StatPearls2026

Bakterielle Sepsis: Diagnostik und Therapie-Bündel

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung zur bakteriellen Sepsis beschreibt diese als eine lebensbedrohliche Erkrankung. Gemäß der Sepsis-3-Definition handelt es sich um eine Organdysfunktion, die durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion verursacht wird.

Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Sepsis eine der häufigsten Todesursachen auf nicht-kardiologischen Intensivstationen. Die Letalität wird landesweit weiterhin auf 20 bis 25 Prozent geschätzt.

Pathophysiologisch kommt es zu einer systemischen Vasodilatation, mikrovaskulären Thrombosen und einer endothelialen Dysfunktion. Diese Faktoren führen zu einer Gewebehypoxie, die sich klinisch oft in einer Hyperlaktatämie äußert.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Diagnostik und Therapie der Sepsis:

Diagnostik und Evaluation

Es wird empfohlen, bei Verdacht auf Sepsis umgehend eine umfassende Labordiagnostik durchzuführen. Ein kritischer Marker ist das Laktat, wobei ein Wert von über 2 mmol/l als signifikant gilt.

Vor der ersten Antibiotikagabe sollten laut Leitlinie mindestens zwei Blutkulturen aus unterschiedlichen Entnahmeorten abgenommen werden. Dies dient der späteren gezielten Anpassung der antimikrobiellen Therapie.

Zur klinischen Einschätzung der systemischen inflammatorischen Reaktion werden häufig die SIRS-Kriterien herangezogen:

ParameterKriterium
Temperatur> 38 °C oder < 36 °C
Herzfrequenz> 90 Schläge/Minute
Atemfrequenz> 20 Atemzüge/Minute oder PaCO2 < 32 mmHg
Leukozyten> 12.000/µl, < 4.000/µl oder > 10 % unreife Formen

Akutes Sepsis-Management

Die Behandlung erfolgt strukturiert in zeitdefinierten Bündeln, um eine rasche Stabilisierung zu gewährleisten. Die Leitlinie unterteilt die Maßnahmen in ein 3-Stunden- und ein 6-Stunden-Bündel.

ZeitfensterMaßnahmenZielwerte / Indikation
3-Stunden-BündelBlutkulturen, Laktatmessung, Breitbandantibiotika, KristalloideHypotonie oder Laktat ≥ 4 mmol/l
6-Stunden-BündelVasopressoren, Re-Evaluation der Perfusion, Laktat-KontrolleZiel-MAP ≥ 65 mmHg bei persistierender Hypotonie
24-Stunden-BündelGlukosekontrolle, protektive Beatmung, Thrombose-/UlkusprophylaxeBlutzucker < 180 mg/dl, Plateaudruck < 30 cm H2O

Volumentherapie und Vasopressoren

Bei Hypotonie oder einem Laktatwert ab 4 mmol/l wird eine sofortige Volumengabe empfohlen. Hierfür sollen kristalloide Lösungen verwendet werden.

Falls die Volumengabe nicht ausreicht, ist der Einsatz von Vasopressoren indiziert. Noradrenalin wird als Mittel der ersten Wahl empfohlen, um einen mittleren arteriellen Druck (MAP) von mindestens 65 mmHg zu erreichen.

Als Zweitlinien-Therapie kann Vasopressin oder Adrenalin ergänzt werden. Bei Hinweisen auf eine myokardiale Dysfunktion wird zusätzlich die Gabe von Dobutamin empfohlen.

Weitere Therapiemaßnahmen

Für die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten wird ein restriktiver Zielwert von 7 g/dl empfohlen. Ausnahmen gelten bei akuten Blutungen oder schweren myokardialen Ischämien.

Eine niedrig dosierte Kortisontherapie wird nur bei refraktärem septischem Schock empfohlen. Eine routinemäßige Gabe bei Sepsis ohne Schocksymptomatik ist nicht indiziert.

Dosierung

TherapieDosierung / ZielwertIndikation
Kristalloide Lösungen30 ml/kg KörpergewichtInitiale Volumengabe bei Hypotonie oder Laktat ≥ 4 mmol/l
Hydrocortison200 mg pro TagRefraktärer septischer Schock trotz Volumen und Vasopressoren
ErythrozytenkonzentrateTransfusionstarget < 7 g/dlSeptischer Schock (ohne schwere Ischämie/Blutung)

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät vom Einsatz von Dopamin als Vasopressor ab, außer bei sehr sorgfältig ausgewählten Fällen. Zudem wird davor gewarnt, die Gabe von Breitbandantibiotika zu verzögern, da dies direkt mit einer erhöhten Letalität assoziiert ist.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die Letalität einer Sepsis weniger vom Infektionsort oder dem spezifischen Erreger abhängt, sondern maßgeblich von der Zeit bis zur ersten Antibiotikagabe. Es wird daher nachdrücklich darauf hingewiesen, Breitbandantibiotika so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb der ersten Stunde nach Diagnosestellung, zu verabreichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Sepsis-3-Kriterien wird Sepsis als lebensbedrohliche Organdysfunktion definiert. Diese wird durch eine fehlregulierte Wirtsantwort auf eine Infektion verursacht.

Die Leitlinie empfiehlt Noradrenalin als Vasopressor der ersten Wahl. Das therapeutische Ziel ist das Erreichen eines mittleren arteriellen Drucks (MAP) von mindestens 65 mmHg.

Es wird eine initiale Volumengabe von 30 ml/kg kristalloiden Lösungen innerhalb der ersten drei Stunden empfohlen. Dies gilt insbesondere bei Hypotonie oder einem Laktatwert von über 4 mmol/l.

Eine niedrig dosierte Hydrocortison-Gabe wird nur bei einem refraktären septischen Schock empfohlen. Dies ist der Fall, wenn die Hypotonie nicht auf die kombinierte Gabe von Flüssigkeit und Vasopressoren anspricht.

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Quelle: StatPearls: Bacterial Sepsis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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