IQWiG2021Onkologie

Acalabrutinib (CLL): Indikation und Therapie-Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Acalabrutinib in Kombination mit Obinutuzumab. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL).

Für die Bewertung wird die Zielpopulation in drei Gruppen unterteilt. Diese richten sich nach dem Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation sowie der Eignung für eine Therapie mit Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR).

Als Datengrundlage für die Bewertung diente die randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie ELEVATE-TN. In dieser wurde Acalabrutinib plus Obinutuzumab mit Chlorambucil plus Obinutuzumab verglichen.

Empfehlungen

FCR-geeignete Patienten ohne 17p-Deletion/TP53-Mutation

Laut IQWiG-Bericht liegen für diese Patientengruppe keine Daten zur Bewertung des Zusatznutzens vor. Ein Zusatznutzen von Acalabrutinib in Kombination mit Obinutuzumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist demnach nicht belegt.

FCR-ungeeignete Patienten ohne 17p-Deletion/TP53-Mutation

Für diese Gruppe leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen ab. Die Bewertung basiert auf der Studie ELEVATE-TN im Vergleich zu Chlorambucil plus Obinutuzumab.

Beim Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Für die Bereiche Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen keine verwertbaren Daten vor.

Der Zusatznutzen begründet sich ausschließlich auf Vorteile bei den Nebenwirkungen:

  • Geringerer Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (z. B. Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems, febrile Neutropenie, Tumorlysesyndrom)

  • Geringerer Schaden bei nicht schweren Ereignissen (z. B. Übelkeit, infusionsbedingte Reaktionen, Therapieabbrüche)

  • Höherer Schaden durch ein vermehrtes Auftreten von Kopfschmerzen

Patienten mit 17p-Deletion/TP53-Mutation

Für Patienten mit 17p-Deletion oder TP53-Mutation oder solche, für die eine Chemoimmuntherapie aus anderen Gründen nicht angezeigt ist, wurden keine Daten vorgelegt. Ein Zusatznutzen ist laut IQWiG für diese Gruppe nicht belegt.

Dosierung

Die Dosierungen basieren auf den Angaben der Fachinformationen, die im IQWiG-Bericht zitiert werden:

WirkstoffDosisIndikation / Zyklus
Acalabrutinib100 mg (2x täglich)Kontinuierlich bis Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität
Obinutuzumab1000 mg i.v.Zyklus 2: Tag 1 (100 mg), Tag 2 (900 mg), Tag 8 und 15 (je 1000 mg)
Obinutuzumab1000 mg i.v.Zyklus 3–7: Tag 1
Chlorambucil (Vergleichsarm)0,5 mg/kg KG oralTag 1 und Tag 15, über maximal 6 Zyklen

Kontraindikationen

Der IQWiG-Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Kontraindikationen gemäß Fachinformation:

  • Leber- und Nierenfunktion: Bei schwerer Leberfunktionseinschränkung wird die Anwendung nicht empfohlen. Bei schwerer Nierenfunktionseinschränkung sollte die Therapie nur erfolgen, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt.

  • Blutungen: Schwerwiegende blutungsassoziierte Ereignisse können auftreten. Begleitende antithrombotische Therapien sollten nur bei medizinischer Notwendigkeit erfolgen.

  • Infektionen: Es besteht das Risiko für schwere Infektionen, einschließlich Reaktivierung von Hepatitis B (HBV) und Herpes Zoster (HZV) sowie progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie (PML). Der HBV-Status ist vor Therapiebeginn zu prüfen.

  • Kardiovaskulär: Es wird empfohlen, auf Symptome von Vorhofflimmern und -flattern zu achten.

  • Interaktionen: Die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren sollte vermieden werden. Bei Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten ist ein zeitlicher Abstand bei der Einnahme einzuhalten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist die Löslichkeit von Acalabrutinib pH-abhängig, weshalb die gleichzeitige Gabe von Protonenpumpeninhibitoren vermieden werden sollte. Falls eine säuresenkende Therapie zwingend erforderlich ist, wird auf Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten mit einem entsprechenden zeitlichen Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden verwiesen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen bei nicht vorbehandelten CLL-Patienten, für die eine FCR-Therapie ungeeignet ist und die keine 17p-Deletion/TP53-Mutation aufweisen. Für andere Patientengruppen ist ein Zusatznutzen mangels Daten nicht belegt.

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg zweimal täglich, was einer Tagesgesamtdosis von 200 mg entspricht. Die Einnahme erfolgt kontinuierlich bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität.

Laut IQWiG-Bericht zeigt die Kombinationstherapie Vorteile bei schweren Nebenwirkungen wie febriler Neutropenie und Tumorlysesyndrom im Vergleich zur Kontrollgruppe. Als negativer Effekt wurde ein häufigeres Auftreten von Kopfschmerzen beobachtet.

Der Bericht rät von der gleichzeitigen Anwendung mit Protonenpumpeninhibitoren ab. Alternativ können Antazida oder H2-Rezeptor-Antagonisten mit einem Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden verwendet werden.

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Quelle: IQWiG A20-104: Acalabrutinib (chronische lymphatische Leukämie; Kombination mit Obinutuzumab) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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