Depression: Prävalenz, Krankheitslast und Suizidraten
Hintergrund
Der Bericht "Global Health Estimates" der WHO aus dem Jahr 2017 liefert umfassende epidemiologische Daten zu psychischen Erkrankungen. Diese Zusammenfassung basiert auf den globalen und regionalen Schätzungen für das Jahr 2015.
Zu den häufigen psychischen Erkrankungen zählen laut Definition der WHO:
-
Depressive Störungen (inklusive Episoden der Major Depression und Dysthymie)
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Angststörungen (wie generalisierte Angststörung, Panikstörung und Phobien)
Diese Erkrankungen weisen weltweit eine hohe Prävalenz auf und verursachen eine erhebliche Krankheitslast. Die epidemiologischen Daten dienen als Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen und die Planung von Versorgungsstrukturen.
Empfehlungen
Der WHO-Bericht formuliert folgende zentrale epidemiologische Erkenntnisse:
Prävalenz depressiver Störungen
Laut Bericht sind weltweit über 300 Millionen Menschen von einer Depression betroffen, was einer globalen Prävalenz von 4,4 Prozent entspricht. Es wird hervorgehoben, dass die Erkrankung bei Frauen (5,1 Prozent) häufiger auftritt als bei Männern (3,6 Prozent).
Die Prävalenzraten variieren je nach Altersgruppe und erreichen ihren Höhepunkt im älteren Erwachsenenalter zwischen 55 und 74 Jahren. Zwischen 2005 und 2015 verzeichnete die WHO einen Anstieg der Fallzahlen um 18,4 Prozent, was primär auf das globale Bevölkerungswachstum und die demografische Alterung zurückgeführt wird.
Prävalenz von Angststörungen
Die globale Prävalenz von Angststörungen wird auf 3,6 Prozent geschätzt, was etwa 264 Millionen betroffenen Personen weltweit entspricht. Auch hier zeigt sich eine höhere Betroffenheit bei Frauen (4,6 Prozent) im Vergleich zu Männern (2,6 Prozent).
Der Bericht warnt davor, die Prävalenzen von Depressionen und Angststörungen einfach zu addieren. Da viele Personen gleichzeitig an beiden Erkrankungen leiden (Komorbidität), würde dies zu einer Überschätzung der Gesamtprävalenz führen.
Krankheitslast und Behinderung (YLD)
Zur Quantifizierung der Krankheitslast nutzt die WHO das Konzept der "Years Lived with Disability" (YLD). Die Daten zeigen folgende Verteilung der globalen Krankheitslast:
| Erkrankung | Globale YLD (Millionen) | Anteil an allen YLDs | Globaler Rang |
|---|---|---|---|
| Depressive Störungen | > 50 | 7,5 % | 1 |
| Angststörungen | 24,6 | 3,4 % | 6 |
Depressionen stellen somit die weltweit größte Einzelursache für nicht-tödliche Gesundheitsverluste dar. Mehr als 80 Prozent dieser Krankheitslast entfallen auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Suizidalität
Depressionen werden als wesentlicher Risikofaktor für Suizide identifiziert. Für das Jahr 2015 schätzt die WHO die Zahl der Suizidtote auf rund 788.000 weltweit.
Suizid macht knapp 1,5 Prozent aller weltweiten Todesfälle aus und gehört zu den 20 häufigsten Todesursachen. Bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren stellt Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache dar.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis des WHO-Berichts betrifft die hohe Komorbidität von depressiven Störungen und Angststörungen. Es wird davor gewarnt, die Prävalenzraten beider Diagnosegruppen zu addieren, um die Gesamtzahl psychischer Erkrankungen zu ermitteln. Eine solche Addition führt aufgrund der häufigen Überschneidungen zu einer methodischen Überschätzung der Fallzahlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut WHO-Bericht liegt die globale Prävalenz von Depressionen bei 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Dies entspricht über 300 Millionen betroffenen Menschen weltweit, wobei Frauen häufiger erkranken als Männer.
Die Daten zeigen, dass die Prävalenzraten im älteren Erwachsenenalter ihren Höhepunkt erreichen. Besonders hohe Raten von über 7,5 Prozent finden sich bei Frauen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren.
Der im Bericht dokumentierte Anstieg der Fallzahlen um über 18 Prozent zwischen 2005 und 2015 wird primär demografischen Faktoren zugeschrieben. Das allgemeine Bevölkerungswachstum sowie die zunehmende Alterung der Gesellschaft führen zu mehr Personen in den Risikogruppen.
Die WHO stuft depressive Störungen als die weltweit größte Einzelursache für nicht-tödliche Gesundheitsverluste ein. Sie sind für 7,5 Prozent aller durch Behinderung beeinträchtigten Lebensjahre (YLD) verantwortlich.
Der Bericht identifiziert Suizid als die zweithäufigste Todesursache bei Personen im Alter von 15 bis 29 Jahren weltweit. Insgesamt verzeichnete die WHO im Jahr 2015 rund 788.000 Suizide über alle Altersgruppen hinweg.
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Quelle: WHO Guide to Mental Health in Primary Care (Depression) (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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