Dabrafenib bei NSCLC: Therapie bei BRAF-V600-Mutation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht (2017) bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Dabrafenib in Kombination mit Trametinib. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC), die eine BRAF-V600-Mutation aufweisen.
Die Bewertung unterscheidet zwischen zwei Patientengruppen: solchen ohne Vorbehandlung und solchen, die bereits eine Vorbehandlung erhalten haben.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) je nach Vorbehandlung und Allgemeinzustand (ECOG-PS) verschiedene Optionen fest. Dazu gehören platinbasierte Chemotherapien, Monotherapien mit Docetaxel, Pemetrexed oder Nivolumab sowie Best supportive Care (BSC).
Empfehlungen
Bewertungsgrundlage
Für die Nutzenbewertung lagen keine randomisierten kontrollierten Studien (RCT) vor, die Dabrafenib plus Trametinib direkt mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen. Der pharmazeutische Unternehmer reichte stattdessen Daten aus einer einarmigen Studie (BRF113928) sowie retrospektive Vergleiche ein.
Patientinnen und Patienten ohne Vorbehandlung
Laut IQWiG sind die vorgelegten Daten für nicht vorbehandelte Personen aufgrund hoher Unsicherheiten und geringer Patientenzahlen nicht aussagekräftig. Zudem war die Vergleichbarkeit der Studienpopulationen unzureichend.
Entsprechend wird für diese Patientengruppe festgestellt:
-
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
-
Die Schätzungen zum Gesamtüberleben sind zu unpräzise für eine valide Aussage.
Vorbehandelte Patientinnen und Patienten
Auch für die Gruppe der vorbehandelten Personen stuft das IQWiG die Datenbasis als unzureichend ein. Aufseiten der Vergleichstherapie lagen lediglich Daten von fünf Personen vor, von denen nur drei die festgelegte Vergleichstherapie erhielten.
Daraus ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:
-
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
-
Eine valide Aussage zu Vor- oder Nachteilen der Kombinationstherapie ist auf dieser Basis nicht möglich.
Dosierung
| Wirkstoff | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Dabrafenib | 150 mg 2-mal täglich | Fortgeschrittenes NSCLC mit BRAF-V600-Mutation |
| Trametinib | 2 mg 1-mal täglich | Fortgeschrittenes NSCLC mit BRAF-V600-Mutation (in Kombination) |
Kontraindikationen
Diagnostik und Überwachung
Vor der Einnahme muss die BRAF-V600-Mutation durch einen validierten Test nachgewiesen sein. Der Bericht listet zahlreiche Ereignisse auf, die eine engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine Dosisanpassung erfordern:
-
Kutanes Plattenepithelkarzinom und neue primäre Melanome
-
Nicht kutane maligne Erkrankungen
-
Verringerung der linksventrikulären Auswurffraktion (LVEF)
-
Interstitielle Lungenkrankheit (ILK) und Pneumonitis
-
Sehstörungen, Blutungen und Nierenversagen
Interaktionen und Einnahmehinweise
Es wird auf Wechselwirkungen mit starken Inhibitoren oder Induktoren von CYP2C8 und CYP3A4 hingewiesen. Protonenpumpeninhibitoren können den pH-Wert im Magen erhöhen und so die Bioverfügbarkeit von Dabrafenib reduzieren.
Die Einnahme muss strikt nüchtern erfolgen, mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit. Da Dabrafenib die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptiva verringern kann, wird eine alternative Verhütungsmethode empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht wird die Bioverfügbarkeit von Dabrafenib durch magensäurehemmende Medikamente wie Protonenpumpeninhibitoren (PPI) reduziert. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Einnahme zwingend nüchtern (mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit) erfolgen muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Dabrafenib in Kombination mit Trametinib bei NSCLC mit BRAF-V600-Mutation mangels geeigneter Studiendaten nicht belegt. Dies gilt sowohl für vorbehandelte als auch für nicht vorbehandelte Patientinnen und Patienten.
Die Standarddosierung beträgt 150 mg Dabrafenib zweimal täglich in Kombination mit 2 mg Trametinib einmal täglich. Die Einnahme erfolgt nüchtern.
Vor Beginn der Behandlung muss das Vorliegen einer BRAF-V600-Mutation durch einen validierten Test zwingend nachgewiesen werden.
Der Bericht nennt unter anderem Pyrexie, Uveitis, eine verringerte linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) sowie interstitielle Lungenkrankheiten (ILK) als Ereignisse, die eine Dosisreduktion oder einen Therapieabbruch erfordern können.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A17-17: Dabrafenib (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A17-16: Trametinib (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A24-101: Binimetinib und Encorafenib (NSCLC) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A18-59: Dabrafenib (Melanom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A13-35: Dabrafenib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A15-40: Trametinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen