WHO2020

Biodiversität: Ernährung und Krankheitsprävention

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die globale Herausforderung der doppelten Krankheitslast durch Mangelernährung umfasst sowohl Unterernährung als auch Übergewicht und ernährungsbedingte nicht übertragbare Krankheiten (NCDs). Ein zentraler Treiber für diese Entwicklung ist der Verlust der Agrobiodiversität in den globalen Lebensmittelsystemen.

Die abnehmende Vielfalt an angebauten Pflanzen und Nutztieren schränkt den Zugang zu gesunden und nährstoffreichen Ernährungsweisen stark ein. Zudem wirken sich der Klimawandel und die Umweltzerstörung negativ auf die landwirtschaftliche Produktivität und die Nährstoffqualität aus.

Biodiversität stellt eine grundlegende Determinante für Gesundheit und Ernährung dar. Sie ist essenziell für die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen und die Sicherstellung einer vielfältigen Nährstoffversorgung.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert Kernstrategien zur Integration von Biodiversität in Gesundheits- und Ernährungssysteme. Dabei wird ein multisektoraler Ansatz gefordert, der Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt verbindet.

Sektorenübergreifende Ansätze

Es wird die Implementierung von Konzepten wie "One Health" empfohlen. Dadurch sollen Risiken wie lebensmittelbedingte Krankheiten, Zoonosen und antimikrobielle Resistenzen entlang der gesamten Lebensmittelkette besser überwacht werden.

Förderung nachhaltiger Ernährungsweisen

Der Übergang zu nachhaltigen und gesunden Ernährungsweisen ist aktiv zu fördern. Dabei stehen pflanzenbasierte Ernährungsformen mit einem hohen Anteil an Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten im Vordergrund.

Zur praktischen Umsetzung werden folgende Kernstrategien genannt:

  • Förderung der Produktion und des Konsums von lokalen, nährstoffreichen Lebensmitteln

  • Reduktion des Konsums von hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln

  • Integration von vernachlässigten und wenig genutzten Pflanzenarten in nationale Ernährungsrichtlinien

Sechs Bausteine der Integration

Für eine erfolgreiche Umsetzung werden sechs zentrale Bausteine definiert. Diese greifen ineinander und erfordern eine kontinuierliche Anpassung:

BausteinFokusZielsetzung
WissensaufbauSektorenübergreifende ForschungVerständnis der Determinanten von Ernährung und Gesundheit
RahmenbedingungenPolitische und wirtschaftliche StrukturenFörderung von Führung und Empowerment auf allen Ebenen
IntegrationRichtlinien und StandardsEinbindung von Biodiversität in Forschung und Politik
ErhaltungSchutz der AgrobiodiversitätFörderung der breiteren Nutzung von Nahrungsvielfalt
BildungBewusstseinsbildungBeeinflussung von Verbraucherverhalten und Präferenzen
MonitoringEvaluationÜberwachung durch spezifische, messbare Ziele

Überwachung und Evaluierung

Für die Erfolgskontrolle wird die Entwicklung von integrierten Indikatoren empfohlen. Es sollen sowohl biophysikalische als auch sozioökonomische und gesundheitliche Daten systematisch erfasst werden.

Die Fortschritte sind regelmäßig anhand von spezifischen, messbaren und zeitgebundenen Zielen zu evaluieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass der Verlust der mikrobiellen Vielfalt im Boden und in der Umwelt direkt mit der Zunahme von nicht übertragbaren Krankheiten (NCDs) wie Allergien und Autoimmunerkrankungen korreliert, weshalb der Erhalt der Agrobiodiversität auch präventivmedizinisch hochrelevant ist.

Häufig gestellte Fragen

Dieser Begriff beschreibt das gleichzeitige Auftreten von Unterernährung und Übergewicht sowie ernährungsbedingten chronischen Krankheiten. Dies kann innerhalb derselben Bevölkerung, im selben Haushalt oder sogar bei derselben Person vorkommen.

Eine hohe Biodiversität sichert die Vielfalt an essenziellen Nährstoffen in der Nahrung und unterstützt lebenswichtige Ökosystemdienstleistungen. Zudem stärkt der Kontakt mit mikrobieller Vielfalt in der Umwelt das menschliche Immunsystem und das Mikrobiom.

Es wird eine pflanzenbasierte Ernährung mit einem hohen Anteil an lokalem Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten empfohlen. Gleichzeitig sollte der Konsum von hochgradig verarbeiteten Lebensmitteln und emissionsintensiven tierischen Produkten reduziert werden.

Dieser Ansatz verbindet die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt. Er zielt darauf ab, Risiken wie Zoonosen, lebensmittelbedingte Krankheiten und Antibiotikaresistenzen durch eine sektorübergreifende Zusammenarbeit zu minimieren.

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Quelle: Guidance on mainstreaming biodiversity for nutrition and health (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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