Herpes-zoster-Impfung: Indikation und Risikogruppen
Hintergrund
Herpes zoster (Gürtelrose) wird durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus verursacht. Die Erkrankung äußert sich typischerweise durch einen schmerzhaften Hautausschlag und birgt das Risiko schwerer Komplikationen wie der Post-Zoster-Neuralgie.
Eine prophylaktische Impfung kann das Risiko eines Ausbruchs und langfristiger Schmerzsyndrome signifikant reduzieren. Besonders bei Personen mit geschwächtem Immunsystem ist eine Prävention von hoher klinischer Relevanz.
Diese Zusammenfassung basiert auf den Aktualisierungsinformationen der STIKO-Leitlinie zur Herpes-zoster-Impfung (Stand 2026). Da der Quelltext kurz ist, wurden allgemeine medizinische Hintergrundinformationen zu Risikogruppen ergänzt.
Klinischer Kontext
Herpes zoster ist eine häufige Viruserkrankung, deren Inzidenz mit zunehmendem Lebensalter und bei Immunsuppression signifikant ansteigt. Etwa ein Drittel der Bevölkerung erkrankt im Laufe des Lebens an einer Gürtelrose. Besonders gefährdet sind Personen über 50 Jahre sowie Patienten mit chronischen Grunderkrankungen.
Die Erkrankung entsteht durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches nach einer primären Windpocken-Infektion lebenslang in den sensorischen Spinal- oder Hirnnervenganglien persistiert. Ein Nachlassen der spezifischen zellulären Immunität führt zur viralen Replikation und Ausbreitung entlang des betroffenen Nervs. Dies verursacht die charakteristische Entzündung der Haut und des Nervengewebes.
Für behandelnde Ärzte ist Herpes zoster aufgrund der teils starken akuten Schmerzen und der Gefahr von Komplikationen hochrelevant. Die gefürchtetste Langzeitfolge ist die Post-Zoster-Neuralgie, die die Lebensqualität der Betroffenen massiv einschränkt und therapeutisch oft schwer zu beherrschen ist. Zudem können Beteiligungen des Auges oder Ohrs zu dauerhaften Schäden führen.
Die Diagnose wird in den meisten Fällen klinisch anhand des typischen unilateralen, dermatombezogenen bläschenhaften Exanthems und der begleitenden Schmerzsymptomatik gestellt. Bei atypischen Verläufen oder immunsupprimierten Patienten erfolgt die Sicherung durch einen direkten Erregernachweis mittels PCR aus dem Bläscheninhalt. Serologische Untersuchungen sind für die Akutdiagnostik meist wenig aussagekräftig.
Wissenswertes
Herpes zoster selbst hat keine klassische Inkubationszeit, da es sich um eine endogene Reaktivierung handelt. Der Bläscheninhalt ist jedoch infektiös und kann bei seronegativen Kontaktpersonen nach einer Inkubationszeit von etwa zwei Wochen Windpocken auslösen. Eine direkte Übertragung von Gürtelrose zu Gürtelrose ist nicht möglich.
Das Risiko für eine Post-Zoster-Neuralgie steigt deutlich mit dem Alter des Patienten und der Ausprägung der akuten Schmerzen zu Beginn der Erkrankung. Auch ein schwerer Hautbefall und das Vorliegen von prodromalen Schmerzen gelten als prädiktive Faktoren. Eine frühzeitige antivirale Therapie kann das Risiko für chronische Schmerzverläufe reduzieren.
Der Goldstandard für den direkten Erregernachweis bei atypischem Herpes zoster ist die PCR aus Abstrichmaterial des Bläschengrundes. Die Serologie spielt in der Akutdiagnostik eine untergeordnete Rolle, da die IgG-Antikörper durch die durchgemachte Primärinfektion ohnehin positiv sind. IgM-Antikörper können bei einer Reaktivierung fehlen oder erst spät ansteigen.
Bei einem Befall des ersten Trigeminusastes drohen schwerwiegende ophthalmologische Komplikationen wie Keratitis, Uveitis oder gar ein Visusverlust. Ein Hutchinson-Zeichen, also Bläschen an der Nasenspitze, deutet auf eine Beteiligung des Nervus nasociliaris hin und erhöht das Risiko für Augenbeteiligungen. Eine umgehende augenärztliche Mitbeurteilung ist in diesen Fällen zwingend erforderlich.
Lebendimpfstoffe gegen Herpes zoster sind bei Patienten mit primärer oder erworbener Immundefizienz aufgrund der Gefahr einer disseminierten Impfvirusinfektion streng kontraindiziert. Auch unter einer immunsuppressiven Therapie darf nicht mit einem attenuierten Lebendimpfstoff geimpft werden. In solchen Fällen wird in der Regel auf rekombinante Totimpfstoffe zurückgegriffen.
Eine antivirale Therapie sollte idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Hauterscheinungen begonnen werden. Ein späterer Beginn kann bei neuen Bläschenbildungen, komplizierten Verläufen oder bei immunsupprimierten Patienten dennoch sinnvoll sein. Ziel ist die rasche Abheilung und die Reduktion von Komplikationen.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Impfindikation bei Personen ab 18 Jahren, sofern eine Immundefizienz oder ein erhöhtes Erkrankungsrisiko vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Indikationsimpfung für Personen ab einem Alter von 18 Jahren, sofern ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht.
Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei vorliegender Immundefizienz. Dazu gehören im klinischen Alltag häufig Personen mit chronischen Erkrankungen, HIV-Infektion oder unter immunsuppressiver Therapie.
Die Publikation verweist auf spezifische Aufklärungsinformationen und Faktenblätter, die in verschiedenen Sprachen zur Verfügung gestellt werden. Diese können für die strukturierte Aufklärung vor der Impfung genutzt werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: STIKO-Impfempfehlung: Herpes zoster (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen