StatPearls2026

Ateminsuffizienz: Diagnostik und Beatmungsindikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie definiert die Ateminsuffizienz als die Unfähigkeit des respiratorischen Systems, den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen oder Kohlendioxid abzuatmen. Unbehandelt kann dieser Zustand lebensbedrohlich werden und zu Atemstillstand, Koma oder Tod führen.

Es wird zwischen zwei Haupttypen unterschieden. Die Typ-1-Ateminsuffizienz ist durch eine Hypoxämie (PaO2 unter 60 mmHg) gekennzeichnet. Die Typ-2-Ateminsuffizienz wird durch eine Hyperkapnie (PaCO2 über 45 mmHg) aufgrund eines Versagens der Atempumpe oder einer erhöhten Kohlendioxidproduktion definiert.

Die Inzidenz ist stark von der zugrunde liegenden Ursache abhängig. Zu den häufigsten Auslösern zählen das akute Atemnotsyndrom (ARDS), Exazerbationen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie schwere Infektionen.

Empfehlungen

Diagnostik und Evaluation

Als Goldstandard für die Diagnose einer Ateminsuffizienz wird die arterielle Blutgasanalyse (BGA) beschrieben. Diese ermöglicht die Beurteilung von Oxygenierung und Ventilation sowie die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Verläufen.

Für die bettseitige Sofortdiagnostik bei akuter Ateminsuffizienz wird das BLUE-Protokoll (Bedside Lung Ultrasound in Emergency) hervorgehoben. Es ordnet klinische Zustände spezifischen Ultraschall-Profilen zu:

Klinischer ZustandUltraschall-Profil (BLUE-Protokoll)
Normale LungenoberflächeBat-Sign, Lung-Sliding, A-Linien
Interstitielles SyndromLung-Rockets
LungenkonsolidierungFraktal- und Gewebe-Zeichen
PleuraergussQuad- und Sinusoid-Zeichen
PneumothoraxStratosphären-Zeichen, Lung-Point

Zusätzlich werden folgende diagnostische Modalitäten empfohlen:

  • Pulsoxymetrie zur nicht-invasiven Überwachung der Sauerstoffsättigung

  • Kapnometrie zur Messung des exspirierten Kohlendioxids, insbesondere zur Erkennung von Totraumventilation

  • Bildgebende Verfahren wie Röntgen-Thorax oder Computertomographie je nach klinischem Verdacht

Therapie der Hypoxämie

Das primäre Ziel der Sauerstofftherapie ist die Aufrechterhaltung einer adäquaten Gewebeoxygenierung. Es wird ein Zielwert für den arteriellen Sauerstoffpartialdruck (PaO2) von 60 mmHg oder eine Sauerstoffsättigung (SaO2) von etwa 90 % angestrebt.

Die inspiratorische Sauerstofffraktion sollte auf das niedrigste Niveau eingestellt werden, das für eine ausreichende Gewebeoxygenierung erforderlich ist.

Ventilatorische Unterstützung

Bei schwerer akuter Ateminsuffizienz ist in der Regel eine Intubation erforderlich. Die Ziele der Beatmung umfassen die Korrektur von Hypoxämie und akuter respiratorischer Azidose sowie die Entlastung der Atemmuskulatur.

Als häufige Indikationen für eine mechanische Beatmung werden genannt:

  • Apnoe oder Atemstillstand

  • Tachypnoe mit einer Atemfrequenz von über 30 Atemzügen pro Minute

  • Bewusstseinsstörungen oder Koma

  • Hämodynamische Instabilität

  • Versagen der Sauerstofftherapie (PaO2 bleibt bei 55 bis 60 mmHg)

  • Hyperkapnie mit einem arteriellen pH-Wert unter 7,25

Eine nicht-invasive Beatmung (NIV) wird insbesondere bei COPD-Exazerbationen, kardiogenem Lungenödem und Adipositas-Hypoventilationssyndrom bevorzugt.

Kontraindikationen

Es wird vor einer unkontrollierten Sauerstoffgabe gewarnt. Eine übermäßige Sauerstoffsupplementierung kann zu Sauerstofftoxizität und einer CO2-Narkose führen.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird empfohlen, bei der Sauerstofftherapie die inspiratorische Sauerstoffkonzentration auf das niedrigste effektive Niveau (Sauerstoffsättigung von 90 bis 94 %) einzustellen, um das Risiko einer CO2-Narkose zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Die Typ-1-Ateminsuffizienz ist durch eine Hypoxämie (PaO2 unter 60 mmHg) gekennzeichnet. Die Typ-2-Ateminsuffizienz zeichnet sich durch eine zusätzliche Hyperkapnie (PaCO2 über 45 mmHg) mit einem pH-Wert unter 7,35 aus.

Als Goldstandard gilt die arterielle Blutgasanalyse (BGA). Sie ermöglicht die genaue Beurteilung von Oxygenierung, Ventilation und dem Säure-Basen-Haushalt.

Eine NIV wird laut Leitlinie besonders bei Exazerbationen einer COPD, bei kardiogenem Lungenödem und beim Adipositas-Hypoventilationssyndrom bevorzugt eingesetzt.

Es wird ein Zielwert für die Sauerstoffsättigung (SaO2) von etwa 90 % angestrebt. Die Sauerstoffgabe sollte auf das niedrigste notwendige Niveau beschränkt werden.

Im Rahmen des BLUE-Protokolls weisen das Stratosphären-Zeichen und der Lung-Point auf einen Pneumothorax hin.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Respiratory Failure in Adults (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.