StatPearls2026

Hyperbare Sauerstofftherapie: Indikation & Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt den Einsatz der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO2) zur Förderung der Wundheilung. Bei dieser Therapieform wird der Patient in einer Druckkammer einem Umgebungsdruck von bis zu 3 Atmosphären (ATM) ausgesetzt und atmet 100 % Sauerstoff ein.

Durch den erhöhten Druck steigt die Sauerstoffkonzentration im Plasma signifikant an, was die Versorgung ischämischer Gewebe verbessert. Die Leitlinie führt aus, dass dies zu einer Reduktion von Ödemen und einer gesteigerten Neovaskularisation führt.

Zusätzlich entfaltet die HBO2-Therapie antimikrobielle Effekte. Laut Leitlinie potenziert sie die Wirkung bestimmter Antibiotika wie Aminoglykoside und Chinolone, neutralisiert bakterielle Exotoxine und fördert die bakterizide Aktivität der Neutrophilen in hypoxischem Gewebe.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Anwendung der hyperbaren Sauerstofftherapie:

Indikationsstellung

Die Leitlinie benennt 14 anerkannte Indikationen für die HBO2-Therapie, darunter Dekompressionskrankheit, Kohlenmonoxidvergiftung, nekrotisierende Fasziitis und chronische Strahlenschäden. Für die Wundheilung wird die Therapie spezifisch bei diabetischen Fußulzera empfohlen.

Voraussetzung für eine Behandlung ist das Vorliegen einer Wunde vom Wagner-Grad 3, die auf mindestens 30 Tage konventioneller Therapie nicht angesprochen hat. Off-Label-Anwendungen bei Erkrankungen wie Autismus oder Schlaganfall werden laut Leitlinie nicht durch Evidenz gestützt.

Vorbereitung und Diagnostik

Vor Beginn der Therapie wird eine Optimierung der Standardwundversorgung vorausgesetzt. Dies umfasst mechanisches und chemisches Debridement, Infektionskontrolle, Druckentlastung und die Behandlung einer Mangelernährung.

Zur Evaluation des potenziellen Therapieerfolgs wird eine transkutane Oximetrie (TCOM) empfohlen. Zudem muss die Fähigkeit des Patienten zum Druckausgleich (Valsalva-Manöver) sichergestellt werden.

Durchführung und Monitoring

Die Leitlinie beschreibt ein standardisiertes Therapieprotokoll für Wundpatienten:

  • Die Behandlung erfolgt bei einem Druck von 2,4 ATM mit 100 % Sauerstoff.

  • Eine typische Sitzung dauert etwa zwei Stunden und beinhaltet zwei zehnminütige Sauerstoffpausen zur Vermeidung von Krampfanfällen.

  • Ein Standardzyklus umfasst in der Regel 33 Sitzungen.

Vor und nach jedem Tauchgang wird eine Kontrolle von Blutzucker und Blutdruck empfohlen, da sich diese Werte während der Therapie verändern können. Ebenso wird eine Untersuchung der Trommelfelle und Atemgeräusche zum Ausschluss eines Barotraumas angeraten.

Wagner-Klassifikation für diabetische Fußulzera

GradBefund
Grad 0Intakte Haut
Grad 1Oberflächliche Wunde
Grad 2Wunde reicht bis zu Knochen oder Sehne
Grad 3Abszess, Osteomyelitis oder Tendinitis
Grad 4Gangrän an Vorfuß oder Zehen
Grad 5Gangrän des gesamten Fußes

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Risiken:

Absolute Kontraindikationen

Ein unbehandelter Pneumothorax stellt die einzige absolute Kontraindikation dar. Die Leitlinie warnt, dass die Druckveränderung zu einem schnell progredienten Spannungspneumothorax mit letalem Ausgang führt.

Relative Kontraindikationen

  • Pulmonale Blebs und Emphysem mit CO2-Retention

  • Schwangerschaft und Krampfanfälle

  • Implantierte Geräte wie Herzschrittmacher oder Epiduralpumpen

  • Klaustrophobie (insbesondere in Einplatzkammern)

  • Akute Sinusitis

Medikamentöse Interaktionen

Bestimmte Medikamente stellen laut Leitlinie eine relative Kontraindikation dar. Disulfiram blockiert die Superoxiddismutase und erhöht das Risiko für Sauerstofftoxizität. Cisplatin und Mafenidacetat beeinträchtigen die Wundheilung, während Bleomycin eine interstitielle Pneumonitis auslösen kann.

Komplikationen

Die häufigste Komplikation ist das Barotrauma, meist als Ruptur oder Irritation des Trommelfells. Zu den schweren Risiken zählen Sauerstoffkrämpfe, Lungenödeme, Hämorrhagien sowie Kammerbrände.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich davor, Patienten mit einem unbehandelten Pneumothorax einer hyperbaren Sauerstofftherapie zu unterziehen, da dies unweigerlich zu einem lebensbedrohlichen Spannungspneumothorax führt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Blutzucker und Blutdruck vor jeder Sitzung kontrolliert werden müssen, da diese Parameter während der Behandlung in der Druckkammer stark schwanken können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die Therapie für diabetische Fußulzera vom Wagner-Grad 3 indiziert. Voraussetzung ist, dass die Wunde auf mindestens 30 Tage konventioneller Standardtherapie nicht angesprochen hat.

Die einzige absolute Kontraindikation ist ein unbehandelter Pneumothorax. Die Druckveränderungen in der Kammer würden laut Leitlinie zu einem tödlichen Spannungspneumothorax führen.

Die Leitlinie nennt Disulfiram, Cisplatin, Mafenidacetat und Bleomycin als relative Kontraindikationen. Diese Medikamente können die Sauerstofftoxizität erhöhen, die Wundheilung stören oder Lungenschäden verursachen.

Eine Sitzung dauert in der Regel etwa zwei Stunden bei einem Druck von 2,4 ATM. Um Sauerstoffkrämpfe zu vermeiden, werden währenddessen zwei zehnminütige Pausen eingelegt.

Das Barotrauma ist die häufigste Komplikation. Am oftsten äußert sich dies laut Leitlinie als Irritation oder Ruptur des Trommelfells aufgrund der Gasausdehnung in geschlossenen Körperhöhlen.

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Quelle: StatPearls: Hyperbaric Therapy for Wound Healing (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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