StatPearls2026

Nortriptylin: Indikation, Dosierung und Nebenwirkungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nortriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum (TCA) der Gruppe der sekundären Amine. Der Wirkstoff entfaltet seine antidepressive Wirkung primär durch die Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin an der präsynaptischen Membran.

Zusätzlich hemmt Nortriptylin die Aktivität von Histamin, 5-Hydroxytryptamin und Acetylcholin. Neben der psychiatrischen Hauptindikation wird das Medikament in der Praxis häufig für verschiedene neurologische und schmerztherapeutische Indikationen eingesetzt.

Die Metabolisierung erfolgt nach oraler Aufnahme primär in der Leber über das Cytochrom-P450-Enzym CYP2D6. Dies macht den Wirkstoff anfällig für pharmakogenetische Variationen und erfordert bei bestimmten Patientengruppen eine Dosisanpassung oder den Verzicht auf das Medikament.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur klinischen Anwendung:

Indikation und Einsatzgebiete

Laut Text ist Nortriptylin von der FDA ausschließlich für die Behandlung von Depressionen zugelassen. Für Kinder liegt keine Zulassung vor.

Zusätzlich wird ein Off-Label-Einsatz bei folgenden Erkrankungen beschrieben:

  • Chronische Schmerzsyndrome und diabetische Neuropathie

  • Post-Zoster-Neuralgie und Trigeminusneuralgie

  • Migräneprophylaxe und Raucherentwöhnung

Monitoring und Überwachung

Es wird empfohlen, den therapeutischen Plasmaspiegel im Bereich von 50 bis 150 ng/mL zu halten. Bei Dosen über 100 mg täglich ist eine Spiegelkontrolle laut Text zwingend erforderlich.

Zudem wird ein engmaschiges Monitoring folgender Parameter empfohlen:

  • Kardiale Parameter: Herzfrequenz, Blutdruck und EKG, insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit kardialen Vorerkrankungen.

  • Psychiatrische Parameter: Überwachung auf Suizidgedanken, besonders zu Therapiebeginn und bei Dosisanpassungen.

  • Klinischer Verlauf: Nutzung standardisierter Fragebögen wie PHQ-9 oder MADRS zur Beurteilung der Depressionsschwere.

Management bei Toxizität

Bei einer Überdosierung steht die Sicherung der Atemwege im Vordergrund. Der Text beschreibt folgende spezifische Maßnahmen:

  • Gabe von Natriumbicarbonat bei einer QRS-Verbreiterung von über 100 Millisekunden oder bei ventrikulären Arrhythmien.

  • Einsatz von Benzodiazepinen (wie Lorazepam oder Diazepam) bei Krampfanfällen.

  • Gabe von Aktivkohle nur innerhalb der ersten zwei Stunden nach Ingestion.

Der Einsatz von Physostigmin ist bei einer TCA-Toxizität strikt kontraindiziert, da dies zu einem Herzstillstand führen kann.

Dosierung

Der Text gibt folgende Dosierungsrichtlinien für Erwachsene vor:

IndikationDarreichungsformÜbliche DosierungMaximale Tagesdosis
Depression (Erwachsene)Kapsel / Lösung25 mg 3- bis 4-mal täglich150 mg

Es wird empfohlen, die Therapie mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese nach Bedarf zu steigern. Alternativ kann die gesamte Tagesdosis auch einmal täglich verabreicht werden.

Bei Personen mit eingeschränkter Leberfunktion wird zu Vorsicht und einer Dosisreduktion geraten. Bei Vorliegen eines CYP2D6-Polymorphismus (ultraschnelle oder schlechte Metabolisierer) sollte laut Text auf alternative Präparate ausgewichen werden.

Kontraindikationen

Der Text nennt folgende absolute und relative Kontraindikationen für Nortriptylin:

  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern, Linezolid oder intravenösem Methylenblau (Gefahr eines lebensbedrohlichen Serotoninsyndroms).

  • Akute Erholungsphase nach einem Myokardinfarkt.

  • Bestätigtes oder vermutetes Brugada-Syndrom (Risiko für EKG-Anomalien und plötzlichen Herztod).

  • Anatomisch enger Kammerwinkel (Gefahr eines akuten Winkelblockglaukoms durch Pupillendilatation).

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Nortriptylin oder andere Dibenzazepine.

Zudem existiert eine Black-Box-Warnung der FDA bezüglich eines erhöhten Suizidrisikos bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein abrupter Wirkstoffentzug von Nortriptylin kann zu Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen führen. Der Text empfiehlt daher, das Medikament stets ausschleichend über einen längeren Zeitraum abzusetzen. Zudem wird vor der Kombination mit SSRI wie Fluoxetin gewarnt, da dies das Risiko für ein Serotoninsyndrom signifikant erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Laut Text muss nach dem Absetzen eines MAO-Hemmers eine Pause von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Dies verhindert das Auftreten eines lebensbedrohlichen Serotoninsyndroms.

Die sichere Anwendung in der Schwangerschaft ist laut Text nicht abschließend geklärt, weshalb eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen wird. In der Stillzeit gilt Nortriptylin als bevorzugtes TCA, jedoch weisen Paroxetin und Sertralin ein besseres Sicherheitsprofil auf.

Der Text warnt davor, dass Fluoxetin einen aktiven Metaboliten mit langer Halbwertszeit besitzt. Es wird empfohlen, Fluoxetin bis zu sechs Wochen vor Beginn einer neuen serotonergen Therapie abzusetzen, um toxische Interaktionen zu vermeiden.

Das typische Kennzeichen einer kardialen Toxizität durch trizyklische Antidepressiva ist eine Verbreiterung des QRS-Komplexes. In solchen Fällen wird laut Text die intravenöse Gabe von Natriumbicarbonat empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Nortriptyline (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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