StatPearls2026

Epiphora (Tränendes Auge): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epiphora beschreibt ein tränendes Auge, das durch ein Ungleichgewicht zwischen Tränenproduktion und Tränenabfluss entsteht. Laut der StatPearls-Leitlinie kann dies durch eine Hypersekretion, einen verminderten Abfluss oder einen gestörten Pumpmechanismus der Lider bedingt sein.

Eine häufige, aber oft übersehene Ursache für ein tränendes Auge ist das Sicca-Syndrom (trockenes Auge), welches in bis zu 40 % der Fälle für die Beschwerden verantwortlich ist. Hierbei führt eine Instabilität des Tränenfilms zu einer reflektorischen Überproduktion von Tränenflüssigkeit.

Bei Säuglingen tritt eine Epiphora in etwa 20 % der Fälle im ersten Lebensjahr auf und ist meist auf eine kongenitale Obstruktion des Ductus nasolacrimalis zurückzuführen. Bei Erwachsenen sind Frauen aufgrund anatomisch engerer Tränenwege häufiger von obstruktiven Ursachen betroffen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Evaluation und Behandlung:

Anamnese und klinische Untersuchung

Es wird eine detaillierte Anamnese empfohlen, um zwischen lokalen Ursachen, systemischen Erkrankungen und medikamentösen Auslösern zu differenzieren. Die Leitlinie rät zu einer systematischen Untersuchung der Augenlider, der Bindehaut, der Hornhaut und der Tränenpünktchen.

Zur Beurteilung der Lidfunktion und -stabilität werden spezifische klinische Tests beschrieben:

  • Der Distraktionstest zur Prüfung der Lidspannung (ein normaler Wert liegt bei unter 8 mm).

  • Der "Snap-back"-Test zur Beurteilung der raschen Rückstellkraft des Unterlids.

  • Die Überprüfung auf ein verstecktes Entropium durch festes Zukneifen und anschließendes Öffnen der Augen.

Diagnostische Verfahren

Zur Differenzierung der Ursachen wird eine Einteilung in sekretorische und exkretorische Tests vorgenommen.

Für die Beurteilung der sekretorischen Funktion werden unter anderem die Bestimmung der Tränenfilmaufreißzeit (TBUT) und der Schirmer-Test aufgeführt. Zur Prüfung der exkretorischen Funktion nennt die Leitlinie den Fluoreszein-Dye-Disappearance-Test, die Jones-Tests (I und II) sowie die Sondierung der Canaliculi.

Bei Verdacht auf anatomische Engstellen trotz Durchgängigkeit bei der Spülung wird eine Dakryozystographie (DCG) zur weiteren Abklärung empfohlen.

Therapeutisches Management

Die Therapie richtet sich laut Leitlinie nach der zugrunde liegenden Ätiologie. Bei einer Epiphora durch Oberflächenreizung oder ein trockenes Auge steht die Befeuchtungstherapie im Vordergrund.

Für obstruktive Ursachen werden folgende chirurgische Interventionen aufgeführt:

  • Punktumplastik bei einer Stenose der Tränenpünktchen.

  • Ballondilatation oder Dakryozystorhinostomie (DCR) bei Obstruktionen der ableitenden Tränenwege.

  • Botulinumtoxin-Injektionen in die Tränendrüse bei gustatorischer Hyperlakrimation ("Krokodilstränen") nach Fazialisparese oder bei inoperablen Patienten.

Ursachen der Epiphora beim Erwachsenen

Die Leitlinie klassifiziert die anatomischen Ursachen der Epiphora beim Erwachsenen anhand ihrer Häufigkeit:

Anatomische Lokalisation / UrsacheHäufigkeitTypische Auslöser
Punctum (Tränenpünktchen)35 %Stenose, Ektropium, mechanische Obstruktion
Ductus nasolacrimalis24 %Erworbene Obstruktion, Trauma
Canaliculus (Tränenröhrchen)15 %Stenose, Infektion, Vernarbung, Medikamente
Schwäche der Tränenpumpe11 %Lid-Laxizität, Fazialisparese, Floppy-Eyelid-Syndrom
Pseudoepiphora11 %Trockenes Auge, Entzündungen (Uveitis, Skleritis)
Nasen- und Nebenhöhlenerkrankungen4 %Polypen, Tumore, allergische Rhinitis
Aberrante Nervenregeneration2 %Zustand nach Fazialisparese ("Krokodilstränen")
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Säuglingen mit tränenden Augen im ersten Lebensjahr eine abwartende Haltung eingenommen werden sollte, da sich eine kongenitale Obstruktion meist spontan zurückbildet. Zudem wird betont, dass ein trockenes Auge eine sehr häufige und oft übersehene Ursache für eine Epiphora darstellt, weshalb auch bei stark tränenden Augen stets auf Zeichen einer Benetzungsstörung geachtet werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Dieses Phänomen wird als gustatorische Hyperlakrimation oder "Krokodilstränen" bezeichnet. Laut Leitlinie entsteht es durch eine fehlgeleitete Nervenregeneration, bei der Fasern, die ursprünglich für die Speicheldrüsen bestimmt waren, fälschlicherweise die Tränendrüse innervieren.

Die Leitlinie beschreibt hierfür den Distraktionstest und den "Snap-back"-Test. Dabei wird das Unterlid vom Augapfel weggezogen; eine Distraktion von mehr als 8 mm oder eine verzögerte Rückstellung deuten auf eine pathologische Laxizität hin.

Gemäß der Leitlinie sind Probleme im Bereich der Tränenpünktchen (Punctum) mit 35 % die häufigste anatomische Ursache. Zudem wird das Sicca-Syndrom als sehr häufiger Auslöser für eine reflektorische Epiphora genannt.

Es wird empfohlen, mit einer Spülung und Sondierung der Tränenwege bis zum Alter von einem Jahr zu warten. Die Leitlinie begründet dies mit der hohen Rate an spontanen Rückbildungen bei kongenitalen Obstruktionen in den ersten Lebensmonaten.

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Quelle: StatPearls: Epiphora (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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