Hitzschlag: Diagnostik, Kühlung und Komplikationen
Hintergrund
Der Hitzschlag ist eine lebensbedrohliche hitzebedingte Erkrankung, die durch eine Erhöhung der Körpertemperatur (meist über 40 °C) und eine Dysfunktion des zentralen Nervensystems gekennzeichnet ist. Zu den neurologischen Symptomen zählen Verwirrtheit, Ataxie, Delirium oder Krampfanfälle.
Die Erkrankung entsteht, wenn die physiologische Thermoregulation versagt. Ab einer Luftfeuchtigkeit von über 75 % wird die Verdunstungskühlung durch Schwitzen ineffektiv, was zu einem raschen Anstieg der Körperkerntemperatur führt.
Die StatPearls-Zusammenfassung unterscheidet zwei Hauptformen des Hitzschlags, die unterschiedliche Patientengruppen betreffen und spezifische klinische Merkmale aufweisen:
| Merkmal | Klassischer Hitzschlag | Anstrengungsbedingter Hitzschlag |
|---|---|---|
| Patientengruppe | Ältere Menschen, chronisch Kranke | Gesunde, körperlich aktive Personen |
| Auslöser | Heiße Umgebungstemperatur | Starke körperliche Anstrengung bei Hitze |
| Hautbefund | Oft heiß und trocken (Anhidrose) | Anhaltendes Schwitzen |
| Typische Laborbefunde | Respiratorische Alkalose, AST/ALT-Erhöhung | Laktatazidose, Rhabdomyolyse, Hyperkaliämie |
| Mortalität | Hoch (10 bis 65 %) | Eher niedrig (3 bis 5 %) |
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung:
Diagnostik und Monitoring
Laut Quelle wird eine kontinuierliche Überwachung der Körperkerntemperatur mittels einer rektalen oder ösophagealen Sonde empfohlen. Die Vitalparameter müssen engmaschig kontrolliert werden, da alle Patienten Tachypnoe und Tachykardie aufweisen und etwa ein Viertel hypoton ist.
Für die laborchemische Aufarbeitung wird die Bestimmung folgender Parameter empfohlen:
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Blutbild und umfassendes Stoffwechselpanel (CMP)
-
Gerinnungsstatus (PT/PTT) und Blutgasanalyse
-
Serum-Kreatinkinase (CPK) und Urin-Myoglobin zur Erkennung einer Rhabdomyolyse
Zusätzlich wird je nach klinischem Ermessen ein Toxikologie-Screening, ein Röntgen-Thorax und ein EKG empfohlen. Das EKG kann Ischämiezeichen wie ST-Senkungen oder eine QT-Verlängerung zeigen.
Akuttherapie und Kühlung
Nach der Sicherung der Atemwege, Atmung und Kreislauf (ABC-Schema) ist die rasche Kühlung die wichtigste therapeutische Maßnahme. Es wird betont, dass die Kühlmaßnahmen beendet werden müssen, sobald die Kerntemperatur 38 bis 39 °C erreicht.
Für die physikalische Kühlung werden folgende Methoden beschrieben:
-
Eisbad-Immersion: Gilt als schnellste Methode zur Temperatursenkung, ist jedoch bei älteren Patienten oft schwer umsetzbar.
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Eisbeutel: Applikation in der Leisten- oder Axillaregion.
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Verdunstungskühlung: Einsatz von Ventilatoren in Kombination mit kühler Kochsalzlösung auf der Haut.
Medikamentöse Maßnahmen
Die Quelle rät vom routinemäßigen Einsatz von Benzodiazepinen ab. Eine Gabe kann jedoch bei agitierten Patienten oder zur Unterdrückung von Kältezittern (Shivering) erwogen werden.
Der Einsatz von Dantrolen wird nicht empfohlen, da sich die Substanz in Studien als unwirksam bei Hitzschlag erwiesen hat.
Nachsorge
Nach einem anstrengungsbedingten Hitzschlag wird eine strikte Sportkarenz von mindestens sieben Tagen empfohlen. Zudem sollte bei allen Patienten nach einer Woche eine Kontrolluntersuchung erfolgen, um mögliche Endorganschäden auszuschließen.
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gibt es keine Indikation für den Einsatz von Antipyretika bei einem Hitzschlag. Es wird davor gewarnt, dass diese Medikamente nicht nur unwirksam sind, sondern auch toxisch auf die Leber wirken können.
Zudem wird der Einsatz des Muskelrelaxans Dantrolen als ineffektiv eingestuft und nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Hinweis der Quelle ist der rechtzeitige Stopp der Kühlmaßnahmen, sobald die Körperkerntemperatur 38 bis 39 °C erreicht. Zudem wird davor gewarnt, Antipyretika zur Fiebersenkung einzusetzen, da diese bei einem Hitzschlag wirkungslos sind und das Risiko einer Leberschädigung erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Der klassische Hitzschlag betrifft meist ältere Menschen und geht oft mit trockener Haut einher. Der anstrengungsbedingte Hitzschlag tritt bei gesunden Personen nach körperlicher Belastung auf und ist häufig von starkem Schwitzen sowie einer Rhabdomyolyse begleitet.
Laut Quelle sollten die aktiven Kühlmaßnahmen beendet werden, sobald die Körperkerntemperatur auf 38 bis 39 °C gesunken ist. Dies verhindert ein Überschießen in eine Hypothermie.
Nein, die Leitlinie rät vom Einsatz von Antipyretika ab. Sie sind bei der hitzebedingten Hyperthermie unwirksam und können zusätzliche toxische Leberschäden verursachen.
Es wird die Bestimmung von Blutbild, Elektrolyten, Nieren- und Leberwerten, Gerinnung sowie Blutgasen empfohlen. Zur Erkennung einer Rhabdomyolyse sollten zudem die Kreatinkinase (CPK) und das Urin-Myoglobin gemessen werden.
Die Quelle stuft den Einsatz von Dantrolen als ineffektiv ein. Es wird daher nicht zur medikamentösen Behandlung des Hitzschlags empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Heat Stroke (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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