Dasabuvir bei Hepatitis C: Zusatznutzen und Therapie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A15-03 bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Dasabuvir zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) vom Genotyp 1 bei Erwachsenen.
Dasabuvir wird ausschließlich als Kombinationstherapie eingesetzt. Es wird zusammen mit der Fixkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir verabreicht. Je nach spezifischer Patientengruppe erfolgt zusätzlich die Gabe von Ribavirin.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine duale Therapie aus Peginterferon und Ribavirin festgelegt. Alternativ dient eine Triple-Therapie unter Hinzunahme von Telaprevir oder Boceprevir als Vergleichsstandard.
Empfehlungen
Methodik und Patientengruppen
Die Bewertung unterteilt die Betroffenen in zehn verschiedene Gruppen, basierend auf Vorbehandlung, Subgenotyp (1a oder 1b) und dem Vorliegen einer Zirrhose.
Geeignete Daten aus randomisierten kontrollierten Studien (MALACHITE-I und MALACHITE-II) lagen nur für drei dieser Gruppen vor.
Zusatznutzen belegt
Für folgende Gruppen ohne Zirrhose wird ein Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen abgeleitet:
-
Therapienaive Patienten mit CHC-Genotyp 1a
-
Therapienaive Patienten mit CHC-Genotyp 1b
-
Therapieerfahrene Patienten mit CHC-Genotyp 1a
Diese Bewertung stützt sich primär auf das dauerhafte virologische Ansprechen (SVR 12). Dieses wird als valides Surrogat für die Prävention eines hepatozellulären Karzinoms angesehen.
Zusatznutzen nicht belegt
Für alle weiteren untersuchten Gruppen (Gruppen 4 bis 10) gilt ein Zusatznutzen laut Bericht als nicht belegt.
Dies betrifft unter anderem Personen mit kompensierter Zirrhose, HIV-Koinfektion oder nach einer Lebertransplantation.
Der fehlende Beleg resultiert daraus, dass der pharmazeutische Unternehmer für diese Gruppen keine systematische Recherche zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt hat.
Dosierung
| Patientengruppe | Therapie | Dauer |
|---|---|---|
| Genotyp-1b ohne Zirrhose | OBV/PTV/r + DSV | 12 Wochen |
| Genotyp-1b mit kompensierter Zirrhose | OBV/PTV/r + DSV + RBV | 24 Wochen |
| Genotyp-1a ohne Zirrhose | OBV/PTV/r + DSV + RBV | 12 Wochen |
| Genotyp-1a mit kompensierter Zirrhose | OBV/PTV/r + DSV + RBV | 24 Wochen |
| Nach Lebertransplantation | OBV/PTV/r + DSV + RBV | 24 Wochen |
Kontraindikationen
Laut Bericht ist Dasabuvir bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) kontraindiziert.
Eine gleichzeitige Anwendung mit ethinylestradiolhaltigen Arzneimitteln ist ebenfalls kontraindiziert.
Zudem darf das Medikament nicht zusammen mit starken oder moderaten Enzyminduktoren sowie starken CYP2C8-Inhibitoren angewendet werden.
Bei einer Kombination mit Ribavirin muss eine Schwangerschaft bei Patientinnen und Partnerinnen männlicher Patienten zwingend vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Es wird im Bericht darauf hingewiesen, dass die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen aufgrund stark unterschiedlicher Beobachtungszeiten in den Studien schwer interpretierbar ist. Dennoch zeigen die verfügbaren Daten keine Anzeichen für einen größeren Schaden durch die Dasabuvir-Kombinationstherapie. Bei der Verordnung wird eine genaue Prüfung potenzieller Wechselwirkungen, insbesondere mit CYP-Inhibitoren und -Induktoren, angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es für therapienaive und therapieerfahrene Patienten ohne Zirrhose einen Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Für Patienten mit Zirrhose ist ein Zusatznutzen mangels geeigneter Studiendaten nicht belegt.
Nein, der Bericht stellt klar, dass Dasabuvir ausschließlich in Kombination mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir angewendet wird. Je nach Subgenotyp und Zirrhosestatus wird zusätzlich Ribavirin verabreicht.
Die Behandlungsdauer beträgt laut den im Bericht zitierten Fachinformationen in der Regel 12 Wochen. Bei Patienten mit kompensierter Zirrhose oder nach einer Lebertransplantation verlängert sich die Therapiedauer auf 24 Wochen.
Das Medikament kann bei kompensierter Zirrhose eingesetzt werden. Bei einer schweren Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) ist die Anwendung laut Bericht jedoch kontraindiziert.
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Quelle: IQWiG A15-03: Dasabuvir - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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