IQWiG2015Onkologie

Idelalisib (Zydelig): Zusatznutzen bei CLL und Lymphom

Diese Leitlinie stammt aus 2015 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A14-35 aus dem Jahr 2015 bewertet den Zusatznutzen von Idelalisib. Der Wirkstoff ist für zwei Anwendungsgebiete zugelassen: die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und das refraktäre follikuläre Lymphom.

Bei der CLL wird Idelalisib in Kombination mit Rituximab bei vorbehandelten Patienten eingesetzt. Zudem ist es als Erstlinientherapie bei Vorliegen einer 17p-Deletion oder TP53-Mutation zugelassen, wenn eine Chemoimmuntherapie ungeeignet ist.

Beim follikulären Lymphom erfolgt die Anwendung als Monotherapie. Dies betrifft Patienten, deren Erkrankung gegenüber mindestens zwei vorausgegangenen Therapielinien refraktär ist.

Empfehlungen

Laut IQWiG-Bericht ergeben sich folgende Bewertungen zum Zusatznutzen:

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Für keine der untersuchten CLL-Subpopulationen ist ein Zusatznutzen von Idelalisib belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte unter anderem Daten aus der randomisierten Studie GS-US-312-0116 vor.

Diese Daten wurden vom IQWiG jedoch als nicht relevant eingestuft. Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie wurde in den Studien nicht adäquat umgesetzt.

Beispielsweise wurde im Kontrollarm Rituximab als Monotherapie verabreicht. Gemäß Fachinformation ist Rituximab bei der CLL jedoch nur in Kombination mit einer Chemotherapie zugelassen.

Refraktäres follikuläres Lymphom

Auch für Patienten mit refraktärem follikulärem Lymphom ist ein Zusatznutzen von Idelalisib laut Bewertung nicht belegt.

Für diese Indikation wurde die einarmige Phase-II-Studie 101-09 herangezogen. Diese ermöglichte keinen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Zweckmäßige Vergleichstherapien

Der G-BA definierte für die Nutzenbewertung folgende Vergleichstherapien:

  • Bei chemotherapiefähiger CLL: Chemotherapie in Kombination mit Rituximab

  • Bei nicht chemotherapiefähiger CLL: Best Supportive Care (BSC)

  • Bei refraktärem follikulärem Lymphom: Best Supportive Care (BSC)

Dosierung

Die im Bericht erwähnten Dosierungen basieren auf der Fachinformation:

MedikamentDosisIndikation / Anwendung
Idelalisib150 mg 2-mal täglich (oral)CLL und follikuläres Lymphom (bis Progression/Toxizität)
Idelalisib (reduziert)100 mg 2-mal täglich (oral)Nach Rückgang schwerer Nebenwirkungen auf Grad 1
Rituximab375 mg/m2 (Zyklus 1), danach 500 mg/m2Intravenöse Kombinationstherapie bei CLL

Kontraindikationen

Der Bericht zitiert folgende Warnhinweise und Kontraindikationen aus der Fachinformation:

Therapieunterbrechung

Bei bestimmten schweren Nebenwirkungen (Grad 3 oder 4) muss die Therapie mit Idelalisib zwingend unterbrochen werden. Dazu zählen:

  • Erhöhung der Lebertransaminasen

  • Diarrhö oder Colitis

  • Schwere Exantheme

  • Verdacht auf Pneumonitis

Arzneimittelinteraktionen

Idelalisib und sein Hauptmetabolit interagieren stark mit dem Cytochrom-P450-System:

  • CYP3A-Induktoren: Die gleichzeitige Gabe von Rifampicin, Phenytoin, Johanniskraut oder Carbamazepin mindert die Wirksamkeit von Idelalisib.

  • CYP3A4-Inhibition: Idelalisib erhöht die Serumkonzentration von CYP3A-Substraten (z. B. Amiodaron, Simvastatin, Sildenafil, Quetiapin).

Weitere Warnhinweise

Es wird von einer Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten. Tierexperimentelle Studien zeigten eine Reproduktionstoxizität. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung oder aktiver Hepatitis ist Vorsicht geboten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht erfordert die Therapie mit Idelalisib ein striktes Monitoring der Leberwerte und der pulmonalen Symptomatik. Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer Transaminasenerhöhung vom Grad 3 oder 4 sowie bei Verdacht auf eine Pneumonitis die Therapie sofort unterbrochen werden muss. Nach Abklingen der Symptome auf Grad 1 ist laut Fachinformation eine Fortsetzung mit einer reduzierten Dosis von 100 mg zweimal täglich möglich.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen von Idelalisib bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) nicht belegt. Die vorgelegten Studiendaten wurden aufgrund einer nicht zulassungskonformen Vergleichstherapie als irrelevant eingestuft.

Laut Bericht beträgt die empfohlene Standarddosis von Idelalisib 150 mg zweimal täglich zur oralen Einnahme. Die Behandlung wird in der Regel bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizitäten fortgeführt.

Es wird empfohlen, starke CYP3A-Induktoren wie Rifampicin oder Johanniskraut zu vermeiden, da sie die Wirksamkeit von Idelalisib reduzieren. Ebenso wird vor der Kombination mit CYP3A-Substraten wie Simvastatin oder Amiodaron gewarnt, da deren Konzentration toxisch ansteigen kann.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat für diese Indikation Best Supportive Care (BSC) als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Dies umfasst eine patientenindividuell optimierte Behandlung zur Linderung von Symptomen.

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Quelle: IQWiG A14-35: Idelalisib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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