StatPearls-Aktualisierung: Bupropion (2026)
Wichtigste Änderungen
- Erweiterung des Fokus von reiner Toxizität auf ein umfassendes pharmakologisches Profil.
- Detaillierte Auflistung von Off-Label-Indikationen (z.B. Adipositas, pädiatrisches ADHS).
- Neue spezifische Dosierungsempfehlungen für verschiedene Patientengruppen (Nieren-/Leberinsuffizienz, Schwangerschaft).
- Ausführliche Sektion zu Arzneimittelinteraktionen (CYP-Enzyme, MAO-Hemmer).
Was hat sich geändert?
- Erweiterter Fokus: Die Leitlinie behandelt nun das gesamte pharmakologische Profil von Bupropion, nicht mehr nur die Toxizität.
- Off-Label-Use: Neue Empfehlungen und Leitlinienverweise (z.B. AGA zur Adipositas) wurden integriert.
- Dosierung und Administration: Detaillierte Schemata für IR-, SR- und XL-Formulierungen sowie Dosisanpassungen bei speziellen Patientengruppen wurden hinzugefügt.
- Interaktionen: Eine neue, detaillierte Übersicht zu Wechselwirkungen, insbesondere bezüglich CYP2B6 und CYP2D6, ist nun enthalten.
Neue Empfehlungen im Detail
Indikationen und Off-Label-Use
Neben den FDA-zugelassenen Indikationen (Depression, saisonale affektive Störung, Raucherentwöhnung) werden nun explizit Off-Label-Anwendungen aufgeführt:
- Antidepressiva-induzierte sexuelle Dysfunktion
- ADHS (auch bei pädiatrischen Patienten)
- Bipolare Depression
- Adipositas
Neue Leitlinien-Integrationen:
- Die American Gastroenterological Association (AGA) empfiehlt Naltrexon-Bupropion (ER) in Kombination mit Lebensstiländerungen bei Adipositas.
- Die American Thoracic Society (ATS) positioniert Vareniclin vor Bupropion zur Raucherentwöhnung, sieht Bupropion aber weiterhin als Option.
Dosierung und spezielle Patientengruppen
Die Leitlinie bietet nun detaillierte Dosierungsschemata und Umrechnungsfaktoren. Besondere Beachtung finden spezielle Patientengruppen:
| Aspekt | Bisher | Neu |
|---|---|---|
| Leberinsuffizienz | Keine spezifischen Angaben | Dosisreduktion um 50 % bei chronischer Lebererkrankung (AASLD-Empfehlung). |
| Niereninsuffizienz | Keine spezifischen Angaben | Maximal 150 mg/Tag bei einer eGFR von 30–60 mL/min. |
| Schwangerschaft | Keine spezifischen Angaben | Bupropion sollte aufgrund begrenzter Sicherheitsdaten generell vermieden werden; SSRI werden bevorzugt. |
| Pädiatrie (ADHS) | Keine spezifischen Angaben | Startdosis 3 mg/kg/Tag, Titration bis max. 6 mg/kg/Tag (absolutes Maximum: 150 mg). |
Arzneimittelinteraktionen
Ein neuer Fokus liegt auf pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Interaktionen:
- CYP2B6-Induktoren: (z.B. Ritonavir, Carbamazepin) können Dosisanpassungen von Bupropion erfordern.
- CYP2D6-Substrate: Bupropion hemmt CYP2D6 dosisabhängig. Eine Dosisreduktion von Medikamenten wie Venlafaxin, Metoprolol oder Risperidon kann nötig sein.
- Dopaminerge Medikamente: Die Kombination mit Levodopa oder Amantadin kann zu ZNS-Toxizität führen.
Was bleibt gleich?
Die Kernaussagen zur Toxizität gelten weiterhin: Bupropion senkt dosisabhängig die Krampfschwelle. Bei Überdosierungen (insbesondere bei Retard-Präparaten) besteht ein hohes Risiko für verzögerte Krampfanfälle, weshalb eine Überwachung von mindestens 24 Stunden empfohlen wird. Die Therapie einer Intoxikation bleibt supportiv, wobei Benzodiazepine die erste Wahl bei Krampfanfällen sind.
Praxis-Tipp
Achten Sie bei der Verordnung von Bupropion auf Dosisanpassungen bei Nieren- und Leberinsuffizienz sowie auf potenzielle Interaktionen über das CYP2D6-System.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von StatPearls. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen →
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