Latanoprost in der Schwangerschaft (Embryotox)
📋Auf einen Blick
- •Latanoprost ist als Prostaglandin-Analogon in der Schwangerschaft als RESTRICTED eingestuft.
- •Es besteht ein theoretisches Risiko für Uteruskontraktionen und Aborte, auch wenn die systemische Aufnahme minimal ist.
- •Timolol-Augentropfen sind die bevorzugte First-Line-Alternative in der Schwangerschaft.
- •In der Stillzeit ist die topische Anwendung wahrscheinlich kompatibel.
Hintergrund
Latanoprost ist ein Prostaglandin-Analogon, das als Ophthalmikum (Augentropfen) eingesetzt wird. Nach den Empfehlungen von Embryotox wird die Anwendung in der Schwangerschaft mit der Risikoeinstufung RESTRICTED bewertet. Obwohl bei topischer Anwendung nur sehr geringe systemische Spiegel erreicht werden, erfordert der Wirkmechanismus besondere Vorsicht.
Anwendung in der Schwangerschaft
Aufgrund des Prostaglandin-Effekts besteht ein theoretisches Abortrisiko, da Prostaglandine Uteruskontraktionen auslösen können. Die Anwendung sollte daher nur bei strenger Indikation erfolgen.
| Phase | Risikobewertung & Hinweise |
|---|---|
| 1. Trimenon | Theoretisches Risiko für Uteruskontraktionen und Aborte. |
| 2. und 3. Trimenon | Anwendung nur bei strenger Indikation. Begrenzte Datenlage, aber minimal systemische Aufnahme. Im 3. Trimenon ist Wehentätigkeit theoretisch möglich. |
Anwendung in der Stillzeit
In der Stillzeit gilt Latanoprost bei topischer Anwendung als wahrscheinlich kompatibel.
Monitoring und Alternativen
Wenn Latanoprost in der Schwangerschaft angewendet wird, ist ein entsprechendes Monitoring erforderlich. Zudem sollten sicherere Alternativen geprüft werden.
- Monitoring: Überwachung auf Uteruskontraktionen sowie regelmäßige ophthalmologische Kontrollen.
- First-Line-Alternative: Timolol-Augentropfen werden als bevorzugte First-Line-Therapie in der Schwangerschaft empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Stellen Sie schwangere Patientinnen nach Möglichkeit auf Timolol-Augentropfen um, da diese als First-Line-Therapie bevorzugt werden. Achten Sie bei zwingender Latanoprost-Gabe auf mögliche Uteruskontraktionen.