StatPearls2026

Fluoxetin: Dosierung, Indikationen und Nebenwirkungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt Fluoxetin als einen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Der Wirkstoff ist für die Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen zugelassen.

Der Wirkmechanismus beruht auf der Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme in den präsynaptischen Neuronen. Dies geschieht durch die Blockade des entsprechenden Transporterproteins.

Fluoxetin zeichnet sich durch eine besonders lange Halbwertszeit von zwei bis vier Tagen aus. Der aktive Metabolit Norfluoxetin weist sogar eine Halbwertszeit von sieben bis neun Tagen auf, was klinisch für Absetzversuche und Interaktionen hochrelevant ist.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Einsatz:

Indikationen

Laut Leitlinie ist Fluoxetin für verschiedene psychiatrische Erkrankungen zugelassen. Zu den Hauptindikationen zählen:

  • Major Depression (ab 8 Jahren)

  • Zwangsstörungen (ab 7 Jahren)

  • Panikstörungen (mit oder ohne Agoraphobie)

  • Bulimia nervosa

  • Bipolare Depression und therapieresistente Depression (jeweils in Kombination mit Olanzapin)

Zusätzlich werden Off-Label-Anwendungen wie Binge-Eating-Störung, soziale Phobie und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) erwähnt.

Anwendung und Therapieüberwachung

Es wird empfohlen, Fluoxetin einmal täglich am Morgen oder Abend einzunehmen. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

Aufgrund der langen Halbwertszeit treten beim Absetzen von Fluoxetin seltener Entzugssymptome auf als bei anderen SSRI. Dennoch wird eine engmaschige Überwachung auf Suizidalität, insbesondere zu Therapiebeginn und bei Dosisänderungen, empfohlen.

Für die Verlaufskontrolle wird der Einsatz standardisierter Fragebögen wie PHQ-9 oder HAM-D empfohlen. Bei gesunden Personen sind keine routinemäßigen Laboruntersuchungen erforderlich.

Arzneimittelinteraktionen

Die Leitlinie warnt vor zahlreichen Wechselwirkungen, da Fluoxetin das Enzym CYP2D6 hemmt. Dies führt zu erhöhten Plasmaspiegeln anderer Medikamente.

Besondere Vorsicht ist bei folgenden Kombinationen geboten:

  • Trizyklische Antidepressiva und Antipsychotika: Erhöhte Serumkonzentrationen möglich.

  • Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron): Risiko der Verlängerung der QT-Zeit.

  • Warfarin: Erhöhtes Blutungsrisiko, weshalb der INR-Wert kontrolliert werden sollte.

  • NSAR und Aspirin: Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Blutungen.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für Erwachsene und spezielle Patientengruppen vor:

Indikation / PatientengruppeStartdosisErhaltungs- / Maximaldosis
Major Depression (Erwachsene)20 mg täglichMaximal 80 mg täglich
Zwangsstörung (Erwachsene)20 mg täglich20 bis 60 mg täglich
Panikstörung10 mg täglich (nach 1 Woche auf 20 mg erhöhen)Maximal 60 mg täglich
Bulimia nervosa60 mg täglich60 mg täglich
Kinder (Depression, Zwangsstörung)10 mg täglich10 mg täglich
Ältere Patienten10 mg täglichErhöhung auf 20 mg nach Verträglichkeit

Bei Patienten mit Leberzirrhose wird eine niedrigere oder weniger häufige Dosierung empfohlen. Bei Niereninsuffizienz ist laut Leitlinie keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Fluoxetin ist bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff kontraindiziert.

Zudem ist die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAOI) oder die Anwendung innerhalb von zwei Wochen nach Absetzen eines MAOI streng kontraindiziert. Dies begründet sich durch das hohe Risiko eines lebensbedrohlichen Serotoninsyndroms.

Weitere Kontraindikationen umfassen:

  • Gleichzeitige Gabe von Linezolid

  • Kombination mit Pimozid oder Thioridazin (Gefahr der QT-Verlängerung)

Die Leitlinie enthält zudem eine Black-Box-Warnung bezüglich eines erhöhten Risikos für Suizidgedanken. Dies betrifft insbesondere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Aufgrund der außergewöhnlich langen Halbwertszeit von Fluoxetin und seinem aktiven Metaboliten Norfluoxetin verbleibt der Wirkstoff nach dem Absetzen noch wochenlang im Körper. Es wird dringend empfohlen, dies bei der Umstellung auf andere Medikamente (wie MAOI) zu berücksichtigen. Die Leitlinie verweist zudem auf eine empfohlene Auswaschphase von etwa fünf Wochen vor rückenmarksnahen Schmerzeingriffen, um das Blutungsrisiko zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt sich der initiale antidepressive Effekt aufgrund der langen Halbwertszeit erst nach zwei bis vier Wochen. Patienten sollten über diese Latenzzeit aufgeklärt werden.

Es wird keine Dosisanpassung bei Patienten mit Niereninsuffizienz benötigt. Die Leitlinie beschreibt die Therapie auch bei Hämodialyse-Patienten als gut verträglich.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Anwendung in der Schwangerschaft ab, da Risiken für pulmonale Hypertonie und Herzfehler bestehen. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung wird empfohlen.

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Schlaflosigkeit, Übelkeit, Durchfall und innere Unruhe. Die Leitlinie betont, dass diese Symptome oft vorübergehend sind und sich mit der Zeit zurückbilden.

Die gleichzeitige Anwendung von Fluoxetin und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) erhöht das Risiko für gastrointestinale Blutungen. Es wird zu entsprechender Vorsicht und gegebenenfalls zu einer Überwachung geraten.

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Quelle: StatPearls: Fluoxetine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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