RKI/STIKO: Stellungnahme zu Kinderimpfungen (Stiftung Warentest)
Wichtigste Änderungen
- Weitgehende Übereinstimmung zwischen STIKO und Stiftung Warentest bei der Bewertung von Kinderimpfungen.
- HPV-Impfung: STIKO bekräftigt die Empfehlung für Mädchen (12-17 Jahre) zur Prävention von Zervixkarzinomen.
- Meningokokken C: Das Nachholen verpasster Impfungen bis zum 18. Lebensjahr hat Priorität vor einer generellen ACWY-Auffrischung.
- Varizellen: STIKO hält an der allgemeinen Impfempfehlung fest, um Herdenimmunität zu gewährleisten und schwere Verläufe zu verhindern.
Einleitung und Methodik
Die Ständige Impfkommission (STIKO) stimmt der Bewertung von Kinderimpfungen durch die Stiftung Warentest (Ausgabe 3/2012) weitgehend zu. Die STIKO betont ihr standardisiertes Vorgehen nach der Methodik der Evidenzbasierten Medizin (EbM), welches Risiko-Nutzen-Bewertungen sowohl auf individueller als auch auf bevölkerungsbezogener Ebene umfasst.
Spezifische Impfungen in der Diskussion
| Impfung | STIKO-Position | Anmerkungen zur Stiftung Warentest |
|---|---|---|
| HPV | Empfohlen für Mädchen (12-17 Jahre) | Positive Einschätzung wird ausdrücklich begrüßt. Niedrige Impfquoten in Deutschland verhindern derzeit die optimale Ausschöpfung des Präventionspotenzials. |
| Meningokokken | Fokus auf MenC-Nachholimpfung bis 18 Jahre | Eine generelle ACWY-Auffrischung ab 11 Jahren wird derzeit nicht empfohlen, da A, W-135 und Y in Deutschland kaum eine Rolle spielen und keine nachlassende Immunität belegt ist. |
| Rotavirus | Systematische Bewertung läuft (Stand 2012) | Warentest spricht sich für eine allgemeine Empfehlung aus; STIKO prüft aktuell Wirksamkeit und Sicherheit. |
| Varizellen | Allgemeine Empfehlung (seit 2004, 2 Dosen seit 2009) | Warentest rät von genereller Impfung ab (Sorge vor Altersverschiebung). STIKO widerspricht: Hohe Impfquoten erzeugen Herdenimmunität, die auch Erwachsene schützt. |
Fokus: Kontroverse um die Varizellen-Impfung
Die Stiftung Warentest befürchtet eine Verschiebung der Varizellen-Erkrankungen ins Erwachsenenalter durch einen möglicherweise nachlassenden Impfschutz. Die STIKO hält dem folgende Argumente entgegen:
- Ziel der Impfung: Senkung der Krankheitslast insgesamt sowie die Verhinderung schwerer Verläufe und seltener Todesfälle.
- Herdenimmunität: Bei ausreichend hoher Impfquote sinkt das Risiko auch für empfängliche und besonders gefährdete Erwachsene.
- Risiko bei Impfverzicht: Eine sinkende Impfbeteiligung gefährdet die Herdenimmunität. Ungeimpfte Kinder haben bei verminderter Wildvirus-Zirkulation ein erhöhtes Risiko, später im Leben mit Komplikationen zu erkranken.
- Internationale Daten: In den USA (allgemeine Impfung seit 1995) erkranken nicht mehr Erwachsene als vor der Einführung der Impfung.
- Überwachung: Das RKI überwacht die Krankheitslast durch ein Meldesystem (Varizellen und Herpes Zoster) und plant eine Ausweitung der gesetzlichen Meldepflicht.
Praxis-Tipp
Nutzen Sie Vorsorgeuntersuchungen gezielt, um verpasste Meningokokken-C-Impfungen bis zum 18. Lebensjahr nachzuholen und aktiv für die HPV-Impfung aufzuklären.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von RKI/STIKO. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen →
Jetzt auf ClariMed suchen:
STIKO Stiftung Warentest Kinderimpfungen