Beckenbänder (Ligamente): Anatomie und Diagnostik
Hintergrund
Die knöcherne Integrität des Beckens wird durch verschiedene Bänder unterstützt, die der Beckenhöhle flexible Stabilität verleihen. Diese Strukturen tragen zudem maßgeblich zur Stützung der inneren Beckenorgane bei.
Ein Trauma oder die Überdehnung dieser Bänder kann zu ausgeprägten Schmerzsyndromen führen. Eine Dysfunktion des Beckenbodens kann zudem die Harn-, Darm- und Sexualfunktion erheblich beeinträchtigen.
Die embryologische Entwicklung der Beckenbänder beginnt mit undifferenziertem Mesenchymgewebe in der 9. bis 12. Fetalwoche. Zwischen der 13. und 20. Woche bildet sich daraus straffes Bindegewebe.
Empfehlungen
Der StatPearls-Artikel beschreibt die wesentlichen anatomischen Strukturen und deren klinische Relevanz.
Anatomie der zentralen Beckenbänder
Die wichtigsten Bänder des Beckens, die bei beiden Geschlechtern vorkommen, werden wie folgt klassifiziert:
| Bandstruktur | Ursprung / Verlauf | Funktion / Besonderheit |
|---|---|---|
| Ligamentum sacrotuberale | Vom Kreuzbein/Darmbein zum Tuber ischiadicum | Fächerförmig, stabilisiert das posteriore Becken |
| Ligamentum sacrospinale | Vom unteren Kreuzbein/Steißbein zur Spina ischiadica | Unterteilt das Foramen ischiadicum majus und minus |
| Ligamentum iliolumbale | Vom 5. Lendenwirbel zur Crista iliaca | Stabilisiert das lumbosakrale Gelenk (V-förmig) |
Spezifische weibliche Beckenbänder
Der Text unterteilt die weiblichen Beckenbänder in verschiedene funktionelle Gruppen:
-
Das Ligamentum latum uteri (breites Mutterband) als peritoneale Falte, unterteilt in Mesovarium, Mesosalpinx und Mesometrium.
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Bänder des Ovars, einschließlich des Ligamentum ovarii proprium und des Ligamentum suspensorium ovarii.
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Bänder des Uterus, zu denen das Ligamentum teres uteri, das Ligamentum cardinale, das Ligamentum pubocervicale und das Ligamentum uterosacrale gehören.
Schwangerschaftsbedingte Dysfunktion
Bei beckengürtelbezogenen Schmerzen im dritten Trimenon werden konservative Maßnahmen wie Beckenstützgurte, einfache Analgetika und Physiotherapie beschrieben.
Bei einem postpartalen Beckenorganprolaps wird zunächst ein konservatives Vorgehen mit Vaginalpessarien und Beckenbodentraining angeführt. Bei Versagen dieser Maßnahmen wird eine chirurgische Korrektur, wie etwa die Fixation am Ligamentum sacrospinale, als Option genannt.
Pudendusnerven-Kompression (Radfahrer-Syndrom)
Eine Einklemmung des Nervus pudendus erfolgt typischerweise zwischen dem Ligamentum sacrotuberale und dem Ligamentum sacrospinale. Als Leitsymptom wird starker Schmerz beim Sitzen beschrieben.
Zur Diagnostik kann ein MRT des Nervus pudendus herangezogen werden. Therapeutisch wird zunächst eine ultraschallgesteuerte Nervenblockade und bei Therapieversagen eine chirurgische Dekompression angeführt.
Lumbosakrale Schmerzsyndrome
Bei lumbosakralen Verstauchungen durch Traumata oder schnelle Bewegungen wird eine Entlastung von gewichtstragenden Aktivitäten empfohlen.
Zur Symptomlinderung werden Kältekompressionen, lokale Massagen, entzündungshemmende Medikamente und Physiotherapie aufgeführt.
💡Praxis-Tipp
Bei Personen mit starken perinealen Schmerzen, die primär beim Sitzen auftreten, wird im Text auf die Möglichkeit einer Pudendusnerven-Kompression (Radfahrer-Syndrom) hingewiesen. Es wird beschrieben, dass der Nerv häufig zwischen dem Ligamentum sacrotuberale und dem Ligamentum sacrospinale eingeklemmt ist, was zu Taubheitsgefühlen und Inkontinenz führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text wird das Iliosakralgelenk primär durch das Ligamentum sacroiliacum interosseum stabilisiert, welches die stärkste Stütze bietet. Zusätzlich wird es durch anteriore und posteriore sakroiliakale Bänder verstärkt.
Als Radfahrer-Syndrom wird die Einklemmung des Nervus pudendus zwischen den Beckenbändern bezeichnet. Der Artikel beschreibt als Hauptsymptom starke Schmerzen beim Sitzen, oft begleitet von genitaler Taubheit.
Bei asymptomatischen Verläufen wird ein konservatives Vorgehen mit Vaginalpessarien und Beckenbodentraining beschrieben. Bei symptomatischen Fällen, die nicht auf konservative Maßnahmen ansprechen, wird eine chirurgische Korrektur angeführt.
Das breite Mutterband ist eine peritoneale Falte, die sich von den seitlichen Beckenwänden zum Uterus erstreckt. Es wird anatomisch in das Mesovarium, die Mesosalpinx und das Mesometrium unterteilt.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Ligaments (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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