StatPearls2026

Atazanavir: Indikation, Dosierung und Nebenwirkungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt den Einsatz von Atazanavir zur Behandlung von HIV-1-Infektionen. Es handelt sich um einen Protease-Inhibitor, der in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten eingesetzt wird.

Das Ziel der lebenslangen Therapie ist die Unterdrückung der Virusreplikation und der Erhalt der CD4-Zellzahl. Dadurch soll das Fortschreiten zu AIDS sowie die Virusübertragung verhindert werden.

Atazanavir hemmt die HIV-Protease, was zu einer unvollständigen Virusverpackung führt. Ein bekannter Off-Target-Effekt ist die Hemmung des Enzyms UGT1A1, was zu einem Anstieg des Bilirubins führen kann.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von Atazanavir:

Indikation und Einsatz

Laut Leitlinie ist Atazanavir für therapienaive und therapieerfahrene Patienten mit HIV-1 zugelassen.

Es wird eine Kombinationstherapie empfohlen, um die Viruslast effektiv zu senken und Resistenzen zu vermeiden.

Off-Label wird der Wirkstoff gelegentlich zur Postexpositionsprophylaxe eingesetzt, beispielsweise nach Nadelstichverletzungen.

Spezielle Patientengruppen

Für Kinder unter 3 Monaten wird Atazanavir nicht empfohlen, da das Risiko für einen Kernikterus besteht.

In der Schwangerschaft wird laut Leitlinie die Kombination mit Ritonavir empfohlen.

Die Kombination mit Cobicistat sollte in der Schwangerschaft vermieden werden, da ein virologisches Versagen droht.

Monitoring

Die Leitlinie empfiehlt vor und während der Therapie regelmäßige Kontrollen:

  • Bestimmung des Kreatininwerts zu Beginn und im Verlauf

  • Leberfunktionstests bei Therapiebeginn, nach 2 bis 8 Wochen sowie alle 3 bis 6 Monate

  • Lipidprofil und Urinanalyse alle 6 bis 12 Monate

  • Nüchternglukose bei Baseline, nach 3 bis 6 Monaten und danach jährlich

  • EKG-Kontrollen bei Patienten mit kardialen Vorerkrankungen oder Symptomen

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt folgende Dosierungsschemata für Atazanavir:

Erwachsene

PatientenstatusAtazanavir-DosisBooster-Dosis
Therapienaiv (geboostert)300 mg täglich100 mg Ritonavir ODER 150 mg Cobicistat
Therapienaiv (ungeboostert)400 mg täglichKeine
Therapieerfahren300 mg täglich100 mg Ritonavir ODER 150 mg Cobicistat

Kinder und Jugendliche (Kapselform)

Alter und GewichtAtazanavir-DosisBooster-Dosis
6-17 Jahre, 15-34,9 kg200 mg täglich100 mg Ritonavir
6-17 Jahre, >35 kg300 mg täglich100 mg Ritonavir ODER 150 mg Cobicistat

Kinder (Orales Pulver)

GewichtAtazanavir-DosisBooster-Dosis
5-14,9 kg200 mg täglich80 mg Ritonavir
15-24,9 kg250 mg täglich80 mg Ritonavir
>25 kg300 mg täglich100 mg Ritonavir

Nieren- und Leberinsuffizienz

EinschränkungAnpassung
Leberinsuffizienz (Child-Pugh B)300 mg täglich (ohne Ritonavir)
Hämodialyse (therapienaiv)300 mg + 100 mg Ritonavir täglich

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für den Einsatz von Atazanavir:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme)

  • Schwangerschaft in Kombination mit Cobicistat

  • Säuglinge unter 3 Monaten

  • Hämodialyse bei therapieerfahrenen Patienten

Zudem wird vor der gleichzeitigen Anwendung von Medikamenten gewarnt, die über CYP3A4, CYP1A2 oder CYP2C9 metabolisiert werden. Relevante Interaktionen bestehen laut Leitlinie unter anderem mit Warfarin, Irinotecan, Diltiazem, Simvastatin und Johanniskraut.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor der Entwicklung eines Immunrekonstitutionssyndroms (IRIS) nach Beginn der antiretroviralen Therapie. Es wird empfohlen, auf akute generalisierte oder lokale Entzündungsreaktionen zu achten, da diese auf eine Demaskierung opportunistischer Infektionen hindeuten können. Zudem wird betont, dass Atazanavir das Enzym UGT1A1 hemmt, was häufig zu einer gutartigen Hyperbilirubinämie und einem Ikterus führt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie beträgt die Standarddosis für Erwachsene 300 mg Atazanavir täglich in Kombination mit 100 mg Ritonavir oder 150 mg Cobicistat. Bei therapienaiven Patienten ist auch eine ungeboosterte Gabe von 400 mg täglich möglich.

Die Leitlinie erlaubt den Einsatz in der Schwangerschaft, empfiehlt jedoch ausdrücklich die Kombination mit Ritonavir. Die gleichzeitige Gabe von Cobicistat ist kontraindiziert, da ein virologisches Versagen droht.

Es wird empfohlen, regelmäßig Kreatinin, Leberwerte, das Lipidprofil sowie die Nüchternglukose zu überwachen. Zudem ist eine Urinanalyse alle 6 bis 12 Monate vorgesehen.

Atazanavir kann laut Leitlinie zu einer Verlängerung des PR-Intervalls und einem AV-Block ersten Grades führen. Bei Patienten mit kardialen Vorerkrankungen wird daher ein EKG empfohlen.

Der Wirkstoff hemmt das Enzym UGT1A1, welches für die Glukuronidierung von Bilirubin verantwortlich ist. Dies führt laut Leitlinie häufig zu einer Hyperbilirubinämie und einem sichtbaren Ikterus.

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Quelle: StatPearls: Atazanavir (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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