StatPearls2026

Capgras-Syndrom: Diagnostik, Management und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Capgras-Syndrom (CS) ist ein wahnhaftes Fehlidentifikationssyndrom. Betroffene haben die falsche Überzeugung, dass eine ihnen nahestehende Person, ein Tier oder ein Gegenstand durch einen identischen Doppelgänger ersetzt wurde.

Laut der StatPearls-Zusammenfassung tritt das Syndrom sowohl bei psychiatrischen als auch bei neurologischen Erkrankungen auf. Häufige Begleiterkrankungen sind Schizophrenie, Alzheimer-Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und fortgeschrittener Morbus Parkinson.

Pathophysiologisch wird eine Unterbrechung der neuronalen Bahnen zwischen dem Temporallappen (zuständig für die Gesichtserkennung) und dem limbischen System (zuständig für die emotionale Verarbeitung) vermutet. Dies führt dazu, dass bekannte Gesichter keine adäquate emotionale Reaktion mehr auslösen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zu Diagnostik und Management:

Diagnostik und Differenzialdiagnostik

Die Diagnose des Capgras-Syndroms wird primär klinisch gestellt. Es wird jedoch dringend empfohlen, organische Ursachen durch Laboruntersuchungen und Bildgebung auszuschließen.

Folgende Differenzialdiagnosen und Begleiterkrankungen sind laut Quelle bei der Evaluation zu beachten:

ErkrankungsgruppeKlinische Merkmale und Abgrenzung
DelirSchwankende Bewusstseinslagen und kognitive Defizite (fehlen bei reinen Wahnstörungen)
Substanzinduzierte StörungenAssoziation mit Amphetaminen, Kokain, Halluzinogenen, Alkohol oder Steroiden
SchizophrenieMeist bizarre Wahnvorstellungen mit begleitenden Halluzinationen
Organische UrsachenAusschluss von ZNS-Läsionen, Vitamin-B12-Mangel, Diabetes mellitus und Hypothyreose erforderlich

Therapie und Management

Die Behandlung gestaltet sich aufgrund der fehlenden Krankheitseinsicht oft schwierig. Es werden folgende Kernstrategien empfohlen:

  • Pharmakotherapie: Der Einsatz von Antipsychotika wird zur Symptomkontrolle empfohlen. Zudem sollte die zugrunde liegende Primärerkrankung zielgerichtet medikamentös behandelt werden.

  • Psychotherapie: Eine psychodynamische Therapie und der Aufbau einer therapeutischen Allianz sind essenziell. Es wird ausdrücklich geraten, eine direkte Konfrontation mit den Wahnvorstellungen zu vermeiden.

  • Stationäre Aufnahme: Bei Gefahr von Selbstverletzung oder Gewalt gegenüber anderen wird eine Hospitalisierung empfohlen.

Angehörigenbetreuung

Da ein erhöhtes Risiko für aggressive Übergriffe auf die fehlidentifizierte Person besteht, ist die Einbindung und Aufklärung der Angehörigen essenziell.

Es wird eine verstärkte auditive Kommunikation empfohlen. Angehörige sollten sich ankündigen und sprechen, bevor sie in das Blickfeld des Betroffenen treten, um emotionale Verbindungen besser aufzubauen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der StatPearls-Zusammenfassung ist das signifikante Gewaltrisiko gegenüber der fehlidentifizierten Person. Es wird nachdrücklich empfohlen, die Wahnvorstellungen des Betroffenen nicht direkt zu konfrontieren. Stattdessen sollte eine auditive Kontaktaufnahme durch die Angehörigen gefördert werden, bevor ein visueller Kontakt stattfindet.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls liegt dem Syndrom oft eine strukturelle Hirnschädigung zugrunde, insbesondere in bifrontalen, rechts-limbischen und temporalen Regionen. Es tritt häufig als Begleitsymptom bei Schizophrenie, Demenzerkrankungen oder Morbus Parkinson auf.

Die Diagnose wird rein klinisch anhand der Symptomatik gestellt. Die Quelle betont jedoch, dass zwingend Labor- und Bildgebungsuntersuchungen erfolgen sollten, um behandelbare organische Ursachen wie einen Vitamin-B12-Mangel auszuschließen.

Es wird ein erhöhtes Risiko für Aggressionen und Gewalt gegenüber der fehlidentifizierten Person beschrieben. Bei akuter Fremd- oder Eigengefährdung wird eine stationäre Aufnahme empfohlen.

Es wird empfohlen, dass Angehörige primär über das Gehör Kontakt aufnehmen und sich aus dem Hintergrund ankündigen. Dies hilft, die fehlende emotionale Verknüpfung bei der rein visuellen Gesichtserkennung zu umgehen.

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Quelle: StatPearls: Capgras Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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