Rotatorenmanschetten-Läsion: AAOS-Leitlinie 2025
📋Auf einen Blick
- •Die Leitlinie umfasst 25 Empfehlungen und 4 Konsensus-Statements zu Diagnose, Therapie und Rehabilitation.
- •Die Computertomografie (CT) wird als wichtige ergänzende Bildgebung etabliert.
- •Der Einsatz von plättchenreichem Plasma (PRP) und Knochenmarkstimulation bei der Naht wird klar eingeschränkt.
- •Bei kleinen bis mittelgroßen Rissen wird eine frühe Mobilisation empfohlen.
Hintergrund
Die American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) hat im August 2025 eine aktualisierte evidenzbasierte klinische Leitlinie zum Management von Verletzungen der Rotatorenmanschette veröffentlicht. Die Leitlinie umfasst insgesamt 25 Empfehlungen und 4 Konsensus-Statements, die sich auf Diagnostik, Therapieentscheidungen, biologische Interventionen und die postoperative Rehabilitation erstrecken. Die Empfehlungsgrade richten sich nach der Qualität der zugrunde liegenden Evidenz.
Wichtige Neuerungen und Empfehlungen
Die Aktualisierung der Leitlinie hebt mehrere zentrale Fortschritte im Management von Rotatorenmanschetten-Läsionen hervor. Da der Quelltext kurz ist, konzentrieren sich die Kernaussagen auf spezifische bildgebende, operative und rehabilitative Maßnahmen.
| Maßnahme / Intervention | Indikation | Empfehlung laut AAOS 2025 |
|---|---|---|
| CT-Bildgebung | Ergänzende Diagnostik | Als wichtige ergänzende Bildgebungsmodalität etabliert |
| Naht / Repair | Hochgradige Partialrupturen | Spezifische Reparaturstrategien werden empfohlen |
| PRP & Knochenmarkstimulation | Rotatorenmanschetten-Naht | Einsatz wird klar eingeschränkt |
| Prolotherapie | Komplettrupturen (Full-thickness) | Anwendung wird limitiert |
| Frühe Mobilisation | Kleine bis mittelgroße Risse | Potenzielle Vorteile werden hervorgehoben |
Biologische Interventionen
Ein besonderer Fokus der neuen Leitlinie liegt auf der kritischen Bewertung biologischer Augmentationen. Die AAOS spricht sich gegen den unkritischen Einsatz aus und schränkt die Verwendung von plättchenreichem Plasma (PRP) sowie der Knochenmarkstimulation bei der Reparatur der Rotatorenmanschette klar ein. Ebenso wird die Anwendung der Prolotherapie bei kompletten Rissen (Full-thickness tears) limitiert.
Postoperative Rehabilitation
Im Bereich der Nachbehandlung betont die Leitlinie die potenziellen Vorteile einer frühen Mobilisation. Diese wird spezifisch für Patienten mit kleinen bis mittelgroßen Rissen der Rotatorenmanschette hervorgehoben.
💡Praxis-Tipp
Verzichten Sie bei der operativen Naht der Rotatorenmanschette auf den routinemäßigen Einsatz von PRP oder Knochenmarkstimulation, da die aktuelle AAOS-Leitlinie deren Nutzung klar einschränkt.