StatPearls2026

Arsenvergiftung: Diagnostik und Chelat-Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Arsenvergiftungen stellen ein weltweites Gesundheitsproblem dar, das meist durch kontaminiertes Trinkwasser, Böden oder Lebensmittel verursacht wird. Laut der StatPearls-Leitlinie handelt es sich bei Arsen um ein ubiquitäres, fast geschmack- und geruchloses Metalloid.

Es kommt in anorganischen, organischen und gasförmigen Formen vor. Dabei gelten anorganische Verbindungen, insbesondere das trivalente Arsenit, als toxischer im Vergleich zu organischen Formen.

Arsingas stellt die toxischste Form dar und wirkt primär hämolytisch. Die Toxizität von Arsen beruht unter anderem auf der Hemmung der zellulären Atmung und der ATP-Bildung.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt als besten Indikator für eine Arsenexposition die Bestimmung der Arsenkonzentration im 24-Stunden-Sammelurin. Eine Exposition gilt als bestätigt bei Werten von über 50 Mikrogramm/L oder über 100 Mikrogramm Gesamtarsen.

Es wird geraten, fünf Tage vor der nicht-akuten Urinsammlung auf den Verzehr von Meeresfrüchten zu verzichten, da diese organische Arsenverbindungen enthalten. Serum-Arsenspiegel werden als nicht effektiv oder zuverlässig eingestuft, da Arsen schnell aus dem Blutkreislauf eliminiert wird.

Klinisches Management

Patienten mit einer Arsenvergiftung sollten laut Leitlinie auf einer Intensivstation überwacht werden. Es wird eine aggressive Volumentherapie, Blutdruckunterstützung und ein kontinuierliches Herzmonitoring empfohlen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Überwachung der QTc-Zeit, wobei Elektrolyte wie Kalium, Calcium und Magnesium im Normbereich gehalten werden sollten.

Chelat-Therapie

Die Leitlinie betont, dass eine Chelat-Therapie bei schwer kranken Personen nicht bis zur laborchemischen Bestätigung verzögert werden darf. Ein früher Beginn innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Exposition wird als am effektivsten beschrieben.

Als therapeutischer Endpunkt der Chelat-Therapie wird ein 24-Stunden-Urin-Arsenwert von unter 50 Mikrogramm/L definiert.

Arsingas-Exposition

Für Arsingas existiert laut Leitlinie kein Antidot, und eine Chelat-Therapie hat sich als wirkungslos erwiesen. Die Behandlung fokussiert sich auf den Erhalt der Nierenfunktion, den Ersatz von Erythrozyten und eine aggressive supportive Therapie.

Bei akutem Nierenversagen oder Oligurie wird eine Hämodialyse empfohlen, zudem sollte eine Austauschtransfusion zur Entfernung von nicht-dialysierbarem Arsin erwogen werden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die Chelat-Therapie bei Arsenvergiftungen:

WirkstoffDosierungTherapieschema
British Anti-Lewisite (BAL)3 bis 5 mg/kgAlle 4 Stunden, schrittweise Reduktion auf alle 12 Stunden
DMPS3 bis 5 mg/kg i.m.Alle 4 Stunden für 2 Tage, gefolgt von Succimer oder 3-5 mg/kg i.m. alle 6-12 Stunden
Succimer (DMSA)10 mg/kg p.o.Alle 8 Stunden für 5 Tage, danach 10 mg/kg p.o. alle 12 Stunden

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von Antiarrhythmika der Klassen IA (Procainamid, Chinidin, Disopyramid), IC und III.

Diese Wirkstoffe sind kontraindiziert, da sie das Risiko einer QT-Verlängerung bei einer Arsenvergiftung weiter erhöhen.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie ist, dass bei einem hochgradigen Verdacht auf eine akute Arsenvergiftung die Chelat-Therapie sofort begonnen werden sollte, ohne auf die laborchemische Bestätigung zu warten. Zudem wird betont, dass Serum-Arsenspiegel aufgrund der schnellen Elimination aus dem Blutkreislauf keine zuverlässigen Marker für eine Toxizität darstellen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die Bestimmung der Arsenkonzentration im 24-Stunden-Sammelurin der beste Indikator. Ein Wert von über 50 Mikrogramm/L oder über 100 Mikrogramm Gesamtarsen bestätigt die Exposition.

Die klassische akute Toxizität äußert sich durch eine schwere Gastroenteritis mit wässrigen Durchfällen, gefolgt von Hypotonie. Zudem können EKG-Veränderungen wie eine QTc-Verlängerung auftreten.

Mees-Linien sind 1 bis 2 mm breite, quer verlaufende weiße Bänder auf den Fingernägeln. Sie treten laut Leitlinie bei etwa 5 % der Betroffenen rund 4 bis 6 Wochen nach der Exposition auf.

Für Arsingas gibt es kein spezifisches Antidot und eine Chelat-Therapie ist unwirksam. Die Behandlung erfolgt rein supportiv und umfasst Maßnahmen wie Hämodialyse oder Austauschtransfusionen.

Meeresfrüchte enthalten organische Arsenverbindungen, die die gemessene Arsenausscheidung im Urin erhöhen können. Die Leitlinie empfiehlt daher, fünf Tage vor einer nicht-akuten Urinsammlung auf den Verzehr zu verzichten.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Arsenic Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.