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Rosazea: S2k-Leitlinie zur Diagnostik & Therapie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Einteilung der Rosazea erfolgt nun nach Phänotypen (Symptomen) statt nach den alten starren Subtypen.
  • Basistherapie für alle Patienten umfasst konsequenten UV-Schutz und die Vermeidung individueller Triggerfaktoren.
  • Zur topischen Therapie persistierender Erytheme werden Vasokonstriktoren wie Brimonidin empfohlen.
  • Bei papulopustulöser Rosazea sind topisches Ivermectin, Azelainsäure oder Metronidazol indiziert.
  • Systemische Therapie der 1. Wahl ist niedrigdosiertes Doxycyclin (40 mg), bei schweren Formen in Kombination mit topischen Präparaten.
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Hintergrund

Die Rosazea ist eine häufige, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vorwiegend zentrofazial (Wangen, Nase, Stirn, Kinn) bei Erwachsenen auftritt. Die Einteilung erfolgt nach der aktuellen Leitlinie nicht mehr in starre Subtypen (I-III), sondern flexibel nach Phänotypen (Symptomen), um die klinische Realität besser abzubilden:

KategorieSymptome
DiagnostischPhymatöse Veränderungen, persistierendes Erythem (verschlechtert durch Trigger)
Major-SymptomeFlushing (transientes Erythem), Papeln und Pusteln, Teleangiektasien
Minor-SymptomeBrennen, Stechen, Trockenheitsgefühl, Ödem/Schwellung

Allgemeine Maßnahmen

Die Vermeidung individueller Provokationsfaktoren (↑↑) und ein konsequenter UV-Schutz (↑↑) bilden die Basis der Therapie.

Häufige Triggerfaktoren sind:

  • UV-Strahlung und Hitze (heißes Wetter, heiße Bäder)
  • Emotionaler Stress
  • Scharfe Speisen und heiße Getränke
  • Alkohol (führt zur Vasodilatation)

Topische Therapie

Die topische Therapie richtet sich nach dem vorherrschenden Phänotyp. Bei therapieresistenten oder schweren Formen wird die Kombination mit einer systemischen Therapie empfohlen (↑↑).

WirkstoffIndikationBemerkung / Evidenz
Brimonidin (0,33% Gel)Persistierende ErythemeVasokonstriktor, rein symptomatische Wirkung (↑↑)
Ivermectin (1% Creme)Papulopustulöse RosazeaAntiparasitär (Demodex-Milben) und antientzündlich (↑↑)
Azelainsäure (15% Gel)Papulopustulöse RosazeaAntibakteriell und antientzündlich (↑↑)
Metronidazol (0,75%)Papulopustulöse RosazeaStandardtherapie, antientzündlich (↑↑)

Systemische und Kombinierte Therapie

Eine systemische Therapie ist bei schweren oder therapieresistenten Formen indiziert (↑↑).

WirkstoffDosisIndikationBemerkung
Doxycyclin40 mg/d1. Wahl bei papulopustulöser FormSubantimikrobielle, antientzündliche Dosierung (↑↑)
Isotretinoin0,1-0,3 mg/kgSchwere/therapieresistente FormenOff-Label-Use, teratogen ()
MakrolideVariabelAlternative zu DoxycyclinZ.B. bei Kontraindikationen gegen Tetrazykline

Kombinationstherapie: Bei schweren Formen wird die Kombination von niedrig dosiertem Doxycyclin (40 mg) mit topischem Ivermectin (↑↑), Metronidazol () oder Azelainsäure () empfohlen.

Lasertherapie und chirurgische Interventionen

  • Teleangiektasien und Erytheme: Lasertherapie oder intensiv gepulste Lichtquelle (IPL) als ergänzende Option.
  • Phyme (z.B. Rhinophym): Ablative Lasertherapie (CO2, Er:YAG) (↑↑) oder operative Korrektur mittels Dermabrasion/Dermashaving ().

Okuläre Rosazea

Eine Augenbeteiligung tritt bei bis zu 50 % der Patienten auf, oft unabhängig von der Schwere der Hautsymptome. Typisch sind eine Meibom-Drüsen-Funktionsstörung und ein evaporatives trockenes Auge.

  • Die Diagnose wird rein klinisch gestellt.
  • Als allgemeine Basismaßnahme wird eine konsequente Lidrandhygiene empfohlen (↑↑).

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei systemischer Indikation die antiinflammatorische Dosis von Doxycyclin (40 mg mit veränderter Wirkstofffreisetzung). Diese wirkt nicht antimikrobiell, verhindert Resistenzentwicklungen und ist deutlich besser verträglich als die klassische 100-mg-Dosierung.

Häufig gestellte Fragen

Topisch werden Ivermectin (1%), Azelainsäure (15%) oder Metronidazol (0,75%) empfohlen. Bei schweren Formen ist systemisches Doxycyclin (40 mg) die 1. Wahl.
Nur mit konsequentem UV-Schutz (Breitspektrum), da UV-Strahlung ein Haupttrigger für Schübe ist und entzündliche Prozesse in der Haut verstärkt.
Primär durch ablative Lasertherapie (CO2, Er:YAG) oder operative Korrektur mittels Dermabrasion bzw. Dermashaving.
Es gibt keine spezielle Rosazea-Diät, aber gefäßerweiternde Lebensmittel wie Alkohol, scharfe Gewürze und sehr heiße Speisen/Getränke sollten gemieden werden.
Die Diagnose wird rein klinisch anhand von Symptomen wie Meibom-Drüsen-Dysfunktion, Lidrandrötung und trockenem Auge gestellt. Es gibt keinen spezifischen Labortest.

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