WHO2013

Abwasser- und Fäkaliennutzung: Leitlinien-Empfehlungen

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie adressiert die sichere Nutzung von Abwasser, Fäkalien und Grauwasser in der Landwirtschaft und Aquakultur. Diese Praxis wird weltweit durch zunehmende Wasserknappheit und Bevölkerungswachstum vorangetrieben.

Der Fokus liegt auf der Maximierung des Nutzens für die Ernährungssicherheit bei gleichzeitiger Minimierung der Gesundheitsrisiken. Die Leitlinie basiert auf dem Stockholm-Framework, welches Risikobewertung und Risikomanagement kombiniert.

Primäre Gesundheitsgefahren umfassen fäkalienassoziierte Pathogene wie Bakterien, Viren, Protozoen und Helminthen. Zudem werden vektorübertragene Krankheiten und chemische Kontaminationen als relevante Risikofaktoren genannt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Risikomanagement:

Gesundheitsbasierte Ziele

Laut Leitlinie wird als gesundheitsbasiertes Ziel eine tolerierbare zusätzliche Krankheitslast von ≤ 10^-6 DALY (Disability Adjusted Life Years) pro Person und Jahr empfohlen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist bei der landwirtschaftlichen Nutzung oft eine Pathogenreduktion um 6 bis 7 Log-Stufen erforderlich.

Maßnahmen zum Gesundheitsschutz

Es wird ein Multi-Barrieren-Ansatz empfohlen, um die Exposition gegenüber Pathogenen und Chemikalien zu reduzieren. Die Leitlinie nennt folgende kombinierbare Schutzmaßnahmen:

  • Behandlung von Abwasser, Fäkalien und Grauwasser vor der Anwendung

  • Anbaubeschränkungen (z. B. Verzicht auf roh verzehrte Feldfrüchte)

  • Angepasste Ausbringungstechniken wie die Tröpfchenbewässerung

  • Einhaltung von Wartezeiten zwischen Ausbringung und Ernte zum Pathogenabbau

  • Nutzung persönlicher Schutzausrüstung für Landarbeiter

  • Waschen, Desinfizieren und Kochen der Erzeugnisse vor dem Verzehr

Überwachung und Systembewertung

Die Leitlinie empfiehlt ein dreistufiges Überwachungssystem zur Sicherstellung der Gesundheitsziele:

  • Validierung: Prüfung des Systems vor der Einführung auf seine grundsätzliche Wirksamkeit

  • Betriebsüberwachung: Routinemäßige Messung von Parametern zur zeitnahen Fehlererkennung

  • Verifizierung: Regelmäßige Überprüfung der Endprodukte auf Einhaltung der Zielwerte

Spezifische Zielwerte für die Landwirtschaft

Für die Verifizierungsüberwachung der mikrobiellen Wasserqualität bei der Abwassernutzung werden spezifische Grenzwerte empfohlen.

BewässerungsartZielkulturE. coli (Mittelwert pro 100 ml)Helmintheneier (Mittelwert pro Liter)
UneingeschränktWurzelgemüse≤ 10^3≤ 1
UneingeschränktBlattgemüse≤ 10^4≤ 1
EingeschränktArbeitsintensive Landwirtschaft≤ 10^4≤ 1
EingeschränktHochmechanisierte Landwirtschaft≤ 10^5Keine Empfehlung
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass eine alleinige Abwasserbehandlung in ressourcenschwachen Regionen oft nicht praktikabel ist. Es wird stattdessen ein Multi-Barrieren-Ansatz empfohlen, bei dem nicht-technische Maßnahmen wie Tröpfchenbewässerung, Wartezeiten vor der Ernte und das Waschen der Feldfrüchte kombiniert werden, um das gleiche Schutzniveau zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stellen intestinale Helminthen in Regionen mit unzureichender Abwasserbehandlung das größte Gesundheitsrisiko dar. In Gebieten mit höheren Hygienestandards gehen die größten Risiken von viralen Erregern aus.

Die Leitlinie empfiehlt für die uneingeschränkte Bewässerung von Wurzelgemüse einen Verifizierungsrichtwert von ≤ 10^3 E. coli pro 100 ml behandeltem Abwasser.

Es wird empfohlen, dass Landarbeiter persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe und Stiefel tragen. Zudem rät die Leitlinie zu Aufklärungskampagnen über Hygiene und gegebenenfalls zu präventiven Entwurmungskuren.

Das Stockholm-Framework ist ein integrierter Ansatz der WHO, der Risikobewertung und Risikomanagement zur Kontrolle wasserbedingter Krankheiten kombiniert. Es dient der Leitlinie als konzeptionelle Grundlage zur Festlegung gesundheitsbasierter Ziele.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Grauwasser aufgrund möglicher fäkaler Kreuzkontaminationen Gesundheitsrisiken birgt. Es wird empfohlen, durch geeignete Ausbringungstechniken oder Vorbehandlung eine direkte Exposition zu vermeiden.

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Quelle: Guidelines for the safe use of wastewater, excreta and greywater -  Volume 1 (WHO, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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