Repaglinid: Dosierung, Indikation und Kontraindikation
Hintergrund
Repaglinide ist ein orales Antidiabetikum aus der Wirkstoffklasse der Meglitinide. Es wird zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt, um den Blutzuckerspiegel zu senken.
Der Wirkstoff stimuliert die endogene Insulinproduktion durch Bindung an ATP-abhängige Kaliumkanäle (SUR1) der pankreatischen Betazellen. Aufgrund des schnellen Wirkeintritts und der kurzen Halbwertszeit von unter 60 Minuten eignet sich Repaglinide besonders zur Kontrolle postprandialer Blutzuckerspitzen.
Laut der StatPearls-Zusammenfassung stellt Repaglinide eine günstige Therapieoption für Personen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) oder terminaler Niereninsuffizienz dar. Es kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Antidiabetika wie Metformin angewendet werden.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung:
Indikation und Einnahme
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Repaglinide sollte etwa 30 Minuten vor einer geplanten Mahlzeit eingenommen werden.
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Wenn eine Mahlzeit ausgelassen wird, wird empfohlen, auch die entsprechende Medikamentendosis auszulassen.
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Eine Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen ist kontraindiziert, da beide Wirkstoffklassen einen ähnlichen Wirkmechanismus aufweisen.
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Bei Schwangeren ist Vorsicht geboten (FDA-Kategorie C), während in der Stillzeit sowie bei Kindern unter 18 Jahren von einer Anwendung abgeraten wird.
Monitoring und Verlaufskontrolle
Zur Überprüfung der Therapieeffizienz wird eine regelmäßige Bestimmung des Nüchternblutzuckers und des HbA1c-Wertes empfohlen.
Dosisanpassungen sollten frühestens nach einer Woche anhand des Nüchternblutzuckers beurteilt werden.
Da Repaglinide über die hepatischen Isoenzyme CYP3A4 und CYP2C8 metabolisiert wird, wird bei gleichzeitiger Gabe von Induktoren oder Inhibitoren (z. B. Clarithromycin, Ketoconazol oder Grapefruitsaft) eine engmaschigere Überwachung angeraten.
Toxizität und Management
Bei einer Überdosierung kann es trotz der kurzen Halbwertszeit zu einer verlängerten Hypoglykämie kommen.
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Bei leichten Fällen wird eine sofortige Nahrungsaufnahme empfohlen.
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In schweren Fällen wird die intramuskuläre oder subkutane Gabe von Glukagon (1 mg bei einem Körpergewicht über 25 kg) angeraten.
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Bei fehlendem Ansprechen auf Glukagon wird eine intravenöse Infusion mit 20%iger Glukoselösung empfohlen.
Dosierung
| Indikation / Ausgangslage | Empfohlene Dosis | Einnahmezeitpunkt |
|---|---|---|
| Startdosis bei HbA1c < 8 % | 0,5 mg | ca. 30 Minuten vor der Mahlzeit |
| Startdosis bei HbA1c > 8 % | 1 bis 2 mg | ca. 30 Minuten vor der Mahlzeit |
| Erhaltungsdosis | 0,5 bis 4 mg (2- bis 3-mal täglich) | ca. 30 Minuten vor der Mahlzeit |
| Maximaldosis | 16 mg pro Tag | Verteilt auf die Mahlzeiten |
Kontraindikationen
Laut Quelle gelten folgende Kontraindikationen für die Einnahme von Repaglinide:
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Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparats
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Diabetes mellitus Typ 1 und diabetische Ketoazidose
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Schwere Leberfunktionsstörungen
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Gleichzeitige Anwendung von Gemfibrozil oder Clopidogrel
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Gleichzeitige Anwendung von NPH-Insulin
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Gleichzeitige Anwendung von Sulfonylharnstoffen (aufgrund des identischen Wirkmechanismus)
Zudem wird auf ein erhöhtes Risiko für periphere Ödeme bei Kombination mit Thiazolidindionen sowie auf ein gesteigertes Hypoglykämierisiko bei Kombination mit Metformin hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt bei der Verordnung von Repaglinide ist die strikte Kopplung an die Nahrungsaufnahme. Es wird dringend empfohlen, die Dosis auszulassen, falls eine geplante Mahlzeit übersprungen wird, um schwere Hypoglykämien zu vermeiden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Überdosierung trotz der kurzen Halbwertszeit des Medikaments zu einer unerwartet langanhaltenden Hypoglykämie führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Einnahme etwa 30 Minuten vor einer Mahlzeit. Wird eine Mahlzeit ausgelassen, sollte auch die entsprechende Medikamentendosis pausiert werden.
Ja, laut StatPearls gilt Repaglinide als günstige Therapieoption bei chronischer Nierenerkrankung und terminaler Niereninsuffizienz. Es wird in diesen Fällen als sicherer eingestuft als Metformin oder Sulfonylharnstoffe.
Da der Wirkstoff über CYP3A4 und CYP2C8 metabolisiert wird, bestehen Wechselwirkungen mit Inhibitoren und Induktoren dieser Enzyme. Dazu zählen unter anderem Clarithromycin, Ketoconazol, Rifampicin sowie Gemfibrozil und Clopidogrel, wobei die beiden letzteren streng kontraindiziert sind.
Bei leichten Symptomen reicht oft eine sofortige Nahrungsaufnahme aus. In schweren Fällen wird die Gabe von Glukagon oder eine intravenöse Infusion mit 20%iger Glukoselösung empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Repaglinide (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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