Angioid Streaks: Diagnostik und Anti-VEGF-Therapie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Angioid Streaks als Risse in einer verdickten und verkalkten Bruch-Membran des Auges. Diese Veränderungen verlaufen typischerweise strahlenförmig vom Sehnervenkopf ausgehend und ähneln in ihrem Aussehen retinalen Blutgefäßen.
In etwa der Hälfte der Fälle treten die Läsionen idiopathisch auf. Häufig besteht jedoch eine Assoziation mit systemischen Erkrankungen wie Pseudoxanthoma elasticum (PXE), Morbus Paget oder der Sichelzellanämie.
Die Erkrankung bleibt oft lange asymptomatisch und wird bei Routineuntersuchungen entdeckt. Bei einer Beteiligung der Makula oder der Entwicklung einer choroidalen Neovaskularisation (CNV) droht den Patienten jedoch ein schwerer, irreversibler Sehverlust.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:
Klinische und apparative Diagnostik
Zur genauen Beurteilung der Läsionen wird eine multimodale Bildgebung empfohlen, da Angioid Streaks in der Standarduntersuchung subtil sein können.
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Die Fluoreszenzangiographie (FA) und Indocyaningrün-Angiographie (ICGA) dienen dem Ausschluss einer choroidalen Neovaskularisation (CNV).
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Die optische Kohärenztomographie (OCT) wird zur Identifikation von Leckagen und zur Therapiekontrolle eingesetzt.
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Eine Ultraschalluntersuchung kann bei der Detektion von assoziierten Drusen des Sehnervenkopfes helfen.
Systemische Abklärung
Da Angioid Streaks häufig mit systemischen Erkrankungen vergesellschaftet sind, wird ein generelles Screening aller betroffenen Personen empfohlen. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Assoziationen und deren Diagnostik zusammen:
| Systemische Erkrankung | Diagnostischer Fokus | Typisches Manifestationsalter |
|---|---|---|
| Pseudoxanthoma elasticum (PXE) | Hautkriterien, okuläre Kriterien, ABCC6-Mutation | 3. Lebensjahrzehnt |
| Morbus Paget | Alkalische Phosphatase, Knochenszintigraphie | 7. Lebensjahrzehnt |
| Sichelzellanämie | HPLC, Hämoglobin-Elektrophorese | 2. bis 3. Lebensjahrzehnt |
Zusätzlich wird eine Untersuchung von Familienmitgliedern empfohlen, um familiäre Häufungen frühzeitig zu erkennen.
Therapie der choroidalen Neovaskularisation
Asymptomatische Angioid Streaks bedürfen laut Leitlinie keiner spezifischen Behandlung. Bei Auftreten einer CNV ist jedoch ein schnelles Eingreifen erforderlich.
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Anti-VEGF-Präparate (z. B. Ranibizumab, Aflibercept, Bevacizumab) gelten als Erstlinientherapie zur Stabilisierung der Sehschärfe.
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Laserphotokoagulation und photodynamische Therapie (PDT) weisen hohe Rezidivraten auf und werden kritischer bewertet.
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Chirurgische Eingriffe (z. B. Makulatranslokation) gelten als Reserveoption bei therapierefraktären Verläufen.
Prävention
Es wird empfohlen, Patienten über das hohe Risiko von subretinalen Blutungen durch Bagatelltraumata aufzuklären. Das Tragen einer Schutzbrille bei Risikosportarten wird dringend angeraten.
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät von der alleinigen Anwendung der transpupillären Thermotherapie (TTT) zur Behandlung der choroidalen Neovaskularisation ab. Es wird beschrieben, dass sich die Angioid Streaks nach einer initialen Verkleinerung innerhalb von drei Monaten wieder vergrößern und die Therapie somit keinen langfristigen Nutzen bietet.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie ist das hohe Risiko für subretinale Blutungen durch triviale Traumata. Es wird dringend empfohlen, Patienten über die Notwendigkeit einer Schutzbrille bei sportlichen Aktivitäten aufzuklären. Selbst leichte stumpfe Verletzungen können bei Angioid Streaks zu einem massiven und irreversiblen Sehverlust führen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sind Pseudoxanthoma elasticum (PXE), Morbus Paget und die Sichelzellanämie die häufigsten systemischen Assoziationen. Seltener treten sie bei Erkrankungen wie dem Ehlers-Danlos-Syndrom oder dem Marfan-Syndrom auf.
Asymptomatische Angioid Streaks erfordern gemäß dem Text keine spezifische medikamentöse oder chirurgische Therapie. Es wird jedoch eine regelmäßige augenärztliche Überwachung empfohlen.
Die Leitlinie nennt Anti-VEGF-Injektionen als sichere und effektive Erstlinientherapie. Diese Präparate können die Sehschärfe stabilisieren und das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.
Das Amsler-Gitter wird zur häuslichen Selbstkontrolle der Patienten empfohlen. Es hilft bei der frühzeitigen Erkennung von Sehstörungen wie Metamorphopsien, was eine zeitnahe augenärztliche Intervention ermöglicht.
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Quelle: StatPearls: Angioid Streaks (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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