Epiglottitis (Supraglottitis): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie behandelt die Epiglottitis, eine lebensbedrohliche Entzündung der Epiglottis und supraglottischer Strukturen. Sie kann durch eine rasche Schwellung zu einer kompletten Atemwegsobstruktion und zum Atemstillstand führen.
Seit der Einführung der Haemophilus-influenzae-Typ-b-Impfung (Hib) ist die Inzidenz bei Kindern stark gesunken. Heutzutage betrifft die Erkrankung dreimal häufiger Erwachsene, bei denen der Begriff Supraglottitis oft zutreffender ist, da sich die Entzündung weiter ausbreitet.
Als häufigste Ursache gelten bakterielle Infektionen, wobei neben H. influenzae auch Streptokokken und Staphylokokken eine Rolle spielen. Zu den nicht-infektiösen Auslösern zählen thermische Verletzungen, Fremdkörperingestionen oder ein Angioödem.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Management:
Klinische Präsentation
Bei Kindern wird auf die klassische Trias aus Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Atemnot hingewiesen. Häufig nehmen die betroffenen Kinder eine sitzende, nach vorn gebeugte Haltung (Tripod-Position) ein.
Bei Erwachsenen stehen laut Leitlinie oft starke Halsschmerzen, eine kloßige Sprache und Schluckbeschwerden im Vordergrund. Die Symptomatik kann hier schleichender beginnen, birgt aber ein ebenso hohes Risiko für eine plötzliche Verschlechterung.
Diagnostik
Bei Kindern wird eine rein klinische Diagnosestellung empfohlen, wobei die Atemwegssicherung absolute Priorität hat. Bildgebung oder Blutentnahmen sollen erst nach gesichertem Atemweg erfolgen.
Bei stabilen Erwachsenen empfiehlt die Leitlinie eine vorsichtige Evaluation:
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Durchführung einer fiberoptischen Nasopharyngoskopie durch einen HNO-Arzt
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Computertomografie (CT) des Halses als bevorzugte Bildgebung
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Alternativ ein laterales Halsröntgenbild zur Darstellung der Epiglottisschwellung (Daumenzeichen)
Atemwegssicherung
Die Atemwegssicherung wird als oberstes Therapieziel definiert. Sauerstoff sollte nur vorsichtig und ohne Zwang appliziert werden.
Für Kinder wird empfohlen, die Intubation idealerweise im Operationssaal unter Sicht durchzuführen. Falls eine endotracheale Intubation nicht möglich ist, wird eine Tracheotomie empfohlen.
Bei Erwachsenen wird bei fehlender akuter Atemnot oft ein konservativeres Vorgehen mit intensivmedizinischer Überwachung empfohlen. Bei Bedarf wird eine wache fiberoptische Intubation durch erfahrene Spezialisten favorisiert.
Medikamentöse Therapie
Nach der Atemwegssicherung wird der sofortige Beginn einer empirischen Antibiotikatherapie empfohlen.
Die Leitlinie nennt folgende Optionen zur Abdeckung der häufigsten Erreger:
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Ceftriaxon
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Cefotaxim
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Cefuroxim
Zusätzlich wird der Einsatz von Kortikosteroiden beschrieben. Diese können das Ödem reduzieren und die intensivmedizinische Behandlungsdauer verkürzen.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierung für die Postexpositionsprophylaxe:
| Medikament | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Rifampicin | 20 mg/kg Körpergewicht (max. 600 mg/Tag) für 4 Tage | Prophylaxe für enge Kontaktpersonen bei Nachweis von H. influenzae Typ b |
Kontraindikationen
Die Leitlinie formuliert klare Kontraindikationen und Warnhinweise für das Management:
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Racheninspektion mit Spatel: Bei Kindern streng kontraindiziert, da dies einen sofortigen Atemstillstand auslösen kann.
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Unbeaufsichtigte Bildgebung: Patienten dürfen niemals unbeaufsichtigt in die Radiologie geschickt werden.
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Rückenlage: Das flache Hinlegen von Patienten mit Atemnot ist zu vermeiden.
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Unnötige Agitation: Blutentnahmen oder das Legen von venösen Zugängen vor der Atemwegssicherung sind bei instabilen Kindern zu unterlassen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Epiglottitis ein absoluter HNO-Notfall ist, bei dem die Atemwegssicherung immer Vorrang vor der Diagnostik hat. Es wird eindringlich davor gewarnt, bei Kindern den Rachen mit einem Zungenspatel zu untersuchen oder sie unbeaufsichtigt zum Röntgen zu schicken. Jegliche Aufregung oder Manipulation kann zu einem sofortigen und fatalen Atemstillstand führen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie zeigt sich bei Kindern oft die klassische Trias aus Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Atemnot. Häufig nehmen die betroffenen Kinder eine sitzende, nach vorn gebeugte Haltung (Tripod-Position) ein.
Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung oft schleichender mit starken Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und einer kloßigen Sprache. Die Leitlinie beschreibt, dass die Entzündung hier meist die gesamte Supraglottis betrifft.
Es wird eine empirische Therapie mit Cephalosporinen wie Ceftriaxon, Cefotaxim oder Cefuroxim empfohlen. Die Leitlinie betont, dass die Antibiotikagabe erst nach der erfolgreichen Atemwegssicherung erfolgen darf.
Ein laterales Halsröntgenbild wird laut Leitlinie nur bei äußerst stabilen und kooperativen Patienten empfohlen. Bei instabilen Patienten oder Kindern mit Atemnot wird von jeglicher Bildgebung vor der Atemwegssicherung abgeraten.
Enge Kontaktpersonen von Patienten, bei denen Haemophilus influenzae Typ b nachgewiesen wurde, sollten eine Prophylaxe erhalten. Die Leitlinie empfiehlt hierfür eine viertägige Gabe von Rifampicin.
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Quelle: StatPearls: Epiglottitis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.