de Winter EKG-Muster bei Myokardinfarkt: StatPearls
Hintergrund
Das de Winter EKG-Muster ist ein elektrokardiographischer Befund, der auf einen akuten Verschluss des Ramus interventricularis anterior (LAD) hinweist. Laut der StatPearls-Zusammenfassung tritt dieses Muster bei etwa 2 bis 3,4 Prozent der Personen mit einem Vorderwandinfarkt auf.
Es wird als klinisches Äquivalent zu einem ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) gewertet. Die genaue Pathophysiologie ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch werden subendokardiale Ischämien in einer hyperakuten Phase oder Einflüsse von Kollateralkreisläufen als Ursachen diskutiert.
Betroffene weisen typischerweise klassische Risikofaktoren für eine ischämische Herzerkrankung auf. Zudem zeigen sich in der klinischen Präsentation häufig typische Symptome eines akuten Koronarsyndroms (ACS) wie akuter Brustschmerz, Atemnot und Diaphorese.
Empfehlungen
Die Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:
EKG-Diagnostik
Das de Winter EKG-Muster ist durch spezifische Veränderungen gekennzeichnet, die eine sofortige Erkennung erfordern. Folgende EKG-Kriterien werden beschrieben:
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Aufsteigende ST-Senkung am J-Punkt von 1 bis 3 mm in den Ableitungen V1 bis V6
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Hohe, spitze und positive T-Wellen
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Häufig eine ST-Hebung von 1 bis 2 mm in der Ableitung aVR
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Möglicher Verlust der R-Progression in den Brustwandableitungen
Labordiagnostik
Es wird die Bestimmung von hochsensitivem kardialem Troponin (hs-cTn) empfohlen. Da das de Winter-Muster jedoch eine hyperakute Phase repräsentiert, können die Troponinwerte initial im Normbereich liegen oder nur leicht erhöht sein.
Die Leitlinie betont, dass das Warten auf Laborergebnisse die Reperfusionstherapie nicht verzögern darf. Zur differentialdiagnostischen Abgrenzung kann der Serumkaliumspiegel bestimmt werden.
Klinische Beurteilung
Zur klinischen Beurteilung bei Myokardinfarkt wird die Killip-Klassifikation herangezogen. Diese teilt die Herzinsuffizienz-Zeichen in vier Stadien ein:
| Killip-Klasse | Klinische Befunde |
|---|---|
| Klasse I | Keine klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz |
| Klasse II | Rasselgeräusche, erhöhter Jugularvenendruck, S3-Galopp |
| Klasse III | Evidentes akutes Lungenödem |
| Klasse IV | Kardiogener Schock, Hypotension (systolisch <90 mmHg), Zeichen eines reduzierten Herzzeitvolumens |
Therapie und Management
Bei Vorliegen des de Winter EKG-Musters wird eine sofortige kardiologische Konsultation empfohlen. Das Ziel ist eine zeitnahe Herzkatheteruntersuchung und primäre perkutane Koronarintervention (PCI) gemäß den STEMI-Richtlinien.
Zusätzlich wird eine optimierte medikamentöse Therapie empfohlen. Diese umfasst:
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Aspirin
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Einen P2Y12-Inhibitor
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Antikoagulation nach Empfehlung des interventionellen Kardiologen
Nach erfolgreicher Reperfusion wird die Aufnahme auf eine kardiologische Überwachungsstation oder Intensivstation empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Praxishinweis ist, dass das de Winter EKG-Muster ein STEMI-Äquivalent darstellt, auch wenn keine klassischen ST-Hebungen in den Brustwandableitungen vorliegen. Es wird davor gewarnt, bei initial unauffälligen oder nur leicht erhöhten Troponinwerten die Reperfusionstherapie zu verzögern, da das Muster eine hyperakute Infarktphase widerspiegelt. Zudem wird empfohlen, differentialdiagnostisch an eine Hyperkaliämie zu denken, welche sich jedoch meist durch schmalere T-Wellen auszeichnet.
Häufig gestellte Fragen
Das de Winter EKG-Muster ist ein elektrokardiographisches Zeichen, das auf einen akuten Verschluss des Ramus interventricularis anterior (LAD) hinweist. Laut StatPearls zeigt es sich durch eine aufsteigende ST-Senkung in V1 bis V6 in Kombination mit hohen, positiven T-Wellen.
Ja, das Muster wird klinisch als Äquivalent zu einem ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) gewertet. Es wird eine sofortige kardiologische Abklärung und primäre perkutane Koronarintervention (PCI) empfohlen.
Bei einer Hyperkaliämie sind die T-Wellen typischerweise schmal und sehr spitz geformt. Beim de Winter Muster treten hingegen hohe T-Wellen in direkter Kombination mit einer aufsteigenden ST-Senkung am J-Punkt auf.
Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass das Warten auf kardiale Biomarker wie Troponin die Reperfusionstherapie nicht verzögern darf. In der hyperakuten Phase können die Werte noch im Normbereich liegen.
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Quelle: StatPearls: The de Winter ECG Pattern (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.