Antidiabetika: Therapie-Empfehlung zu Insulin und SGLT2
Hintergrund
Die "Model List of Essential Medicines" (EML) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert die wirksamsten, sichersten und kosteneffektivsten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Die 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 umfasst insgesamt etwa 670 essenzielle Arzneimittel. Sie dient weltweit als Orientierung für die Entwicklung nationaler Arzneimittellisten und Beschaffungsentscheidungen.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der Leitlinie zur Sektion 12, welche die essenziellen Medikamente für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 behandelt. Ein besonderer Fokus des Updates 2023 liegt auf der Erweiterung der therapeutischen Optionen. So wurden moderne Substanzklassen wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten neu in die Liste aufgenommen.
Empfehlungen
Die WHO-Liste formuliert folgende Kernpunkte zur medikamentösen Diabetestherapie:
Orale Antidiabetika
Für die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 werden verschiedene orale Antidiabetika als essenziell eingestuft:
-
Metformin: Wird als Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes gelistet.
-
Gliclazid: Ein Sulfonylharnstoff, der in verschiedenen Tablettenformen zur Verfügung steht.
-
Empagliflozin: Ein SGLT2-Inhibitor, der 2023 neu hinzugefügt wurde, insbesondere für Patienten mit Typ-2-Diabetes und begleitender Herzinsuffizienz (HF) oder chronischer Nierenerkrankung (CKD).
Insuline und Notfallmedikation
Für die Insulintherapie listet die WHO verschiedene Wirkprofile, um eine adäquate Blutzuckereinstellung zu ermöglichen:
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Kurzwirksames Insulin: Reguläres (lösliches) Insulin für die subkutane oder intravenöse Gabe.
-
Intermediärwirksames Insulin: NPH-Insulin (Isophan) für die subkutane Anwendung.
-
Langwirksame Insulinanaloga: Insuline vom Typ Glargin oder Detemir, welche bereits 2021 hinzugefügt wurden.
Zusätzlich wird Glucagon als essenzielles Notfallmedikament zur Behandlung schwerer Hypoglykämien aufgeführt.
Dosierung
Die WHO EML 2023 listet folgende Spezifikationen für die essenziellen Diabetes-Medikamente:
| Medikament | Indikation / Anmerkung | Darreichungsform | Stärke | Applikationsweg |
|---|---|---|---|---|
| Metformin | Erstlinientherapie Typ-2-Diabetes | Tablette | 500-1000 mg | Oral |
| Gliclazid | Sulfonylharnstoff | Tablette (auch retardiert) | 30-80 mg | Oral |
| Empagliflozin | SGLT2-Inhibitor (bei HF/CKD) | Tablette | 10-25 mg | Oral |
| Insulin regulär | Kurzwirksames Insulin | Injektion | 100 IE/mL | SC / IV |
| Insulin NPH | Intermediärwirksames Insulin | Injektion | 100 IE/mL | SC |
| Langwirksame Insulinanaloga | Typ Glargin/Detemir | Injektion | 100 IE/mL | SC |
| Glucagon | Schwere Hypoglykämie | Injektion | 1 mg | SC / IM / IV |
💡Praxis-Tipp
Laut der aktualisierten WHO EML 2023 wird Empagliflozin nun explizit als essenzielles Medikament für Patienten mit Typ-2-Diabetes und begleitender Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung gelistet. Es wird hervorgehoben, dass neben der klassischen Erstlinientherapie mit Metformin auch moderne Substanzklassen wie SGLT2-Inhibitoren zur globalen Grundversorgung gehören.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO EML 2023 listet Metformin als Erstlinientherapie sowie Gliclazid (einen Sulfonylharnstoff) und den SGLT2-Inhibitor Empagliflozin.
Die Liste umfasst kurzwirksames (reguläres) Insulin, intermediärwirksames NPH-Insulin sowie langwirksame Insulinanaloga vom Typ Glargin oder Detemir. Alle gelisteten Insuline haben eine Stärke von 100 IE/mL.
Empagliflozin wurde 2023 neu in die Liste aufgenommen und wird insbesondere für Patienten mit Typ-2-Diabetes in Kombination mit Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung aufgeführt.
Als essenzielles Notfallmedikament bei schweren Hypoglykämien listet die WHO Glucagon. Es wird als Injektion in einer Dosierung von 1 mg für die subkutane, intramuskuläre oder intravenöse Gabe aufgeführt.
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Quelle: WHO EML 2023: Section 12 - Medicines for Diabetes (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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