IQWiG2014Pädiatrie

Turoctocog alfa (Hämophilie A): Dosierung und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A14-04 bewertet den Zusatznutzen von Turoctocog alfa. Der Wirkstoff ist zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel) aller Altersgruppen zugelassen.

Die Hämophilie A betrifft nahezu ausschließlich männliche Patienten. Je nach Faktor-VIII-Restaktivität wird die Erkrankung in eine schwere (< 1 %), mittelschwere (1 bis ≤ 5 %) und leichte Form (5 bis 15 %) eingeteilt.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) rekombinanten Blutgerinnungsfaktor VIII (Octocog alfa) oder aus humanem Plasma gewonnenen Blutgerinnungsfaktor VIII fest.

Empfehlungen

Zusatznutzen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Turoctocog alfa gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es wurden keine relevanten vergleichenden Studien zu patientenrelevanten Endpunkten vorgelegt.

Der pharmazeutische Unternehmer argumentierte mit einer verbesserten Lagerfähigkeit (bis zu 30 °C) und Versorgungssicherheit. Das IQWiG stellt jedoch fest, dass sich daraus ohne vergleichende klinische Daten kein Zusatznutzen ableiten lässt.

Therapieüberwachung

Der Bericht verweist auf die Fachinformation, wonach die Behandlung unter Aufsicht eines in der Hämophilie-Behandlung erfahrenen Arztes begonnen werden sollte.

Zur Steuerung der Dosis und Injektionshäufigkeit wird eine regelmäßige Kontrolle der Faktor-VIII-Spiegel empfohlen. Bei großen chirurgischen Eingriffen ist eine genaue Überwachung mittels Gerinnungsanalyse unerlässlich.

Hemmkörperentwicklung

Die Bildung von neutralisierenden Antikörpern (Hemmkörpern) ist eine bekannte Komplikation. Das Risiko ist laut Bericht in den ersten 20 Expositionstagen am größten.

Es wird empfohlen, Patienten insbesondere nach einem Produktwechsel sorgfältig auf die Entwicklung von Hemmkörpern zu überwachen.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsschemata für die prophylaktische Behandlung der schweren Hämophilie A:

IndikationDosierungHäufigkeit
Schwere Hämophilie A (Prophylaxe)20-40 I.E./kg KörpergewichtAlle 2 Tage
Schwere Hämophilie A (Prophylaxe)20-50 I.E./kg Körpergewicht3-mal pro Woche

Kontraindikationen

Laut Bericht bestehen folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Turoctocog alfa:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

  • Bekannte allergische Reaktionen gegen Hamsterprotein

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht warnt vor der Entwicklung von neutralisierenden Antikörpern (Hemmkörpern), deren Risiko in den ersten 20 Expositionstagen am höchsten ist. Es wird darauf hingewiesen, dass bei Nichterreichen der erwarteten Faktor-VIII-Aktivität oder bei unzureichender Blutungsstillung zwingend auf das Vorhandensein von Hemmkörpern getestet werden sollte. In solchen Fällen kann die Therapie unwirksam sein und es wird empfohlen, andere Therapiemöglichkeiten in Betracht zu ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Es liegen keine vergleichenden Studien zu patientenrelevanten Endpunkten vor.

Laut Bericht wird eine Lagerung im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C empfohlen. Innerhalb der Haltbarkeitsdauer ist eine einmalige Aufbewahrung für bis zu sechs Monate bei maximal 30 °C möglich, danach darf das Präparat nicht wieder gekühlt werden.

Das Risiko einer Hemmkörperentwicklung korreliert mit der Exposition gegenüber Faktor VIII. Dem Bericht zufolge ist dieses Risiko innerhalb der ersten 20 Expositionstage am größten.

Bei großen chirurgischen Eingriffen ist eine genaue Überwachung der Therapie mittels Gerinnungsanalyse unerlässlich. Es wird empfohlen, die Faktor-VIII-Spiegel engmaschig zu kontrollieren.

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Quelle: IQWiG A14-04: Turoctocog alfa - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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