Mukoviszidose (CF): Diagnostik und CFTR-Modulatoren
Hintergrund
Die Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist eine autosomal-rezessive genetische Erkrankung, die durch Mutationen im CFTR-Gen auf Chromosom 7 verursacht wird. Laut der StatPearls-Zusammenfassung führt der Defekt dieses Chloridkanals zu einer verminderten Chloridsekretion und einer erhöhten Natriumrückresorption.
Dies resultiert in eingedickten Schleimsekreten, die nahezu jedes Organsystem betreffen können. Besonders häufig manifestiert sich die Erkrankung an den Nasennebenhöhlen, der Lunge, dem Pankreas, dem hepatobiliären System sowie den Schweißdrüsen.
Weltweit sind über 2000 verschiedene Mutationen bekannt, die in fünf Dysfunktionsklassen eingeteilt werden. Die häufigste Variante ist die [delta]F508-Mutation, eine Klasse-II-Mutation, die bei einem Großteil der Betroffenen zu einer exokrinen Pankreasinsuffizienz führt.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:
Diagnostik
Die Diagnose erfordert das Vorliegen von mindestens einem klinischen Kriterium und einem laborchemischen Nachweis der CFTR-Dysfunktion.
Als klinische Kriterien gelten ein positives Neugeborenenscreening, ein betroffenes Geschwisterkind oder typische Symptome in mindestens einem Organsystem.
Für den laborchemischen Nachweis wird eines der folgenden Kriterien gefordert:
-
Ein erhöhter Schweißchloridwert von über 60 mEq/L
-
Der Nachweis von zwei krankheitsverursachenden CFTR-Mutationen
-
Eine abnormale nasale Potenzialdifferenz
Pulmonale Therapie
Bei akuten pulmonalen Exazerbationen wird eine gezielte Antibiotikatherapie empfohlen, die insbesondere das Spektrum für Pseudomonas aeruginosa abdeckt.
Es wird betont, dass inhalative Antibiotika in Kombination mit oralem Ciprofloxacin ebenso wirksam sind wie eine intravenöse Gabe von Ceftazidim und Tobramycin.
Zur Förderung der Atemwegs-Clearance wird der Einsatz von inhalativen Bronchodilatatoren sowie Sekretolytika wie Dornase alfa oder 7%iger hypertoner Kochsalzlösung beschrieben. Inhalative Kortikosteroide sollten nur bei rezidivierendem Giemen analog zu Asthma-Richtlinien eingesetzt werden.
Ernährung und supportive Therapie
Es wird eine hochkalorische und fettreiche Ernährung empfohlen, um der Malabsorption entgegenzuwirken und chronischen Entzündungen zu begegnen.
Zusätzlich wird die Substitution von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E und K) sowie die Gabe von Pankreasenzymen angeraten.
Bei fortgeschrittener, terminaler Lungenerkrankung mit einer FEV1 unter 30% des Sollwerts sollte eine Lungentransplantation evaluiert werden.
Dosierung
Die Leitlinie führt spezifische Dosierungen für CFTR-Modulatoren in Abhängigkeit von der Mutationsklasse und dem Alter auf:
| Wirkstoff | Indikation / Mutation | Alter / Gewicht | Dosierung |
|---|---|---|---|
| Ivacaftor | Klasse III (z.B. G551D) | > 6 Jahre | 150 mg p.o. alle 12 Stunden |
| Ivacaftor | Klasse III (z.B. G551D) | < 14 kg Körpergewicht | 50 mg p.o. alle 12 Stunden |
| Ivacaftor | Klasse III (z.B. G551D) | > 14 kg Körpergewicht | 75 mg p.o. alle 12 Stunden |
| Lumacaftor / Ivacaftor | Homozygote [delta]F508-Mutation | > 6 Jahre | 2 Tabletten (200 mg / 125 mg) p.o. alle 12 Stunden |
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fallstrick ist die unkritische Verordnung von inhalativen Kortikosteroiden bei Mukoviszidose. Die Leitlinie weist darauf hin, dass es keine ausreichende Evidenz für deren routinemäßigen Einsatz gibt. Es wird empfohlen, diese Medikamente nur bei Personen mit rezidivierendem Giemen einzusetzen, die nicht allein auf Bronchodilatatoren ansprechen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls erfordert die Diagnose mindestens ein klinisches Symptom oder ein positives Screening in Kombination mit einem laborchemischen Nachweis. Als Laborbeweis gelten ein Schweißchloridwert über 60 mEq/L, zwei nachgewiesene CFTR-Mutationen oder eine abnormale nasale Potenzialdifferenz.
Die Leitlinie gibt an, dass inhalative Antibiotika, gegebenenfalls in Kombination mit oralen Präparaten wie Ciprofloxacin, effektiv sind. Es wird betont, dass diese Kombinationstherapie einer intravenösen Gabe von Ceftazidim und Tobramycin ebenbürtig ist.
Es wird eine hochkalorische Ernährung empfohlen, um den erhöhten metabolischen Bedarf zu decken. Laut Quelle liegt der empfohlene Bedarf für Frauen bei 2500 bis 3000 Kalorien und für Männer bei 3000 bis 3700 Kalorien täglich.
Diese Kombinationstherapie wird für Personen ab 6 Jahren empfohlen, die homozygot für die [delta]F508-Mutation sind. Lumacaftor fungiert dabei als Chaperon, um das defekte Protein an die Zelloberfläche zu transportieren.
Inhalative 7%ige hypertone Kochsalzlösung wird generell zur Förderung der Atemwegs-Clearance eingesetzt. Die Leitlinie merkt jedoch an, dass die Evidenz für einen signifikanten Nutzen zur Verkürzung der Liegedauer während einer akuten stationären Exazerbation begrenzt ist.
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Quelle: StatPearls: Cystic Fibrosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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