Pneumonie: Diagnostik, CURB-65 und Antibiotikatherapie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie definiert die Pneumonie als eine Infektion des Lungenparenchyms. Es handelt sich dabei um einen Überbegriff für verschiedene Syndrome, die durch unterschiedliche Erreger verursacht werden und zu vielfältigen klinischen Manifestationen führen.
Die Klassifikation erfolgt primär nach dem Ort der Akquisition, was für die empirische Therapieplanung entscheidend ist. Unterschieden werden die ambulant erworbene Pneumonie (CAP), die im Krankenhaus erworbene Pneumonie (HAP) und die beatmungsassoziierte Pneumonie (VAP).
Histopathologisch wird zwischen der lobären Pneumonie und der Bronchopneumonie unterschieden. Die lobäre Pneumonie verläuft klassischerweise in vier Stadien: Anschoppung, rote Hepatisation, graue Hepatisation und schließlich die Resolution.
Empfehlungen
Diagnostik
Laut Leitlinie wird für die Diagnose einer Pneumonie der Nachweis eines Infiltrats im Röntgen-Thorax in Kombination mit passenden klinischen Befunden gefordert. Dies gilt als die beste Methode zur Diagnosestellung.
Zur Differenzierung zwischen viralen und bakteriellen Ursachen können Procalcitonin und das C-reaktive Protein (CRP) herangezogen werden.
Bei einer beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) wird ein spezifisches Vorgehen empfohlen:
-
Durchführung eines Röntgen-Thorax oder CT-Scans bei klinischem Verdacht
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Invasive Probengewinnung mittels (Mini-)Bronchoalveolärer Lavage (BAL) oder geschützter Bürstenbiopsie (PSB)
-
Sicherstellung der mikrobiologischen Probenentnahme vor Beginn der antimikrobiellen Therapie
Risikostratifizierung und Behandlungsort
Für die ambulant erworbene Pneumonie (CAP) wird der CURB-65-Score zur Entscheidung über den Behandlungsort herangezogen. Der Score bewertet Verwirrtheit, Harnstoff (BUN > 20 mg/dl), Atemfrequenz (> 30/min), Blutdruck (< 90/60 mmHg) und ein Alter über 65 Jahre.
| CURB-65 Score | Behandlungsort | Empirische Therapie (Beispiele) |
|---|---|---|
| 0 bis 1 | Ambulant | Makrolide, Doxycyclin oder Fluorchinolone |
| 2 bis 3 | Normalstation | Fluorchinolone oder Makrolide + Beta-Laktame |
| ≥ 4 | Intensivstation (ICU) | Beta-Laktam + Fluorchinolon oder Makrolid |
Therapie
Die empirische Antibiotikatherapie richtet sich nach der Klassifikation und dem Schweregrad. Bei einer CAP im ambulanten Setting werden laut Leitlinie Makrolide oder Doxycyclin (ohne Komorbiditäten) beziehungsweise Fluorchinolone oder Beta-Laktame plus Makrolide (mit Komorbiditäten) eingesetzt.
Die Behandlung von HAP und VAP erfordert in der Regel Breitspektrumantibiotika und wird durch lokale Resistenzmuster sowie patientenspezifische Risikofaktoren für multiresistente Erreger (MRE) gesteuert.
Für Patienten ohne MRE-Risikofaktoren wird häufig eine Kombination aus Piperacillin/Tazobactam, Cefepim und Levofloxacin gewählt. Bei Vorliegen von MRE-Risikofaktoren wird eine Kombinationstherapie unter Einschluss eines Aminoglykosids empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei einer beatmungsassoziierten Pneumonie (VAP) zwingend eine invasive mikrobiologische Probengewinnung vor dem Beginn der empirischen Antibiotikatherapie erfolgen muss. Zudem wird betont, dass Pilzinfektionen auch bei immunkompetenten Personen eine Pneumonie verursachen können, was im klinischen Alltag häufig übersehen wird und zu ungünstigen Verläufen führt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Pneumonie als krankenhauserworben (HAP) klassifiziert, wenn sie 48 Stunden nach stationärer Aufnahme auftritt. Eine beatmungsassoziierte Pneumonie (VAP) liegt vor, wenn die Infektion 48 Stunden nach einer endotrachealen Intubation erworben wird.
Der Score umfasst fünf Kriterien: Verwirrtheit, Harnstoff über 20 mg/dl, Atemfrequenz über 30 pro Minute, Blutdruck unter 90/60 mmHg und ein Alter über 65 Jahre. Für jedes zutreffende Kriterium wird ein Punkt vergeben, woraus sich der empfohlene Behandlungsort ableitet.
Die Leitlinie empfiehlt als beste Methode den Nachweis eines Infiltrats im Röntgen-Thorax in Kombination mit passenden klinischen Symptomen. Bei typischen Fällen kann direkt eine empirische Therapie begonnen werden, ohne dass umfangreiche Labortests zwingend erforderlich sind.
Zur Differenzierung zwischen viralen und bakteriellen Ursachen können laut StatPearls-Leitlinie Procalcitonin und das C-reaktive Protein (CRP) bestimmt werden. Dies wird besonders dann empfohlen, wenn die klinischen und radiologischen Befunde nicht eindeutig sind.
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Quelle: StatPearls: Pneumonia Pathology (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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