Lungenperfusionsszintigrafie (V/Q-Scan): Indikationen
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Lungenperfusionsszintigrafie (V/Q-Scan) als diagnostisches Verfahren zur Beurteilung der Lungenventilation und -perfusion mittels Radioisotopen. Obwohl die CT-Pulmonalisangiografie (CTPA) als Goldstandard gilt, wird der V/Q-Scan laut Leitlinie eingesetzt, wenn intravenöses Kontrastmittel kontraindiziert ist.
Dies betrifft insbesondere Personen mit akuter oder chronischer Nierenerkrankung sowie Kontrastmittelallergien. Auch bei Schwangeren oder im ambulanten Setting bei geringer Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie wird das Verfahren bevorzugt.
Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen: der Ventilationsszintigrafie zur Beurteilung der Luftverteilung und der Perfusionsszintigrafie zur Darstellung der pulmonalen Blutströmung. Zur Befundung existieren verschiedene Kriterien, darunter die modifizierten PIOPED-II- und PISAPED-Kriterien.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Lungenperfusionsszintigrafie:
Indikationen
Laut Leitlinie wird das Verfahren für folgende klinische Fragestellungen empfohlen:
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Diagnostik der Lungenembolie (häufigste Indikation)
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Präoperative Evaluation vor Lungenoperationen (z. B. Lungenkarzinom, Lungenvolumenreduktionschirurgie)
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Prä- und postoperative Überwachung bei Lungentransplantationen
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Diagnostik der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH)
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Messung von kardialen Shunts
Vorbereitung und Durchführung
Als Voraussetzung wird ein Röntgen-Thorax in zwei Ebenen (oder alternativ ein CT) innerhalb von 24 Stunden vor der Untersuchung gefordert.
Die Injektion des Tracers für die Perfusionsszintigrafie sollte in Rückenposition erfolgen, um einen maximalen Blutfluss zu den Lungenspitzen zu ermöglichen.
Es wird darauf hingewiesen, dass auf den Ventilationsteil verzichtet werden kann, wenn die Perfusionsszintigrafie normal ist oder eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie zeigt.
Bildgebungsverfahren
Die Leitlinie beschreibt planare Bildgebung, SPECT und SPECT/CT als mögliche Modalitäten.
Es wird hervorgehoben, dass die SPECT-Bildgebung im Vergleich zur planaren Bildgebung eine deutlich höhere Sensitivität (80-100 %) und Spezifität (93-100 %) aufweist.
Zudem bietet die Kombination als SPECT/CT den Vorteil einer besseren anatomischen Zuordnung und der Erkennung alternativer Ursachen für die Symptomatik.
Befundinterpretation bei Lungenembolie
Die Auswertung erfolgt durch den Abgleich von Ventilations- und Perfusionsdefekten:
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Mismatch: Ein Perfusionsdefekt bei normaler oder weniger stark beeinträchtigter Ventilation deutet meist auf eine akute oder chronische Lungenembolie, einen tumorbedingten Arterienverschluss oder Strahlentherapiefolgen hin.
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Reverse Mismatch: Ein Ventilationsdefekt bei normaler Perfusion wird häufiger bei Emphysem, Lungenzysten oder Infiltraten (Pneumonie, Karzinom) beobachtet.
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Matched Defect: Übereinstimmende Ventilations- und Perfusionsdefekte sprechen in der Regel gegen eine akute Lungenembolie.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen und Eigenschaften für die verwendeten Radiopharmaka:
| Radiopharmakon | Anwendung | Dosis | Halbwertszeit |
|---|---|---|---|
| 99mTc-DTPA | Flüssigaerosol (Ventilation) | 25-35 mCi (925-1295 MBq) | 6 Stunden |
| 133Xe | Gas (Ventilation) | 5-20 mCi (185-740 MBq) | 5,3 Tage |
| 99mTc-MAA | Intravenös (Perfusion) | 1-4 mCi (40-150 MBq) | k. A. |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Warnhinweise und Störfaktoren für die Untersuchung:
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Blutkoagel in der Spritze bei der intravenösen Injektion können mit dem Tracer verklumpen und als falsch-positive "Hot Spots" in der Lunge imponieren.
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Die Injektion über einen zentralen Venenkatheter (ZVK) oder Pulmonalarterienkatheter kann eine unzureichende Durchmischung des Radiopharmakons verursachen.
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Dichte Konsolidierungen im Röntgenbild können zu einem "Triple Match" (übereinstimmender Defekt in Ventilation, Perfusion und Röntgen) führen, was das Testergebnis nicht-diagnostisch machen kann.
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Stillende Frauen sollten das Stillen für 1 bis 2 Tage nach der Untersuchung unterbrechen und die in dieser Zeit abgepumpte Muttermilch verwerfen.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler bei der Durchführung der Perfusionsszintigrafie ist das versehentliche Aufziehen von Blut in die Injektionsspritze. Dies kann zur Koagulation des Blutes mit dem Tracer führen und in der Bildgebung als falsch-positive "Hot Spots" imponieren. Zudem wird in der Leitlinie davor gewarnt, das Radiopharmakon über zentrale Venenkatheter zu injizieren, da dies eine unzureichende Durchmischung zur Folge haben kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der V/Q-Scan bevorzugt, wenn eine CT-Pulmonalisangiografie aufgrund von Nierenfunktionsstörungen oder Kontrastmittelallergien kontraindiziert ist. Auch bei Schwangeren oder im ambulanten Bereich bei geringer Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie kommt das Verfahren zum Einsatz.
Es wird ein aktueller Röntgen-Thorax in zwei Ebenen gefordert, der innerhalb von 24 Stunden vor der Untersuchung angefertigt werden sollte. Alternativ kann auch eine CT-Untersuchung herangezogen werden.
Ein Mismatch beschreibt einen Perfusionsdefekt bei gleichzeitig normaler oder weniger stark beeinträchtigter Ventilation. Dies ist der klassische Befund bei einer akuten oder chronischen Lungenembolie.
Ja, die Leitlinie empfiehlt, das Stillen für 1 bis 2 Tage nach der Untersuchung zu pausieren. Die in dieser Zeit abgepumpte Muttermilch sollte verworfen werden.
Die SPECT-Bildgebung wird gegenüber der planaren Bildgebung bevorzugt, da sie eine höhere Sensitivität und Spezifität aufweist. Die Kombination als SPECT/CT liefert zusätzlich wertvolle anatomische Informationen.
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Quelle: StatPearls: Lung Perfusion Scan (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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