DGK-Positionspapier 2025: Kardio-MRT in der periprozeduralen Planung
Wichtigste Änderungen
- Erweiterte MRT-Freigabe für Patienten mit älteren Devices und stillgelegten Sonden unter strengen Sicherheitsauflagen.
- Etablierung der Stress-Perfusions-MRT als Gatekeeper vor invasiver Koronarangiographie.
- Gleichwertigkeit der MRT zur CT bei der TAVI-Planung (Ausnahme: Kalk-Quantifizierung).
- Integration von Gewebemarkern (LGE, ECV) zur Bestimmung des optimalen Interventionszeitpunkts bei Klappenvitien.
Was hat sich geaendert?
- Erweiterte Indikationen für Device-Patienten: Auch Patienten mit älteren ("MR unlabelled") Devices oder stillgelegten Sonden können unter strengen Auflagen untersucht werden.
- Gatekeeper-Funktion: Die Stress-Perfusions-MRT wird als entscheidender Filter vor der invasiven Koronarangiographie positioniert.
- TAVI-Planung: Die k-MRT wird als gleichwertige, strahlenfreie Alternative zum CT für die TAVI-Planung anerkannt.
- Gewebemarker bei Klappenvitien: T1-Mapping und ECV werden zur Bestimmung des optimalen Interventionszeitpunkts (Erkennung von Myokardfibrose) herangezogen.
Neue Empfehlungen im Detail
MRT bei Patienten mit aktiven und passiven Devices
Die Präsenz von Herzschrittmachern oder ICDs stellt keine absolute Kontraindikation mehr dar. Das Positionspapier differenziert das Vorgehen:
| Device-Status | Empfehlung / Vorgehen |
|---|---|
| MR conditional (Gesamtsystem) | Untersuchung mit niedrigem Risiko nach Herstellervorgaben möglich. |
| MR unlabelled (ältere Systeme) | Untersuchung bei intakten Systemen (ab Baujahr 2002) an 1,5-T-Scannern sicher durchführbar. |
| Gemischte Systeme (Off-label) | Aggregat und Sonde von verschiedenen Herstellern: Untersuchung nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung möglich. |
| Stillgelegte Sonden (Abandoned leads) | Erhöhtes Risiko für Erwärmung. Untersuchung an 1,5-T-Scannern im Einzelfall nach strenger Indikationsprüfung möglich. |
Praktische Umsetzung: Ein zeitlicher Mindestabstand von in der Regel 6 Wochen nach Implantation ist einzuhalten. Bei linkspektoralen Aggregaten treten die stärksten Artefakte auf; hier sollten "Wide-band"-LGE-Sequenzen und "Spoiled gradient echo"-Perfusionsprotokolle genutzt werden.
Koronarinterventionen und Ischämiediagnostik
Die k-MRT dient als zentraler Gatekeeper. Bei chronischen Totalverschlüssen (CTO) hilft die Vitalitätsdiagnostik: Eine Infarkttransmuralität von ≤ 50 % gilt als Cut-off für eine zu erwartende Erholung der linksventrikulären Funktion nach Rekanalisation.
Klappeninterventionen
Die k-MRT gewinnt bei der Planung kathetergestützter Verfahren (TAVI, TEER) an Bedeutung:
- Aortenklappe: Gleichwertig zum Planungs-CT (inkl. Ausmessung des Anulus und der Zugangsgefäße). Einzige Limitation ist die Unterschätzung der Kalklast.
- Mitralklappe/Trikuspidalklappe: Goldstandard zur Quantifizierung von Regurgitationsvolumina, besonders bei diskrepanten Echo-Befunden.
- Myokardiales Remodelling: Die Bestimmung der diffusen Fibrose (ECV, natives T1) hilft, den optimalen Interventionszeitpunkt zu finden, bevor irreversible Myokardschäden eintreten.
Was bleibt gleich?
Die grundlegenden physikalischen Prinzipien und die Notwendigkeit einer fundierten kardiologischen Expertise bleiben bestehen. Die k-MRT ist weiterhin eine ergänzende Methode, die im Kontext mit Anamnese, EKG und Echokardiographie bewertet werden muss. Die Verabreichung von gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln (makrozyklische GBCA) gilt weiterhin als extrem sicher, erfordert bei Niereninsuffizienz jedoch die übliche Vorsicht.
Praxis-Tipp
Überprüfen Sie bei Device-Patienten vor der MRT stets die Kompatibilität aller Einzelkomponenten. Auch bei 'MR unlabelled' Systemen ist ein Scan nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung oft möglich.
Häufig gestellte Fragen
KI-generierte Zusammenfassung basierend auf Inhalten von DGK. Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Originaldokument ansehen→
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