Thromboelastographie (TEG): Parameter und Referenzwerte
Hintergrund
Die StatPearls-Übersichtsarbeit beschreibt die Thromboelastographie (TEG) als nicht-invasive Methode zur quantitativen Messung der Blutgerinnung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gerinnungstests bietet die TEG eine globale Beurteilung der Hämostase in Echtzeit.
Das Verfahren misst die dynamischen Veränderungen der viskoelastischen Eigenschaften einer Blutprobe während der Gerinnselbildung. Dabei werden sowohl die plasmatische Gerinnung als auch die Thrombozytenfunktion und die Fibrinolyse erfasst.
Klassische Gerinnungstests wie der Quick-Wert (PT) oder die aPTT haben bei akuten Blutungen oft eine zu lange Bearbeitungszeit. Die TEG ermöglicht als Point-of-Care-Diagnostik eine schnellere, zielgerichtete Steuerung von Transfusionen und hämostatischen Therapien.
Empfehlungen
Die Übersichtsarbeit fasst folgende klinische Anwendungen und Prinzipien zusammen:
Indikationen und Leitlinien
Laut Text wird der Einsatz der TEG besonders in der Herzchirurgie empfohlen. Die NICE-Leitlinien befürworten die TEG zur Erkennung, Steuerung und Überwachung der Hämostase bei herzchirurgischen Eingriffen.
Die Europäische Gesellschaft für Anästhesiologie empfiehlt viskoelastische Tests (TEG/RoTEM) ebenfalls für folgende Situationen (niedriger Evidenzgrad):
-
Management perioperativer Blutungen
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Schwere peripartale Hämorrhagien
Bei Traumapatienten ist die Evidenz laut Übersichtsarbeit noch widersprüchlich. Die schnelle TEG (r-TEG) kann jedoch besser als konventionelle Tests vorhersagen, ob eine Transfusion von Plasma, Erythrozyten oder Thrombozyten benötigt wird.
Durchführung und Präanalytik
Für eine korrekte Durchführung wird die Beachtung folgender Punkte betont:
-
Blutentnahme in Röhrchen mit 3,2 % gepuffertem Natriumcitrat (Verhältnis 1:9)
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Stabilität der ungeronnenen Probe für bis zu 2 Stunden bei Raumtemperatur
-
Exakte Dosierung von Blut und Kaolin-Kephalin-Reagenz zur Aktivierung
Interpretation der Parameter
Die Publikation beschreibt spezifische Parameter, deren Abweichungen auf unterschiedliche Gerinnungsstörungen hinweisen. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Parameter aufgrund der komplexen Hämostase eng miteinander zusammenhängen.
| TEG-Parameter | Bedeutung | Mögliche Ursache bei Abweichung | Therapeutische Erwägung |
|---|---|---|---|
| R-Zeit (Reaktionszeit) | Zeit bis zur ersten Fibrinbildung | Gerinnungsfaktormangel | FFP, Prothrombinkomplex |
| K-Zeit / Alpha-Winkel | Kinetik des Gerinnselaufbaus | Fibrinogenmangel | Kryopräzipitat, Fibrinogen |
| MA (Maximale Amplitude) | Maximale Gerinnselfestigkeit | Thrombozytenmangel oder -dysfunktion | Thrombozytenkonzentrat, Desmopressin |
| LY30 (Lysis) | Ausmaß der Fibrinolyse | Hyperfibrinolyse | Tranexamsäure, Aminocapronsäure |
Limitationen
Die Übersichtsarbeit warnt davor, Transfusionsentscheidungen ausschließlich auf Basis eines abnormalen TEG-Wertes ohne klinisch relevante Blutung zu treffen. Die TEG misst die Gerinnung in vitro und erfasst keine endothelialen oder flussbedingten Faktoren.
Zudem wird betont, dass die TEG bei Personen unter Warfarin-Therapie oft normale R-Zeiten zeigt. Für die Überwachung von Warfarin bleibt die INR der Goldstandard.
💡Praxis-Tipp
Die Übersichtsarbeit warnt davor, sich bei Personen unter Warfarin-Therapie auf die TEG zu verlassen. Es wird betont, dass die R-Zeit bei etwa der Hälfte dieser Fälle normal ausfallen kann, weshalb die INR weiterhin als Goldstandard zur Überwachung herangezogen werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die klassische TEG benötigt etwas Zeit bis zur vollständigen Gerinnselbildung. Laut Übersichtsarbeit liefert die modifizierte schnelle TEG (r-TEG) durch die Aktivierung mit Gewebefaktor jedoch bereits innerhalb von 15 Minuten klinisch nutzbare Ergebnisse.
Es wird die Verwendung von Plastikröhrchen mit 3,2 % gepuffertem Natriumcitrat empfohlen. Die Übersichtsarbeit betont, dass das exakte Mischungsverhältnis von Citrat zu Blut (1:9) für genaue Ergebnisse zwingend erforderlich ist.
Eine niedrige maximale Amplitude weist laut Text auf einen quantitativen oder funktionellen Mangel an Thrombozyten hin. In diesem Fall kann gemäß den beschriebenen Prinzipien die Gabe von Thrombozytenkonzentraten oder Desmopressin erwogen werden.
Die Übersichtsarbeit verneint dies ausdrücklich. Bestimmte Tests wie die INR zur Warfarin-Überwachung, D-Dimere zum Ausschluss von Thrombosen oder spezifische Thrombozytenfunktionstests können derzeit nicht durch die TEG ersetzt werden.
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Quelle: StatPearls: Thromboelastography (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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