Jugularvenenstauung (JVD): Untersuchung und Venendruck
Hintergrund
Die Beurteilung der Jugularvenenstauung ist ein essenzieller Bestandteil der kardiovaskulären körperlichen Untersuchung. Laut der StatPearls-Übersicht liefert sie wichtige Informationen über den hämodynamischen Status und ermöglicht eine nicht-invasive Abschätzung des zentralen Venendrucks.
Die Vena jugularis interna fungiert als direktes Reservoir und Leitungssystem zum rechten Vorhof. Daher spiegeln die Druckverhältnisse und Pulswellen in diesem Gefäß die rechtskardiale Hämodynamik wider.
Eine korrekte Erhebung des Jugularvenendrucks hat insbesondere bei Herzinsuffizienz eine hohe prognostische Bedeutung. Sie hilft zudem bei der Beurteilung des Volumenstatus und der Steuerung einer diuretischen Therapie.
Empfehlungen
Untersuchungstechnik
Der Text empfiehlt, die Untersuchung auf der rechten Seite der liegenden Person durchzuführen. Die Vena jugularis interna der rechten Seite verläuft in direkter Linie zur Vena cava superior und eignet sich daher am besten zur Beurteilung.
Der Oberkörper sollte so weit angehoben werden (0 bis 90 Grad), bis der venöse Meniskus am Hals optimal sichtbar ist. Eine Taschenlampe kann laut Übersicht verwendet werden, um die Visualisierung durch tangentiales Licht zu verbessern.
Es wird beschrieben, dass der Jugularvenendruck normalerweise während der Inspiration abfällt. Ein fehlender Abfall oder ein Anstieg während der Einatmung wird als Kussmaul-Zeichen bezeichnet und deutet auf pathologische Zustände wie eine konstriktive Perikarditis oder einen Rechtsherzinfarkt hin.
Bestimmung des rechten Vorhofdrucks (RAP)
Zur Abschätzung des rechten Vorhofdrucks wird die vertikale Distanz zwischen dem höchsten Punkt der venösen Blutsäule und dem Angulus sterni (Louis-Winkel) gemessen.
Der Text gibt folgende Formel zur Berechnung an:
- Geschätzter RAP (in cm H2O) = Höhe des Jugularvenendrucks + 5 cm
Ein normaler Venendruck liegt laut Übersicht zwischen 1 und 8 cm H2O. Erhöhte Werte weisen auf Erkrankungen wie Rechtsherzinsuffizienz, pulmonale Hypertonie oder Trikuspidalklappenerkrankungen hin.
Interpretation der Pulswellen
Die Pulswelle der Vena jugularis interna besteht aus drei positiven Ausschlägen (a, c, v) und zwei negativen Ausschlägen (x, y). Der Text ordnet pathologische Veränderungen der a- und v-Wellen spezifischen Krankheitsbildern zu:
| Wellenveränderung | Beschreibung | Assoziierte Pathologie |
|---|---|---|
| Fehlende a-Welle | Verlust der Vorhofkontraktion | Vorhofflimmern |
| Große a-Welle | Widerstand gegen Vorhofkontraktion | Pulmonale Hypertonie, Trikuspidalstenose |
| Kanonen-a-Welle | Vorhofkontraktion gegen geschlossene Trikuspidalklappe | Kompletter AV-Block, ventrikuläre Tachykardie |
| Große v-Welle | Blutrückfluss in den rechten Vorhof während der Systole | Trikuspidalinsuffizienz |
💡Praxis-Tipp
Die Vena jugularis interna ist im Gegensatz zur Arteria carotis nicht palpabel und ihre Füllung variiert mit der Atmung. Die Übersicht betont, dass bei schlechter Sichtbarkeit der Vena jugularis interna alternativ die Vena jugularis externa herangezogen werden kann. Hierbei wird die Vene oberhalb der Klavikula gestaut und anschließend von kranial okkludiert, um den Venendruck zu schätzen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Übersicht ist die Vena jugularis interna nicht palpabel, während die Arteria carotis einen tastbaren Puls aufweist. Zudem variiert die Füllung der Jugularvene mit der Atmung, was bei der Arterie nicht der Fall ist.
Das Kussmaul-Zeichen beschreibt einen fehlenden Abfall oder sogar einen Anstieg des Jugularvenendrucks während der Einatmung. Der Text nennt als mögliche Ursachen unter anderem eine konstriktive Perikarditis, einen Rechtsherzinfarkt oder eine schwere Trikuspidalinsuffizienz.
Die Übersicht gibt an, dass der rechte Vorhofdruck geschätzt wird, indem man zur gemessenen Höhe der venösen Blutsäule über dem Angulus sterni einen Wert von 5 cm addiert. Das Ergebnis wird in Zentimeter Wassersäule (cm H2O) angegeben.
Eine fehlende a-Welle tritt laut Text bei Vorhofflimmern auf. Dies liegt daran, dass die reguläre Vorhofkontraktion, welche normalerweise die a-Welle erzeugt, bei dieser Rhythmusstörung verloren geht.
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Quelle: StatPearls: Jugular Venous Distention (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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