Oropharyngealtubus (Guedel): Indikation und Technik
Hintergrund
Akutes Atemversagen kann durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden und ohne effektives Atemwegsmanagement zum Herz-Lungen-Stillstand führen. Die StatPearls-Zusammenfassung betont, dass die Sicherung der Atemwege eine essenzielle Komponente der kardiopulmonalen Reanimation darstellt.
Obstruktionen der oberen Atemwege entstehen häufig durch anatomische Besonderheiten, pathologische Prozesse oder als Nebenwirkung von Sedativa. Besonders bei adipösen Patienten oder Kleinkindern besteht ein erhöhtes Risiko für eine Verlegung der Atemwege durch zurückfallendes Gewebe.
Wenn einfache Manöver wie die Überstreckung des Kopfes oder das Absaugen von Sekret nicht ausreichen, wird der Einsatz von Atemwegshilfen erforderlich. Der Oropharyngealtubus dient dabei als wichtiges Instrument, um die Durchgängigkeit der Atemwege zu gewährleisten.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für den Einsatz eines Oropharyngealtubus:
Indikation und Größenauswahl
Der Oropharyngealtubus wird eingesetzt, um die Atemwege offenzuhalten, indem er das Zurückfallen der Zunge auf die Epiglottis verhindert. Dies ist laut Text besonders bei bewusstlosen Personen relevant, da hier die entspannte Kiefermuskulatur zu einer Atemwegsobstruktion führen kann.
Für die Auswahl der korrekten Größe (verfügbar von 40 mm bis 110 mm) wird eine anatomische Abmessung empfohlen:
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Der Flansch (Schild) sollte extern auf Höhe der Lippen anliegen.
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Die Spitze des Tubus muss den Kieferwinkel (Angulus mandibulae) erreichen.
Einlagetechniken
Die Quelle beschreibt drei primäre Techniken für das Einführen des Tubus. Diese werden in der folgenden Übersicht dargestellt:
| Technik | Vorgehensweise | Besonderheiten / Risiken |
|---|---|---|
| Technik 1 (Spatel) | Mund öffnen, Zunge mit Zungenspatel herunterdrücken, Tubus mit kaudal zeigender Spitze direkt über die Zunge einführen. | Gilt als direkte Methode ohne Rotation. |
| Technik 2 (180-Grad-Drehung) | Tubus mit kranial (zephalad) zeigender Spitze einführen, beim Vorschieben in den hinteren Oropharynx um 180 Grad drehen. | Potenzielles Risiko für Verletzungen des harten und weichen Gaumens. |
| Technik 3 (90-Grad-Drehung) | Tubus mit Spitze in Richtung Mundwinkel einführen, beim Vorschieben in den Oropharynx um 90 Grad drehen. | Alternative Rotationsmethode. |
Klinische Anwendung
Es wird hervorgehoben, dass der Tubus nicht nur eine Obstruktion durch die Zunge oder vergrößerte Tonsillen umgehen kann. Er verbessert laut Text auch signifikant die Effektivität einer Beutel-Masken-Beatmung während der Reanimation.
Kontraindikationen
Laut Quelle bestehen folgende strikte Kontraindikationen für die Verwendung eines Oropharyngealtubus:
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Bewusste Personen mit intaktem Würgereflex (ein vorhandener Hustenreflex gilt als Zeichen für einen intakten Würgereflex).
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Vorliegen eines Fremdkörpers, der die Atemwege verlegt.
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Patienten mit Nasenfrakturen oder aktivem Nasenbluten (gemäß expliziter Angabe im Quelltext).
💡Praxis-Tipp
Die Quelle warnt ausdrücklich vor der Wahl einer falschen Tubusgröße, da dies die klinische Situation verschlechtern kann. Ein zu kleiner Tubus kann die Atemwegsobstruktion weiter verstärken, während ein zu groß gewählter Tubus einen Laryngospasmus auslösen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Zusammenfassung wird die Größe anhand anatomischer Landmarken bestimmt. Der Flansch sollte an den Lippen anliegen, während die Spitze bis zum Kieferwinkel reichen muss.
Nein, die Quelle kontraindiziert den Einsatz bei wachen Personen mit intaktem Würgereflex. Wenn der Betroffene husten kann, ist der Würgereflex noch vorhanden und der Tubus darf nicht eingeführt werden.
Der Text weist darauf hin, dass das Einführen mit kranial zeigender Spitze und anschließender 180-Grad-Drehung Verletzungen verursachen kann. Insbesondere der harte und weiche Gaumen können bei dieser Methode beschädigt werden.
Als mögliche Komplikationen nennt der Text das Auslösen von Erbrechen mit anschließender Aspiration sowie Schäden an den oralen Strukturen oder Zähnen. Zudem kann eine falsche Größe zu Laryngospasmus oder verstärkter Obstruktion führen.
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Quelle: StatPearls: Oropharyngeal Airway (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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