StatPearls2026

Amoxapin: Therapie der Depression und Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt Amoxapin als ein trizyklisches Dibenzoxazepin-Antidepressivum der zweiten Generation. Es wird primär als Zweit- oder Drittlinientherapie bei therapieresistenter oder anhaltender Depression eingesetzt, wenn selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) keine ausreichende Wirkung zeigen.

Der Wirkmechanismus beruht hauptsächlich auf der Hemmung der Noradrenalin-Wiederaufnahme in den neuronalen Synapsen. Zusätzlich wirkt die Substanz als Dopamin-Rezeptor-Antagonist an D2- und D4-Rezeptoren und beeinflusst den Serotonin-6-Rezeptor.

Neben der zugelassenen Indikation bei Depressionen mit Begleitsymptomen wie Angst, Agitation oder Psychosen wird Amoxapin laut Leitlinie auch off-label erforscht. Dazu gehören die Behandlung von neuropathischen Schmerzen sowie die Reduktion von Diarrhö bei Irinotecan-Chemotherapien.

Empfehlungen

Diagnostik und Voruntersuchung

Vor Therapiebeginn wird eine sorgfältige Anamnese bezüglich bipolarer Störungen und Suizidalität empfohlen, um das Risiko einer manischen Episode zu minimieren.

Bei älteren Personen sowie bei Vorliegen von Herzerkrankungen oder einer Hyperthyreose wird ein 12-Kanal-EKG als Teil der Basisdiagnostik angeraten.

Therapie und Anwendung

Die Leitlinie empfiehlt die Einnahme vorzugsweise als abendliche Einmalgabe aufgrund der langen Halbwertszeit der aktiven Metaboliten.

Bei einem Wechsel der Medikation müssen spezifische Auswaschphasen beachtet werden:

  • Bei einem Wechsel von Fluoxetin auf Amoxapin wird ein Intervall von mindestens 5 Wochen empfohlen.

  • Bei anderen Antidepressiva, insbesondere Monoaminoxidase-Hemmern (MAOI), wird eine Pause von 14 Tagen angeraten.

Monitoring

Es wird eine regelmäßige Überwachung von Blutdruck, Blutzucker, Körpergewicht und BMI empfohlen.

Bei Personen ab 65 Jahren wird aufgrund des erhöhten Hyponatriämie-Risikos eine Kontrolle der Elektrolyte angeraten.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Überwachung auf Suizidalität, insbesondere zu Therapiebeginn und bei Dosisanpassungen. Zur Verlaufskontrolle wird der Einsatz validierter Fragebögen wie dem PHQ-9 oder der Hamilton-Depressionsskala empfohlen.

Management von Komplikationen

Bei schmerzhaften Ejakulationen unter Amoxapin wird die Gabe von Tamsulosin als mögliche Lösungsstrategie beschrieben.

Im Falle einer schweren Überdosierung mit therapierefraktären Krampfanfällen kann laut Leitlinie die intravenöse Gabe von Lipidemulsionen (ILE) erwogen werden. Bei einer QRS-Verbreiterung im Rahmen einer Intoxikation wird die Gabe von Natriumbicarbonat unter strenger Natrium-Kontrolle empfohlen.

Dosierung

Die Einnahme erfolgt oral in Form von Tabletten (verfügbar in 25 mg, 50 mg, 100 mg und 150 mg). Die Leitlinie nennt keine spezifischen Dosisanpassungen für Leber- oder Niereninsuffizienz, rät jedoch zu besonderer Vorsicht.

Patientengruppe / SettingStartdosisÜbliche therapeutische DosisMaximaldosis
Erwachsene (ambulant)100 mg/Tag200-300 mg/Tag (zur Nacht)400 mg/Tag
Erwachsene (stationär, ohne Anfallsleiden)100 mg/Tag200-300 mg/Tag (zur Nacht)600 mg/Tag
Erhaltungstherapie-Niedrigste effektive Dosis (≤300 mg zur Nacht)-

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegen Dibenzoxazepin-Verbindungen.

  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern oder anderen Antidepressiva (14 Tage Abstand erforderlich).

  • Verlängerte QTc-Zeit oder akuter Myokardinfarkt.

  • Black-Box-Warnung: Erhöhtes Suizidrisiko bei Personen unter 24 Jahren und über 65 Jahren. Die Anwendung bei pädiatrischen Depressionen wird nicht empfohlen.

  • Besondere Vorsicht ist geboten bei: Epilepsie oder Krampfanfällen in der Anamnese, Engwinkelglaukom sowie Leber- oder Niereninsuffizienz.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem Einsatz von Amoxapin bei Personen mit einer Vorgeschichte von Krampfanfällen oder Epilepsie, da trizyklische Antidepressiva die Krampfschwelle senken. In diesen Fällen wird stattdessen die Verwendung von SSRI oder SNRI empfohlen. Zudem ist bei älteren Menschen aufgrund der starken anticholinergen Eigenschaften gemäß den Beers-Kriterien eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können erste antidepressive Effekte bereits nach 7 Tagen spürbar werden. Bei über 80 % der Behandelten zeigt sich innerhalb von 2 Wochen eine signifikante Besserung.

Die Leitlinie stuft Amoxapin als FDA-Schwangerschaftskategorie C ein und rät zu einem vorsichtigen Einsatz nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung. In der Stillzeit wird empfohlen, auf besser untersuchte Alternativen wie Sertralin auszuweichen.

Es wird berichtet, dass Amoxapin in einigen Fällen zu einer Verlängerung des QTc-Intervalls führen kann. Bei Überdosierungen ist zudem eine QRS-Verbreiterung möglich.

Es existiert kein spezifisches Antidot. Die Leitlinie empfiehlt supportive Maßnahmen, kardiovaskuläre Unterstützung, Natriumbicarbonat bei QRS-Verbreiterung und intravenöse Lipidemulsionen (ILE) bei therapierefraktären Krampfanfällen.

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Quelle: StatPearls: Amoxapine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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