StatPearls2026

Linksschenkelblock (LBBB): EKG, Sgarbossa und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Linksbündelblock (LBBB) ist eine intraventrikuläre Leitungsstörung, die durch eine Verzögerung oder Blockade der elektrischen Impulse im linken Tawara-Schenkel gekennzeichnet ist. Er tritt häufig in Verbindung mit strukturellen Herzerkrankungen wie koronarer Herzkrankheit (KHK), Hypertonie oder Kardiomyopathien auf. In einigen Fällen wird er als Zufallsbefund bei ansonsten gesunden, älteren Menschen entdeckt.

Die Leitungsstörung führt zu einer veränderten Aktivierungssequenz der Ventrikel. Anstelle der normalen links-nach-rechts-Aktivierung des Septums kommt es zu einer rechts-nach-links-Aktivierung. Dies verursacht eine elektrische und mechanische Dyssynchronie, die die kardiale Pumpfunktion beeinträchtigen kann.

Ein neu aufgetretener Linksbündelblock gilt im entsprechenden klinischen Kontext als Äquivalent zu einem ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI). Zudem ist das Vorliegen eines LBBB mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz, Arrhythmien und einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität assoziiert.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:

EKG-Diagnostik

Für die Diagnose eines kompletten Linksbündelblocks werden spezifische EKG-Kriterien herangezogen. Die Leitlinie zitiert hierbei unter anderem die Definition der AHA/ACC/HRS.

ParameterKriterium nach AHA/ACC/HRS
QRS-Dauer>= 120 ms
R-ZackeBreit und gekerbt in I, aVL, V5, V6
Q-ZackeFehlend in I, V5, V6
R-Zacken-Gipfelzeit> 60 ms in V5 und V6
ST-T-StreckeDiskordant zur QRS-Richtung

Bildgebung und erweiterte Diagnostik

Bei jedem neu diagnostizierten Linksbündelblock wird eine transthorakale Echokardiografie (TTE) empfohlen, um strukturelle Herzerkrankungen auszuschließen. Zur Beurteilung der mechanischen Dyssynchronie kann die Strain-Echokardiografie eingesetzt werden.

Bei der Ischämiediagnostik wird eine Dobutamin-Stress-Echokardiografie gegenüber einer reinen Belastungsuntersuchung bevorzugt. Die abnormale Septumbewegung beim LBBB kann unter Belastung eine Ischämie imitieren, was zu falsch-positiven Ergebnissen führt.

Eine elektrophysiologische Untersuchung (EPU) wird bei Patienten mit unerklärter Synkope und Hinweisen auf eine Reizleitungsstörung empfohlen. Sie hilft dabei, das Risiko für einen kompletten Herzblock oder ventrikuläre Tachykardien abzuschätzen.

Therapie bei Herzinsuffizienz

Bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz wird zunächst eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie empfohlen. Eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist unter folgenden Bedingungen indiziert:

  • Vorliegen eines Sinusrhythmus

  • NYHA-Klasse II, III oder ambulante Klasse IV trotz optimaler medikamentöser Therapie

  • Linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) von 35 % oder weniger

  • QRS-Dauer von >= 150 ms mit typischer LBBB-Morphologie

  • Lebenserwartung von mehr als einem Jahr

Diagnostik des akuten Myokardinfarkts

Ein Linksbündelblock kann ST-Strecken-Veränderungen verschleiern, die für die Diagnose eines akuten Myokardinfarkts entscheidend sind. Zur Erhöhung der diagnostischen Genauigkeit wird die Anwendung der Sgarbossa-Kriterien empfohlen.

Ein Score von 3 oder mehr Punkten spricht für einen akuten Myokardinfarkt.

KriteriumEKG-BefundPunkte
Konkordante ST-Hebung>= 1 mm in Ableitungen mit positivem QRS-Komplex5
Konkordante ST-Senkung>= 1 mm in V1 bis V33
Diskordante ST-Hebung (Original)>= 5 mm in Ableitungen mit negativem QRS-Komplex2
Diskordante ST-Hebung (Modifiziert)> 25 % der negativen QRS-Deflexion2

Postoperative Überwachung

Nach einem kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVR) oder einer chirurgischen Myomektomie besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines LBBB. Es wird eine kontinuierliche Telemetrie-Überwachung für mindestens 48 bis 72 Stunden empfohlen.

Bei Hinweisen auf einen höhergradigen AV-Block oder bei symptomatischen Überleitungsstörungen wird die Implantation eines permanenten Herzschrittmachers empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Ischämiediagnostik von Patienten mit Linksbündelblock wird eine Dobutamin-Stress-Echokardiografie gegenüber einem Belastungs-EKG bevorzugt. Die durch den Block verursachte abnormale Septumbewegung kann unter körperlicher Belastung eine Ischämie imitieren und zu falsch-positiven Befunden führen. Zudem wird bei Verdacht auf einen akuten Myokardinfarkt die konsequente Anwendung der modifizierten Sgarbossa-Kriterien empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls umfasst dies eine QRS-Dauer von mindestens 120 ms sowie breite, gekerbte R-Zacken in den Ableitungen I, aVL, V5 und V6. Zudem fehlen typischerweise die Q-Zacken in den linksseitigen Ableitungen.

Die Leitlinie empfiehlt eine CRT bei Patienten mit Herzinsuffizienz (NYHA II-IV), einer Ejektionsfraktion von maximal 35 % und einer QRS-Dauer von mindestens 150 ms. Voraussetzung ist zudem ein Sinusrhythmus und eine Lebenserwartung von über einem Jahr.

Es wird die Anwendung der Sgarbossa-Kriterien oder der modifizierten Sgarbossa-Kriterien empfohlen. Diese bewerten konkordante und diskordante ST-Strecken-Veränderungen, um Infarkte trotz der blockbedingten EKG-Veränderungen zu identifizieren.

Laut den Autoren sollte bei jedem neu diagnostizierten Linksbündelblock eine transthorakale Echokardiografie (TTE) durchgeführt werden. Dies dient dem Ausschluss zugrunde liegender struktureller Herzerkrankungen.

Es wird eine kontinuierliche Telemetrie-Überwachung für mindestens 48 bis 72 Stunden empfohlen. Dies dient der frühzeitigen Erkennung von höhergradigen AV-Blöcken, die eine Schrittmacherimplantation erforderlich machen könnten.

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Quelle: StatPearls: Left Bundle Branch Block (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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