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National Institute for Health and Care Excellence (NICE)Kardiologie

Zwillings- und Drillingsschwangerschaft: NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf National Institute for Health and Care Excellence (NICE) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Bestimmung von Gestationsalter und Chorionizität sollte im ersten Trimenon per Ultraschall erfolgen.
  • Zur Prävention von Frühgeburten wird bei einer Zervixlänge ≤ 25 mm vaginales Progesteron (200 mg/Tag) empfohlen.
  • Der optimale Entbindungszeitpunkt variiert je nach Chorionizität (z. B. 37 Wochen bei dichorial-diamnioten Zwillingen).
  • In der Eröffnungsperiode wird ab 26 Schwangerschaftswochen eine kontinuierliche CTG-Überwachung beider Feten empfohlen.
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Hintergrund

Zwillings- und Drillingsschwangerschaften erfordern eine spezialisierte Betreuung, da sie mit einem erhöhten Risiko für fetale und maternale Komplikationen einhergehen. Die Bestimmung von Chorionizität und Amnionizität ist essenziell für die weitere Risikostratifizierung.

SchwangerschaftstypChorionizität und Amnionizität
Dichorial-diamniote ZwillingeEigene Plazenta und eigene Fruchtblase für jedes Kind
Monochorial-diamniote ZwillingeGemeinsame Plazenta, getrennte Fruchtblasen
Monochorial-monoamniote ZwillingeGemeinsame Plazenta und gemeinsame Fruchtblase
Trichorial-triamniote DrillingeEigene Plazenta und Fruchtblase für jedes Kind

Diagnostik und Überwachung

Die Bestimmung des Gestationsalters und der Chorionizität sollte im ersten Trimenon erfolgen.

  • Gestationsalter: Schätzung anhand des größten Feten, um Fehler durch frühe Wachstumsrestriktionen zu vermeiden.
  • Chorionizität: Bestimmung mittels Ultraschall (Anzahl der Plazentamassen, Membrandicke, Lambda- oder T-Zeichen).
  • Nomenklatur: Feten eindeutig benennen (z. B. oben/unten, links/rechts) und konsistent dokumentieren.

Prävention der Frühgeburt

Mehrlingsschwangerschaften haben ein deutlich erhöhtes Risiko für spontane Frühgeburten. Ein routinemäßiges Screening mittels fetalem Fibronektin oder Heim-Uterus-Monitoring wird nicht empfohlen.

MaßnahmeIndikation / Bemerkung
Zervixlängen-ScreeningEinmaliger Ultraschall zwischen 16 und 20 Wochen empfohlen.
Vaginales Progesteron200 mg/Tag zur Nacht bei Zervixlänge ≤ 25 mm. Fortführung bis 34 Wochen.
Nicht empfohlene MaßnahmenArabin-Pessar, Bettruhe, Cerclage, orale Tokolytika, intramuskuläres Progesteron.

Fetale Komplikationen

Die Überwachung auf Wachstumsrestriktionen und das feto-fetale Transfusionssyndrom (FFTS) ist ein zentraler Bestandteil der Schwangerenvorsorge.

  • Dichorial/Trichorial: Ultraschallkontrollen ab 24 Wochen (alle 28 Tage bei Zwillingen, alle 14 Tage bei Drillingen).
  • Monochorial: Ultraschallkontrollen ab 16 Wochen (alle 14 Tage) zur Überwachung auf FFTS und Wachstumsrestriktion.
  • Überweisung in ein Perinatalzentrum: Bei einer geschätzten Gewichtsdifferenz von ≥ 25 % und einem Schätzgewicht unter der 10. Perzentile.

Geburtsplanung und Timing

Der optimale Entbindungszeitpunkt hängt maßgeblich von der Chorionizität ab, um das Risiko des intrauterinen Fruchttods zu minimieren.

SchwangerschaftstypEmpfohlener Entbindungszeitpunkt
Dichorial-diamniote Zwillinge37 Wochen
Monochorial-diamniote Zwillinge36 Wochen
Monochorial-monoamniote Zwillinge32+0 bis 33+6 Wochen
Trichorial-/Dichorial-triamniote Drillinge35 Wochen

Intrapartale Überwachung und Entbindung

  • CTG-Überwachung: Ab 26 Schwangerschaftswochen wird in der Eröffnungsperiode eine kontinuierliche CTG-Überwachung beider Feten (Dual-Channel) empfohlen.
  • Analgesie: Eine Epiduralanästhesie wird bei vaginaler Geburt empfohlen, um bei Bedarf eine schnelle operative Entbindung zu ermöglichen.
  • Plazentarperiode: Aufgrund des erhöhten Risikos für postpartale Hämorrhagien ist ein aktives Management der Plazentarperiode indiziert. Ein physiologisches Management wird nicht empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Bestimmen Sie die Chorionizität und Amnionizität idealerweise im ersten Trimenon mittels Ultraschall (Lambda- oder T-Zeichen) und dokumentieren Sie die Nomenklatur der Feten (z. B. links/rechts) eindeutig, um Verwechslungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Bei 37 Schwangerschaftswochen.
Bei einer Zervixlänge von ≤ 25 mm wird die tägliche vaginale Gabe von 200 mg Progesteron bis zur 34. Woche empfohlen.
Ja, ab 26 Schwangerschaftswochen wird eine kontinuierliche CTG-Überwachung beider Feten mittels Dual-Channel-CTG empfohlen.
Es wird ausschließlich ein aktives Management empfohlen, da ein stark erhöhtes Risiko für postpartale Hämorrhagien besteht.

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