StatPearls2026

Motilin: Physiologie, GI-Motilität und Gastroparese

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Motilin als ein gastrointestinales Hormon, das aus 22 Aminosäuren besteht. Es wird zyklisch während der Nüchternphase von den enteroendokrinen M-Zellen im oberen Dünndarm, insbesondere im Duodenum, sezerniert.

Das Hormon bindet an G-Protein-gekoppelte Rezeptoren und vermittelt die Kontraktion der glatten Muskulatur. Dies geschieht auf zellulärer Ebene durch die Aktivierung der Phospholipase C und einen Anstieg des intrazellulären Kalziums sowie Diacylglycerin.

Zielorgane von Motilin sind der Magen, der Dünn- und Dickdarm, der untere Ösophagussphinkter sowie die Gallenblase. Die stärkste Rezeptorexpression findet sich laut Leitlinie im Duodenum und Ileum.

Empfehlungen

Die Leitlinie fasst die physiologischen Funktionen und klinischen Aspekte von Motilin wie folgt zusammen:

Physiologische Funktionen

Motilin stimuliert die Motilität von Magen und Dünndarm und reguliert den sogenannten Migrating Motor Complex (MMC). Dieser Prozess findet in der Nüchternphase im Abstand von 1,5 bis 2 Stunden statt und dient dem Transport unverdauter Nahrung.

Der MMC wird in drei Phasen unterteilt:

  • Phase I: Die glatte Muskulatur des Gastrointestinaltrakts ruht.

  • Phase II: Die peristaltische Aktivität im Verdauungstrakt nimmt zu.

  • Phase III: Es kommt zur maximalen Kontraktionsaktivität, wobei der Pylorus geöffnet bleibt.

Zusätzlich fördert Motilin die Entleerung der Gallenblase, die Insulinsekretion und das Hungergefühl. Es erhöht zudem die Pepsin- und Säuresekretion im Magen sowie den Ruhedruck des unteren Ösophagussphinkters.

Regulation der Sekretion

Die Ausschüttung von Motilin wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Eine Nahrungsaufnahme mit hohem Fettanteil sowie eine Ansäuerung des Duodenums steigern die Sekretion.

Im Gegensatz dazu wird die Motilinfreisetzung durch die Aufnahme von Glukose gehemmt. Auch das Hormon Sekretin senkt die gastrointestinale Motilität, indem es den Plasma-Motilinspiegel reduziert.

Klinische und pathophysiologische Aspekte

In der Schwangerschaft kommt es zu einer signifikanten Reduktion des Motilinspiegels. Dies erklärt teilweise die gastrointestinale Hypomotilität bei Schwangeren, die sich durch Obstipation, Sodbrennen und Gallenblasenstauung äußern kann.

Die Leitlinie hebt die Bedeutung von Erythromycin als Motilin-Rezeptor-Agonisten (Motilid) hervor. Es fördert die Magenentleerung und wird als prokinetischer Ansatzpunkt für die Therapie der diabetischen Gastroparese erforscht.

Zudem wird ein niedriger Motilinspiegel mit einer Hypomotilität des Sphinkter Oddi in Verbindung gebracht. Dies kann laut Leitlinie einen duodeno-biliären Reflux bei Patienten nach Cholezystektomie begünstigen.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass das Antibiotikum Erythromycin als Agonist an Motilin-Rezeptoren wirkt und dadurch konzentrationsabhängige Magenkontraktionen auslöst. Dieser prokinetische Effekt kann klinisch relevant sein, weshalb Motilide als potenzieller Therapieansatz bei diabetischer Gastroparese betrachtet werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls-Leitlinie stimuliert Motilin die gastrointestinale Motilität und reguliert den Migrating Motor Complex (MMC) in der Nüchternphase. Es fördert zudem die Entleerung der Gallenblase und steigert das Hungergefühl.

Die Leitlinie erklärt dies durch eine signifikante Reduktion des Motilinspiegels während der Schwangerschaft. Dies führt zu einer gastrointestinalen Hypomotilität, die sich als Obstipation, Sodbrennen oder Gallenblasenstauung manifestieren kann.

Erythromycin wirkt als Agonist an den Motilin-Rezeptoren und fördert dadurch die Magenentleerung. Es wird laut Leitlinie aufgrund dieses prokinetischen Effekts als möglicher Therapieansatz für die diabetische Gastroparese untersucht.

Die Freisetzung von Motilin wird durch die Aufnahme von Glukose unterdrückt. Zudem führt das Hormon Sekretin zu einer Abnahme des Plasma-Motilinspiegels, was die Motilität des Verdauungstrakts verringert.

Der MMC ist ein Bewegungsmuster des Magen-Darm-Trakts, das in der Nüchternphase auftritt und von Motilin gesteuert wird. Er dient dem Transport unverdauter Nahrungsreste und verhindert die bakterielle Migration vom Dickdarm in das terminale Ileum.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Physiology, Motilin (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.