CochraneIa2019

TNS nach Spinalanästhesie: Lidocain vs. Alternativen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Transiente neurologische Symptome (TNS) sind eine bekannte Komplikation nach einer Spinalanästhesie. Sie äußern sich durch leichte bis starke Schmerzen im Gesäß und in den Beinen, die typischerweise innerhalb von wenigen Stunden bis zu 24 Stunden nach dem Eingriff auftreten.

Lidocain wird aufgrund seines raschen Wirkeintritts, der intensiven Blockade und der kurzen Wirkdauer häufig für ambulante Operationen eingesetzt. Es steht jedoch im Verdacht, häufiger TNS auszulösen als andere Lokalanästhetika.

Die Symptome klingen in der Regel spontan ab und dauern bis zu fünf Tage an. Es gibt laut Review keine Evidenz dafür, dass TNS mit dauerhaften neurologischen Nervenschäden einhergeht.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2019) analysiert das Risiko für TNS bei verschiedenen Lokalanästhetika im Vergleich zu Lidocain.

Alternativen mit geringerem TNS-Risiko

Laut der Netzwerk-Metaanalyse weisen mehrere Lokalanästhetika ein signifikant geringeres Risiko für die Entwicklung von TNS auf als Lidocain. Das Risiko reduziert sich bei diesen Wirkstoffen um 82 % bis 90 %.

  • Bupivacain (moderate Evidenzqualität)

  • Levobupivacain (niedrige Evidenzqualität)

  • Prilocain (moderate Evidenzqualität)

  • Procain (moderate Evidenzqualität)

  • Ropivacain (niedrige Evidenzqualität)

Alternativen mit ähnlichem TNS-Risiko

Bei einigen Wirkstoffen konnte kein eindeutiger Unterschied im TNS-Risiko im Vergleich zu Lidocain festgestellt werden.

  • 2-Chloroprocain (niedrige Evidenzqualität)

  • Mepivacain (sehr niedrige Evidenzqualität)

Vergleich der Lokalanästhetika

Die folgende Tabelle fasst das relative Risiko (RR) für TNS im Vergleich zu Lidocain zusammen:

LokalanästhetikumTNS-Risiko im Vergleich zu LidocainEvidenzqualität
BupivacainDeutlich geringer (RR 0,16)Moderat
PrilocainDeutlich geringer (RR 0,18)Moderat
ProcainDeutlich geringer (RR 0,14)Moderat
LevobupivacainGeringer (RR 0,13)Niedrig
RopivacainGeringer (RR 0,10)Niedrig
2-ChloroprocainÄhnlich (RR 0,09, sehr breites KI)Niedrig
MepivacainÄhnlich (RR 1,01)Sehr niedrig

Klinische Implikationen

Die Autoren betonen, dass Patienten über TNS als mögliche Nebenwirkung einer Spinalanästhesie mit Lidocain aufgeklärt werden sollten.

Die Wahl des Anästhetikums sollte den klinischen Kontext, die erwartete Operationsdauer und die Qualität der Anästhesie berücksichtigen. Das Risiko für TNS muss gegen den Nutzen einer schnell wirksamen, kurzwirksamen Anästhesie abgewogen werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass 2-Chloroprocain eine praktikable Alternative für kurze ambulante Eingriffe sein könnte. Dies basiert jedoch auf Evidenz von niedriger Qualität und erfordert weitere Forschung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis aus dem Review ist, dass transiente neurologische Symptome (TNS) nach einer Spinalanästhesie mit Lidocain zwar sehr schmerzhaft sein können, aber in allen untersuchten Fällen bis zum fünften postoperativen Tag vollständig und ohne bleibende neurologische Defizite abklangen. Bei ambulanten Eingriffen sollte das erhöhte TNS-Risiko von Lidocain sorgfältig gegen den Vorteil der kurzen Anschlags- und Wirkzeit abgewogen werden.

Häufig gestellte Fragen

TNS äußern sich durch leichte bis starke Schmerzen im Gesäß und in den Beinen. Laut Cochrane Review treten sie meist innerhalb von 24 Stunden nach der Operation auf und klingen nach spätestens fünf Tagen spontan ab.

Der Review zeigt, dass Lidocain im Vergleich zu vielen anderen Lokalanästhetika ein signifikant höheres Risiko für die Entwicklung von TNS aufweist. Etwa einer von fünf Patienten entwickelt nach einer Spinalanästhesie mit Lidocain diese Symptome.

Es wird berichtet, dass Bupivacain, Levobupivacain, Prilocain, Procain und Ropivacain das Risiko für TNS im Vergleich zu Lidocain um 82 % bis 90 % senken. Diese Wirkstoffe haben jedoch oft eine längere Wirkdauer, was sie für ambulante Eingriffe teilweise weniger ideal macht.

Dem Review zufolge gibt es keine Evidenz dafür, dass TNS mit einer spezifischen neurologischen Erkrankung oder dauerhaften Nervenschäden in Verbindung stehen. Die Symptome sind vorübergehend und klingen vollständig ab.

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Quelle: Cochrane Review: Transient neurological symptoms (TNS) following spinal anaesthesia with lidocaine versus other local anaesthetics in adult surgical patients: a network meta-analysis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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