StatPearls2026

Anticholinerges Syndrom: Diagnostik und Antidot-Gabe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die anticholinerge Toxizität ist ein häufiges, aber selten tödliches Krankheitsbild in der Notaufnahme. Sie entsteht meist durch eine Überdosierung von Medikamenten mit anticholinergen Eigenschaften, wie beispielsweise Antihistaminika, Antidepressiva oder Antipsychotika.

Auch Pflanzen wie die Tollkirsche oder mit Atropin gestreckte illegale Drogen können Auslöser sein. Die Pathophysiologie beruht auf einer kompetitiven Blockade des Neurotransmitters Acetylcholin an den muskarinischen Rezeptoren.

Besonders bei älteren Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen, kann es zu synergistischen Effekten kommen. Die Diagnose wird in der Regel rein klinisch gestellt, da spezifische Labortests im Notfallsetting oft nicht schnell verfügbar sind.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Erkennung und Behandlung der anticholinergen Toxizität:

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt primär klinisch anhand des typischen Toxidroms. Es wird empfohlen, auf Symptome wie Hautrötung, fehlendes Schwitzen, trockene Schleimhäute, Mydriasis, veränderten Mentalstatus, Fieber und Harnverhalt zu achten.

Zur Basisdiagnostik gehören:

  • Sicherung der Atemwege, Atmung und Kreislauffunktion (ABC-Schema)

  • Kontinuierliches EKG-Monitoring und Anlage eines intravenösen Zugangs

  • Bestimmung von Blutzucker, Salicylat- und Paracetamol-Spiegeln sowie ein Schwangerschaftstest bei Frauen

Bei Krampfanfällen oder schwerer Hyperthermie wird eine erweiterte Labordiagnostik mit Stoffwechselpanel, Leberwerten und Kreatinkinase angeraten.

Therapie und Management

Es wird primär eine supportive Therapie empfohlen. Für spezifische Komplikationen werden folgende Maßnahmen angeführt:

  • Agitation: Intravenöse Benzodiazepine gelten als Therapie der ersten Wahl.

  • Hypotonie oder Rhabdomyolyse: Es wird eine intravenöse Flüssigkeitsgabe empfohlen.

  • Hyperthermie: Die Einleitung von Kühlungsmaßnahmen wird angeraten.

  • Breitkomplex-Tachykardien: Hier wird die Gabe von intravenösem Natriumbicarbonat empfohlen.

Eine Dekontamination mit Aktivkohle kann erwogen werden, wenn die Ingestion weniger als eine Stunde zurückliegt. Aufgrund der verringerten gastrointestinalen Motilität kann dies auch zu einem späteren Zeitpunkt noch sinnvoll sein.

Antidot-Therapie

Der Einsatz von Physostigmin wird nur bei schweren, refraktären Fällen mit zentralen und peripheren Symptomen empfohlen. Es wird betont, dass dieses Antidot ausschließlich bei reinen anticholinergen Vergiftungen angewendet werden sollte.

Bei der Gabe von Physostigmin muss stets Reanimationsausrüstung einschließlich Atropin griffbereit sein. Für schwere, therapierefraktäre Diphenhydramin-Überdosierungen wird intravenöse Fettemulsion als mögliche Behandlungsoption erwähnt.

Dosierung

MedikamentPatientengruppeDosierungBemerkung
PhysostigminErwachsene0,5 bis 2 mg IVWiederholung nach ca. 30 Minuten bei Symptomrückkehr möglich
PhysostigminKinder0,02 mg/kg IVMaximale pädiatrische Dosis: 0,5 mg

Kontraindikationen

Der Einsatz von Physostigmin wird bei gemischten Intoxikationen, wie beispielsweise mit trizyklischen Antidepressiva oder Phenothiazinen, nicht empfohlen. Es sollte ausschließlich bei reinen anticholinergen Vergiftungen angewendet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass das Fehlen von Schweißausbruch (Anhidrose) ein entscheidendes klinisches Merkmal ist, um die anticholinerge Toxizität von einer ähnlich präsentierenden sympathomimetischen Toxizität zu unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen

Zu den klassischen Symptomen gehören Hautrötung, fehlendes Schwitzen, trockene Schleimhäute, erweiterte Pupillen, veränderter Mentalstatus, Fieber und Harnverhalt. Dies wird oft mit dem englischen Merksatz "red as a beet, dry as a bone" zusammengefasst.

Als spezifisches Antidot wird Physostigmin eingesetzt. Es wird jedoch nur für schwere, therapierefraktäre Fälle mit zentralen und peripheren Symptomen empfohlen.

Zur Behandlung von schwerer Agitation gelten intravenöse Benzodiazepine als Therapie der ersten Wahl. Dies ist wichtig, um eine Verschlechterung von Symptomen wie Hyperthermie oder Rhabdomyolyse zu vermeiden.

Eine Gabe von Aktivkohle wird primär erwogen, wenn die Einnahme weniger als eine Stunde zurückliegt. Wegen der verlangsamten Magen-Darm-Passage kann sie aber auch später noch nützlich sein.

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Quelle: StatPearls: Anticholinergic Toxicity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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