungen
Klinische Diagnostik
Die Diagnose einer Depression basiert laut Leitlinie auf der Anamnese und den klinischen Befunden. Es wird auf die Kriterien des DSM-5 verwiesen, bei denen mindestens fünf von neun spezifischen Symptomen vorliegen müssen.
Eines dieser Symptome muss zwingend eine depressive Verstimmung oder ein Verlust an Interesse beziehungsweise Freude sein. Die Leitlinie betont, dass bei allen betroffenen Personen das Suizidrisiko evaluiert werden muss.
Laborchemische und apparative Diagnostik
Es gibt keine spezifischen Labortests zur Diagnose einer Major Depression. Dennoch wird eine laborchemische Abklärung empfohlen, um organische Ursachen auszuschließen.
Zu den empfohlenen Basisuntersuchungen gehören unter anderem:
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Blutbild (CBC) und Elektrolyte
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Schilddrüsenstimulierendes Hormon (TSH) und Vitamin B12
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Leber- und Nierenwerte
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Toxikologisches Screening
Bei Verdacht auf ein organisches Hirnsyndrom sollte gemäß Leitlinie eine Bildgebung mittels CT oder MRT in Betracht gezogen werden.
Medikamentöse Therapie
Die Leitlinie beschreibt verschiedene Antidepressiva-Klassen zur Behandlung. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) gelten aufgrund ihrer einfachen Dosierung und geringen Toxizität als Mittel der ersten Wahl.
Folgende Medikamentenklassen und ihre Eigenschaften werden in der Leitlinie unterschieden:
| Medikamentenklasse | Beispiele | Klinische Eigenschaften laut Leitlinie |
|---|---|---|
| SSRI | Citalopram, Fluoxetin | Mittel der ersten Wahl, geringe Toxizität bei Überdosierung |
| SNRI | Venlafaxin, Duloxetin | Erstlinientherapie, vorteilhaft bei Fatigue oder Schmerzsyndromen |
| SDAMs | Aripiprazol, Brexpiprazol | Einsatz als Zusatztherapie bei Major Depression |
| MAO-Hemmer | Phenelzin, Selegilin | Erfordern eine tyraminarme Diät wegen Gefahr einer hypertensiven Krise |
Bei therapieresistenten Verläufen können laut Leitlinie atypische Antidepressiva oder Serotonin-Dopamin-Aktivitäts-Modulatoren (SDAMs) als Kombinationstherapie genutzt werden.
Psychotherapie und weitere Verfahren
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Interpersonelle Therapie (IPT) werden als evidenzbasierte psychotherapeutische Verfahren beschrieben. Eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Psychotherapie ist mit höheren Verbesserungsraten assoziiert.
Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) wird als hochwirksame Behandlungsoption dargestellt. Sie ist indiziert bei:
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Fehlendem Ansprechen auf Medikamente
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Vorliegen psychotischer Symptome
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Hohem Suizidrisiko oder Eigengefährdung
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Notwendigkeit eines sehr schnellen Wirkeintritts
Kontraindikationen
Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise zur medikamentösen Therapie:
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MAO-Hemmer: Es wird vor dem Risiko einer hypertensiven Krise gewarnt. Personen, die diese Medikamente einnehmen, müssen eine tyraminarme Diät einhalten.
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Trizyklische Antidepressiva (TCA): Die Leitlinie weist auf das ungünstige Nebenwirkungsprofil und die erhebliche Toxizität bei einer Überdosierung hin.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei jeder depressiven Episode zwingend eine Evaluation des Suizidrisikos erfolgen muss. Zudem wird darauf hingewiesen, dass körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen oder Fatigue durch den gezielten Einsatz von SNRI positiv beeinflusst werden können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie müssen für die Diagnose nach DSM-5 mindestens fünf von neun spezifischen Symptomen vorliegen. Eines davon muss zwingend eine depressive Verstimmung oder ein Interessenverlust sein.
Es wird empfohlen, organische Ursachen laborchemisch auszuschließen. Die Leitlinie rät unter anderem zur Bestimmung von Blutbild, TSH, Vitamin B12, Leberwerten und einem toxikologischen Screening.
Die EKT wird gemäß Leitlinie bei fehlendem Ansprechen auf Medikamente, psychotischen Symptomen oder akuter Suizidalität eingesetzt. Sie zeichnet sich durch einen besonders schnellen Wirkeintritt aus.
Die Leitlinie nennt Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als Erstlinientherapie. Bei begleitenden Schmerzen oder starker Fatigue können auch Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) als erste Wahl eingesetzt werden.
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Quelle: StatPearls: Depression (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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