NICEA2023Pneumologie

COPD: Diagnostik, Therapie und Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie (NG115) behandelt die Diagnostik und das Management der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) bei Personen ab 16 Jahren. Sie zielt darauf ab, eine frühere Diagnosestellung zu ermöglichen und die Lebensqualität durch evidenzbasierte Therapien zu verbessern.

COPD ist eine heterogene Erkrankung, bei der die Schweregradbeurteilung nicht auf einem einzelnen Parameter beruhen kann. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer multidisziplinären Betreuung und einer individuellen Therapieanpassung.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen Asthma und COPD sowie der optimalen Nutzung von Inhalationstherapien. Zudem werden Strategien zur Prävention und Behandlung von Exazerbationen detailliert beschrieben.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik

Es wird empfohlen, eine COPD bei Personen über 35 Jahren mit Risikofaktoren (meist Rauchen) und typischen Symptomen wie Belastungsdyspnoe, chronischem Husten oder Giemen zu vermuten. Zur Bestätigung der Diagnose wird eine Post-Bronchodilatator-Spirometrie gefordert.

Die Leitlinie empfiehlt, die Atemnot anhand der MRC-Dyspnoe-Skala zu quantifizieren:

GradAusmaß der Atemnot
1Nur bei starker körperlicher Anstrengung
2Beim Beeilen oder leichten Bergaufgehen
3Geht langsamer als Gleichaltrige oder muss beim Gehen anhalten
4Muss nach ca. 100 Metern oder wenigen Minuten anhalten
5Zu kurzatmig, um das Haus zu verlassen, oder beim An-/Ausziehen

Zur Schweregradeinteilung der Atemwegsobstruktion wird folgende Klassifikation basierend auf dem FEV1-Wert empfohlen:

SchweregradFEV1/FVCFEV1 % des Sollwerts
Mild< 0,7≥ 80%
Moderat< 0,750–79%
Schwer< 0,730–49%
Sehr schwer< 0,7< 30%

Therapie der stabilen COPD

Als initiale empirische Therapie zur Linderung von Atemnot werden kurzwirksame Bronchodilatatoren (SABA/SAMA) empfohlen. Bei anhaltender Atemnot oder Exazerbationen trotz optimierter Basistherapie wird eine Eskalation der Inhalationstherapie angeraten.

Die Leitlinie empfiehlt folgende Kombinationstherapien:

  • LAMA+LABA bei bestätigter COPD ohne asthmatische Eigenschaften.

  • LABA+ICS bei Vorliegen asthmatischer Eigenschaften oder Hinweisen auf Steroidansprechen.

  • LAMA+LABA+ICS (Triple-Therapie) bei schweren oder wiederholten Exazerbationen oder anhaltender Einschränkung der Lebensqualität.

Es wird betont, dass die Raucherentwöhnung bei jedem Kontakt gefördert werden sollte. Zudem wird eine pulmonale Rehabilitation für alle Personen empfohlen, die sich durch die COPD funktionell eingeschränkt fühlen (meist ab MRC-Grad 3).

Management von Exazerbationen

Bei einer Exazerbation muss laut Leitlinie zunächst entschieden werden, ob eine ambulante oder stationäre Behandlung erforderlich ist. Hierfür werden verschiedene klinische Faktoren herangezogen:

FaktorBehandlung zu HauseBehandlung im Krankenhaus
AtemnotMildSchwer
AllgemeinzustandGutSchlecht / verschlechternd
Zyanose / periphere ÖdemeNeinJa
BewusstseinslageNormalEingeschränkt
SaO2≥ 90%< 90%

Bei stationärer Aufnahme wird eine systemische Kortikosteroidtherapie in Kombination mit anderen Therapien empfohlen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Bei persistierender hyperkapnischer respiratorischer Insuffizienz gilt die nicht-invasive Beatmung (NIV) als Therapie der Wahl.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungen für die medikamentöse Therapie:

MedikamentDosierungIndikation
Prednisolon (oral)30 mg täglich für 5 TageAkute Exazerbation der COPD
Azithromycin (oral)250 mg dreimal wöchentlichProphylaxe bei häufigen Exazerbationen (Off-Label)

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät von der routinemäßigen Anwendung oraler Kortikosteroide zur Langzeittherapie ab. Zudem wird davor gewarnt, mukolytische Medikamente routinemäßig zur Prävention von Exazerbationen bei stabiler COPD einzusetzen.

Es wird explizit davon abgeraten, eine Langzeit-Sauerstofftherapie bei Personen durchzuführen, die trotz Hilfsangeboten weiterhin rauchen. Die Leitlinie warnt in diesem Zusammenhang vor der Gefahr von Verbrennungen und Bränden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte die Wirksamkeit einer Bronchodilatator-Therapie niemals allein anhand der Lungenfunktion (FEV1) beurteilt werden. Es wird empfohlen, stattdessen Symptomverbesserungen, die Bewältigung von Alltagsaktivitäten und die Belastungstoleranz in die Bewertung einzubeziehen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein oraler Kortikosteroid-Reversibilitätstest nicht geeignet ist, um das Ansprechen auf inhalative Kortikosteroide vorherzusagen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Triple-Therapie (LAMA+LABA+ICS), wenn unter einer dualen Therapie weiterhin schwere oder häufige Exazerbationen auftreten. Zudem kann sie erwogen werden, wenn die alltäglichen Symptome die Lebensqualität weiterhin stark beeinträchtigen.

Es wird eine Therapiedauer von 5 Tagen mit einer Dosis von 30 mg Prednisolon täglich empfohlen. Die Leitlinie betont, dass längere Gaben vermieden werden sollten, um Nebenwirkungen zu minimieren.

Eine Langzeit-Sauerstofftherapie wird bei einem PaO2 unter 7,3 kPa im stabilen Zustand empfohlen. Bei einem PaO2 zwischen 7,3 und 8 kPa wird sie angeraten, wenn zusätzlich eine sekundäre Polyzythämie, periphere Ödeme oder eine pulmonale Hypertonie vorliegen.

Die Leitlinie rät davon ab, Mukolytika routinemäßig zur Prävention von Exazerbationen bei stabiler COPD einzusetzen. Sie sollten nur bei chronischem, produktivem Husten erwogen und bei fehlender symptomatischer Besserung wieder abgesetzt werden.

Laut Leitlinie sprechen ein Alter unter 35 Jahren bei Symptombeginn, nächtliches Erwachen mit Atemnot und eine signifikante Tag-zu-Tag-Variabilität der Symptome eher für Asthma. Ein chronisch produktiver Husten und eine progrediente Atemnot deuten hingegen auf eine COPD hin.

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Quelle: Chronic obstructive pulmonary disease in over 16s: diagnosis and management (NICE, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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