StatPearls2026

Mesenterialvenenthrombose: CT-Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Mesenterialvenenthrombose (MVT) ist ein Blutgerinnsel in der Vena mesenterica superior oder inferior. Sie ist für 5 bis 15 % aller mesenterialen Ischämie-Ereignisse verantwortlich.

In 60 bis 75 % der Fälle liegt eine Hyperkoagulabilität zugrunde. Häufige Auslöser sind vererbte oder erworbene Thrombophilien, intraabdominelle Infektionen, Entzündungen oder Malignome.

Die Erkrankung kann akut, subakut oder chronisch verlaufen. Während eine akute Thrombose zu einer lebensbedrohlichen Darminfarktion und Sepsis führen kann, ist die chronische Form oft durch die Ausbildung von Kollateralen und portaler Hypertension gekennzeichnet.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:

Diagnostik

Als primäre Bildgebung wird eine CT-Untersuchung des Abdomens und Beckens mit intravenösem Kontrastmittel empfohlen. Diese Modalität kann die Diagnose in etwa 90 % der Fälle sichern.

Radiologische Ischämiezeichen umfassen eine Darmwandverdickung von über 3 mm, freie Flüssigkeit und portales Venengas.

Zusätzlich wird eine umfassende Labordiagnostik empfohlen, die ein Blutbild, Gerinnungsparameter und ein Thrombophilie-Screening beinhaltet. Ein erhöhter Laktatwert wird als später Marker einer Ischämie gewertet.

Konservative Therapie

Bei stabilen Patienten wird eine nicht-operative Behandlung mit Nahrungskarenz, Flüssigkeitssubstitution und sofortiger Antikoagulation empfohlen.

Als initiales Antikoagulans der Wahl wird unfraktioniertes Heparin genannt. Nach Stabilisierung sollte auf eine orale Erhaltungstherapie mit Warfarin oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAC) umgestellt werden.

Die empfohlene Therapiedauer beträgt 6 Monate bei reversiblen Ursachen. Bei vererbbaren oder erworbenen thrombophilen Zuständen ist eine lebenslange Antikoagulation indiziert.

Interventionelle und Chirurgische Therapie

Bei signifikanter Thrombuslast oder klinischer Verschlechterung werden interventionell-radiologische Maßnahmen wie die kathetergesteuerte Thrombolyse oder Thrombektomie empfohlen.

Eine offene Operation ist indiziert, wenn eine Sepsis durch ischämischen Darm oder eine Perforation vorliegt. Das chirurgische Ziel ist die Erhaltung von Darmgewebe bei gleichzeitiger Resektion nekrotischer Segmente.

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation
tPA (Tissue-type plasminogen activator)5 mg initial, gefolgt von 0,5 mg/h kontinuierlichKathetergesteuerte Thrombolyse
Urokinase80.000 IE/TagKathetergesteuerte Thrombolyse
Heparin-Natrium40 mg alle 12 StundenBegleitend bei Thrombolyse

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen für eine kathetergesteuerte Fibrinolyse:

  • Intrakranielle Blutung

  • Z.n. Schlaganfall

  • Primäre oder metastasierte Erkrankungen des zentralen Nervensystems

  • Kürzlich erfolgte Operationen oder Traumata

  • Vorliegender Mesenterialinfarkt

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass starke abdominelle Schmerzen, die in keinem Verhältnis zu den klinischen Befunden stehen, immer den Verdacht auf eine akute Mesenterialvenenthrombose lenken sollten. Es wird davor gewarnt, sich zum Ischämie-Ausschluss auf Laktatwerte zu verlassen, da diese erst spät ansteigen. Eine Verzögerung der Diagnose um mehr als 24 Stunden nach Symptombeginn erhöht die Mortalität auf bis zu 100 %.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die CT-Untersuchung des Abdomens und Beckens mit intravenösem Kontrastmittel die Methode der Wahl. Sie sichert die Diagnose in etwa 90 % der Fälle.

Bei reversiblen Ursachen wird eine Antikoagulation für 6 Monate empfohlen. Liegt eine vererbbare oder erworbene Thrombophilie vor, ist eine lebenslange Therapie indiziert.

Eine offene Operation wird empfohlen, wenn eine Sepsis durch ischämischen Darm oder eine Darmperforation vorliegt. Ziel ist die Resektion der nekrotischen Darmabschnitte.

Die Leitlinie empfiehlt die Antikoagulation auch bei Patienten mit portaler Hypertension und Varizen. Bei symptomatischen Varizen sollte jedoch vorab eine Dekompression erfolgen.

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Quelle: StatPearls: Mesenteric Venous Thrombosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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