Epicondylitis lateralis: Manuelle Therapie & Übungen
Hintergrund
Der laterale Ellenbogenschmerz, allgemein bekannt als Tennisarm (Epicondylitis lateralis), ist eine häufige Überlastungserscheinung der Streckmuskulatur des Unterarms. In den meisten Fällen handelt es sich um eine selbstlimitierende Erkrankung, bei der die Symptome innerhalb eines Jahres bei etwa 90 Prozent der Betroffenen auch ohne spezifische Behandlung abklingen.
In der klinischen Praxis werden häufig Manuelle Therapie und gezielte therapeutische Übungen eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und die Funktion zu verbessern. Diese Maßnahmen werden oft von Physiotherapeuten angeleitet und können einzeln oder in Kombination angewendet werden.
Ein aktueller Cochrane-Review (2024) untersuchte den Nutzen und mögliche Schäden dieser physikalischen Therapien bei Erwachsenen mit Tennisarm. Dabei wurden die Interventionen mit Placebo-Behandlungen oder minimalen Maßnahmen (wie reiner Beratung oder Abwarten) verglichen.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review fasst die aktuelle Evidenz basierend auf 23 randomisierten Studien zusammen.
Manuelle Therapie im Vergleich zu Placebo
Laut dem Review gibt es Hinweise von niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass Manuelle Therapie kurzfristig wirksam sein kann:
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Am Ende einer zwei- bis dreiwöchigen Behandlung zeigte sich eine leichte Reduktion von Schmerzen und Funktionseinschränkungen.
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Es ist jedoch unklar, ob diese Effekte über den Behandlungszeitraum hinaus anhalten.
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Die Datenlage stützt sich hierbei auf eine einzige kleine Studie.
Manuelle Therapie und Übungen im Vergleich zu minimaler Intervention
Beim Vergleich mit minimalen Maßnahmen (wie Abwarten oder Beratung) zeigt die Evidenz kaum klinisch relevante Vorteile:
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Am Ende der Behandlung (nach vier Wochen bis drei Monaten) wurde eine nur sehr geringfügige Verringerung von Schmerz und Behinderung festgestellt.
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Diese leichten Effekte waren bei späteren Nachbeobachtungen nicht mehr nachweisbar.
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Es zeigte sich kein relevanter Unterschied in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder den von den Patienten berichteten Behandlungserfolg.
Unerwünschte Ereignisse
Die Studienautoren weisen auf mögliche, wenn auch milde Nebenwirkungen hin:
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Unerwünschte Ereignisse traten in den Therapiegruppen häufiger auf als bei minimaler Behandlung.
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Es handelte sich meist um vorübergehende Beschwerden wie Schmerzen nach der Behandlung, Blutergüsse oder leichte Magen-Darm-Symptome.
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Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden in keiner der Studien berichtet.
Fazit der Autoren
Der Review stellt den routinemäßigen Einsatz von Manueller Therapie und spezifischen Übungen zur Behandlung des Tennisarms in Frage. Die Autoren betonen, dass Patienten darüber aufgeklärt werden sollten, dass sich die Symptome im Laufe der Zeit meist unabhängig von der gewählten Therapie verbessern.
💡Praxis-Tipp
Die Autoren des Reviews betonen, dass sich die Symptome eines Tennisarms in der Regel im Laufe der Zeit unabhängig von der Behandlung verbessern. Es wird angeregt, Betroffene über den begrenzten Zusatznutzen von Manueller Therapie und spezifischen Übungen aufzuklären, um eine evidenzbasierte Therapieentscheidung zu ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review kann Manuelle Therapie kurzfristig zu einer leichten Linderung von Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen. Langzeiteffekte sind jedoch nicht belegt.
Die Evidenz zeigt, dass spezifische Übungen im Vergleich zu einer minimalen Behandlung keinen klinisch bedeutsamen oder nachhaltigen Vorteil bieten. Die Beschwerden bessern sich meist von selbst.
Der Review berichtet von leichten und vorübergehenden unerwünschten Ereignissen. Dazu zählen vor allem vorübergehende Schmerzen nach der Behandlung, Blutergüsse oder leichte Magen-Darm-Beschwerden.
Es handelt sich meist um eine selbstlimitierende Erkrankung. Studien zeigen, dass bei etwa 90 Prozent der Betroffenen die Symptome innerhalb eines Jahres auch ohne spezifische Behandlung abklingen.
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Quelle: Cochrane Review: Manual therapy and exercise for lateral elbow pain (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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